Bemerkungen & Fazit

Unsere Tests mit den CSX-SSDs bestätigen die Ergebnisse aus anderen Quellen. Der betuchte Heimanwender, welcher den PC hauptsächlich für Office-Applikationen, Spiele und Internet-Nutzung verwendet, kommt definitiv auf seine Kosten. Alle Arbeitsabläufe gehen schneller von der Hand, das System bleibt auch nach langer Nutzung "frisch" im Handling. Wer kennt es nicht, dass nach einigen Stunden des Arbeitens der Windows-Explorer mehr Zeit zum Öffnen benötigt, das wiederholte Laden der pdf-Datei länger dauert, kurzum, die Sanduhr (oder der Kringel) des Mauszeigers länger zu sehen ist, als angenehm. Nicht so mit SSDs. Kommt es vorrangig auf schnelle Leseraten und Zugriffe an, was der generellen Nutzung am ehesten entspricht, arbeiten die SSDs schnell und zusätzlich lautlos. Somit sind sie in Notebooks, bei denen ein paar Minuten bei der Akkulaufzeit nicht Gegenstand der Diskussion sind, hervorragend aufgehoben. In einer Workstation sind die derzeitigen SSDs aber definitiv fehl am Platz: Nicht nur des Preises wegen, vorrangig die niedrigen Schreibgeschwindigkeiten machen sie ungeeignet. Neue Kontroller werden hier in absehbarer Zeit Abhilfe schaffen und die Schreibtransferrate erhöhen; wann sie die einer schnellen Festplatte schlussendlich übertreffen, kann nur vermutet werden.

Betrachtet man den Stromverbrauch, kann man die Angabe vieler Hersteller von einem "Leistungsbedarf von nur 1 Watt" erklären. Dieser Bedarf ist korrekt - jedoch nur, wenn das Drive nicht in Benutzung ist. Da aber auf einer Systemplatte, besonders mit Windows Vista, nahezu permanent Zugriffe erfolgen, pendelt sich die reale Leistungsaufnahme in etwa zwischen dem Idle- und Lastwert ein - und ist somit höher als bei einer entsprechenden 2.5"-Festplatte, bei insgesamt geringerer Kapazität. Dass das auch besser geht, hat OCZ mit seinen SLC-Derivaten bewiesen, welche für die gebotene Leistung einen erstaunlich verhaltenen Stromhunger haben.

Eine neues Produkt hat seinen Preis, so auch die SSDs. Ein MLC-SSD von Compustocx mit 128GB Kapazität ist beispielsweise für 329€ zu haben. Dafür wird hier eine länger währende Garantiezeit angeboten und eine schnelle Abwicklung im Schadensfall garantiert. Da wir die SSDs nur für einen sehr kurzen Testzeitraum zur Verfügung gestellt bekamen, können wir keine verlässlichen Angaben über die Lebensdauer machen, welche im Besonderen bei MLC-SSDs eine Rolle spielt. Käufer eines MLC-SSD sollten sich darüber im Klaren sein, dass die Langzeittauglichkeit von SSDs wenig erforscht ist, es kaum bekannt ist, wie hochwertig die verbauten Flash-Chips sind, inwieweit sich hohe Temperaturen auf die Lebensdauer auswirken,... und sollte daher lieber auf Nummer sicher gehen und die allerwichtigsten Daten auf einem Magnetdatenspeicher oder einem sonstigen bewährten Medium sichern. Dies hat natürlich nur für MLC-SSDs Gültigkeit. Kunden von SLC-Drives, können mit einer Lebensdauer rechnen, die mindestens der einer Standard-Festplatte entspricht.

Es muss nun jeder selbst entscheiden, ob ihm die Vorteile eines SSD den derzeitigen Aufpreis wert sind. Um ein Vielfaches teurer bei einem Bruchteil der Kapazität, lediglich mit den beiden Vorteilen Geräuschlosigkeit und Lesegeschwindigkeit. Je nach Kundenwunsch kann sich die Energieeffizienz zum Vor- oder aber Nachteil wandeln. Schreibgeschwindigkeit, der Preis sowie die vergleichsweise häufig auftretenden Ausfälle, einhergehend mit Datenkorruption, sprechen zur Zeit eindeutig dagegen.

Eines ist jedoch gewiss: Das Prinzip hat nicht nur Potential sondern definitiv eine Zukunft. Sprechen viele von einer Ablösung der konventionellen HDD, sehen wir vorläufig eher eine Koexistenz. Einer der bedeutendsten Faktoren dürfte hierbei die Speichergröße der SSDs sein: Erste Festplatten mit Kapazitäten von 1500GB sind bereits in den ersten Shops gelistet, während bei SSDs noch keine Variante mit mehr als 256GB im Handel zu finden ist. Für 2009 sind jedoch bereits größere SSDs im Formfaktor 2.5” vorgesehen, ebenso 30nm Speicherchips, welche der Datendichte zuträglich sein dürften. Bis dahin, und vor allem bis zur Deflation der SSD-Preise, wird das SSD ein Nischenprodukt bleiben, welches auf seine goldene Zukunft wartet.
 


Zum Abschluss dieses Tests möchten wir uns bei  Compustocx für die Bereitstellung dieser beiden Testmuster bedanken, die uns den Einstieg und tieferen Einblick in die Generation SSD ermöglicht haben. Vielen Dank! Weiterer Dank geht an den User ScoutX, welcher unserem Redakteur für den Tech-Exkurs gewinnbringend zur Seite stand. Auch hier, vielen Dank.





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