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Erscheinungsbild & Funktionsweise

Regelrecht nobel präsentiert sich die Verpackung. Auf Hochglanz getrimmt, offeriert Gigabyte sein Schmuckstück von der besten Seite. Silberne und profilierte Schriftzüge prangern an allen Seiten. Neugierige Blicke im Regal des Hardwarehändlers sind somit gewiss.


Dieser Effekt setzt sich mit Entnahme des Netzteils aus der Verpackung fort. Ein edler Eindruck wird vermittelt. Die Modefarbe Schwarz dominiert, ein silberner Gigabyte-Schriftzug wertet das Gehäuse weiter auf. Der Aufbau und die Verschraubung des Gehäuses selbst ist ein komplett anderer, als man ihn von den meisten Herstellern kennt. Während im Normalfall durch Entfernen von vier Schrauben im Deckel dieser gelöst und abgenommen werden kann, entwickelt sich dies beim Gigabyte zu einem kleinen Rätsel. An nahezu allen Seiten ist das Gehäuse mit dem Deckel verschraubt. Durchaus vorteilhaft, wird so die Verwindungssteifigkeit erhöht und Vibrationen vorgebeugt.

Ein großer Ausschnitt im Deckel ermöglicht den Blick auf die Bauteile im Inneren. Durch Verwendung von Wabengitter an Rückseite und einer Seitenwand präsentieren sich dem genaueren Betrachter zusätzlich die wuchtigen Kühlkörper. Rundum ein stimmiger Gesamteindruck! Somit ist das Gigabyte ODIN GT für den Einsatz in Gehäusen mit Seitenfenstern prädestiniert.

Werfen wir einen Blick auf die Konnektoren für alle Kabelstränge. Farblich markiert und zusätzlich beschriftet, ist ein Fehlanschließen unmöglich. Direkt neben den Anschlüssen für die Computerperipherie sind die Stecker für die Temperatursensoren sowie den Lüfteranschluss positioniert, für unseren Geschmack etwas zu dicht aneinander. Ein Abklemmen der Temperatursensoren gestaltet sich schwierig, da einerseits alle Kabel sehr straff einrasten und die zweite Reihe um 180 Grad gedreht ist und so die Einrastsicherung nur schwer erreicht werden kann: Fingerspitzengefühl und Feinmotorik sind gefragt.

Wie üblich in dieser Leistungsklasse, ist auch das ODIN GT 800 Watt für den Multi-GPU-Betrieb geeignet, eine entsprechende Zertifizierung seitens nVidia ist vorhanden. Insgesamt stehen vier 6+2pin PCIe-Anschlüsse zur Verfügung, warum eines um 10 cm kürzer ist, bleibt fraglich. Die Anschlussmöglichkeiten für Laufwerke oder anderer Geräte sind als ausreichend zu bezeichnen, größere RAID-Systeme sind jedoch nur mit Adapter umzusetzen, wenn auch optische Laufwerke mit einem SATA-Interface aufwarten. Die Länge der Kabel für den Anschluss am Mainboard entspricht mit 50 cm dem Standard, Nutzer von Bigtowern sollten hier allerdings vorsorglich nachmessen. Nennenswert: Praktisch und schön löst Gigabyte in unseren Augen die Versleevung des ATX-Kabelstrangs, einzelne Kabel sind durch die Kunststoffabdeckung nicht mehr sichtbar. Wie auch bei vielen anderen Herstellern, zweigt Gigabyte den 4pin Stecker für die Spannungsversorgung der CPU von dem 8pin Stecker ab, die Künste der Verfechter des Kabelmanagements sind also gefragt. Zu guter Letzt fällt noch ein dünnes Kabel ins Auge, welches man an dem Hauptstrang eines Netzteils so nicht vermutet. Dieses dient als Schnittstelle für die Übertragung der Daten an die Software.

Nachfolgend noch einmal alle Anschlussmöglichkeiten mit den entsprechenden Längen der einzelnen Stränge zusammengefasst:

  • Länge des ATX-Mainboard-Steckers: 50 cm
  • Länge des Steckers zur CPU-Spannungsversorgung: 50 cm (8pin), 65 cm (4pin)
  • Länge der 6+2pin PCIe-Stecker (4x): 60 cm, einmal 50 cm
  • Länge des 4pin-Molex-Strangs: 60 cm (erster Abgriff), 75 cm (zweiter Abgriff), 90 cm (dritter Abgriff)
  • Länge des 4pin-Molex-Floppy-Strangs: 50 cm (erster Abgriff), 65 cm (zweiter Abgriff), 80 cm (Floppy)
  • Länge der SATA-Stränge (2x): 60 cm (erster Abgriff), 75 cm (zweiter Abgriff), 90 cm (dritter Abgriff)



Bereits durch die verschiedenen Öffnungen ist ein Blick auf die Bauteile und die imposanten Kühlkörper im Inneren möglich. Wie immer lassen wir es uns jedoch nicht nehmen und inspizieren den Aufbau genauer. Nur so kann in Erfahrung gebracht werden, auf was für einen Lüfter der Hersteller setzt. In diesem Fall verrichtet ein Modell von Late Yoon die Arbeit. Kugelgelagert, maximal 2.800 Umdrehungen pro Minute, 140 mm Durchmesser und 0,78 Ampere sind die Eckdaten – ob hier ein geräuscharmer Betrieb möglich ist, bleibt abzuwarten.

Das ODIN GT steckt voller Überraschungen: Mit Inbetriebnahme entflieht dem Netzteil blaues Licht, obwohl der Lüfter keine LEDs beinhaltet. Gigabyte verbaut diese zwischen den Kühlkörpern und ermöglicht so den effektvollen Betrieb. Auch wenn dies auf den ersten Blick einfacher zu lösen gewesen wäre, zeigt sich der Grund dafür bei Verwendung der mitgelieferten Software. Dazu mehr auf der nächsten Seite.