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Swiftech Apogee GTZ SE - Testbericht

Erscheinungsbild & Funktionsweise

Das Talent zum glanzvollen Auftritt hat der Swiftech GTZ SE mit dem großen Löffel eingeflößt bekommen. Bis auf den Schriftzug Swiftech und die diagonal angeordneten G1/4" Gewinde, erinnert dabei jedoch nichts an seinen viel diskutierten Vorgänger. Frech und selbstbewusst hebt der Kalifornier sich von der hauseigenen Konkurrenz ab und strahlt mit teuren Autos um die Wette. Die zunächst nur vermutete hervorragende Verarbeitung bestätigt sich auch bei genauerem Hinsehen. Makellos ist der weich-runde Schriftzug GTZ in den ansonsten nur mit Swiftech-Logo verzierten Deckel gefräst. Auffällig, ohne jedoch zu stören, ist ein kleiner Punkt neben einem der Gewinde - er soll eine Hilfe bei der Montage sein und gibt den Wassereinlass vor. Vier kleine Torx-Schrauben, die vor allem in der Autoindustrie verwendet werden, befestigen die - ebenfalls verchromte - Montageblende am Kühlerdeckel, so dass der Kupferboden durch einen kleinen Spalt durchschimmert. Für diese Schrauben vermissten wir ein passendes Werkzeug, was wir Swiftech anraten beizulegen, da man es selten in Haushalten antrifft und der Kunde den Kühler somit nicht ohne weiteres öffnen kann.

Auch auf dem Rücken kann der Proband entzücken. Der Kühlerboden ist plan und sauber poliert, wie ein kleiner Spiegeltest mit den beigelegten Tüllen beweist. Ebenfalls positiv überrascht sind wir von der eigens für den Sockel 1366 entworfenen Backplate, die man als solche kaum mehr bezeichnen kann. Der quadratische Rahmen wird nicht, wie andere Lösungen, mit Abstandshaltern mühsam auf gleiche Höhe mit der standardmäßig am Sockel 1366 vorzufindenden Metallplatte gebracht, sondern verläuft um diese herum. Das erspart Montageaufwand und dürfte aufgrund der hohen Materialsteifigkeit einen gleichwertigen Effekt auf den Anpressdruck haben. Damit das Mainboard keinen Schaden nimmt und die Backplate auch an Ort und Stelle bleibt, ist sie mit selbstklebenden Schaumstoffstreifen versehen.

In seine Einzelteile zerlegt, offenbart der Apogee GTZ seine inneren Werte. Auch hier darf die Verarbeitung gelobt werden, die einen durchgängig hochqualitativen Eindruck macht. Doch werfen wir zuerst einen Blick auf die Unterseite des Deckels. Der Eingangsbereich des Wassers wurde großzügig ausgefräst, damit eine Verteilerplatte aus Plastik Platz findet, die das Wasser direkt auf den Kühlerboden befördert. Man könnte glatt auf die Idee kommen, dass Swiftech sich die Option einer verfeinerten (z.B. auf CPUs mit unterschiedlicher Kernanordnung abgestimmten) Düsenplatte offenhält.

Der obligatorische Dichtungsring wird ebenfalls in den Deckel eingelegt und ist zwecks Frühjahrsputz leicht zu entfernen. Ein Metallrahmen schließt den produktionsbedingen Abstand zwischen dem Deckel und der Bodenplatte.

Das Herz des Kühlers trägt ein Kreuz als Symbol, welches von einer CNC Maschine mit einer Genauigkeit von 225µm gefräst wurde. Laut Swiftech soll der GTZ seinem Vorgänger dadurch um eine 20% höhere Wärmeüberleitung profitieren. Doch nicht genug, die Bodenplatte des GTZ sei topographisch speziell auf Sockel 775/771/1366 und den kommenden 1156 abgestimmt und soll durch patentiertes Design zu 75-300% besserem Wärmedurchlasswiderstand führen (teilweise auch bei anderen Sockeln). Die Einbaurichtung ist in der beigelegten Montageanleitung auch eindeutig vom Hersteller vorgegeben und sollte vertikal sein. Näheres konnten mir mangels plauderfreudiger Entwickler leider nicht in Erfahrung bringen. Was man allerdings mit bloßem Auge sieht und beim Anblick des dünnen Bodens auch schon vermutet, ist eine sich unter dem Anpressdruck geringfügig an den Heatspreader anschmiegende Bodenplatte. Vergleichstests made by Swiftech mit dem Apogee GTX ergaben übrigens Temperaturunterschiede von bis zu 7,75K zugunsten des GTZ. Alles was wir dazu sagen können, ist dass die Kühlstruktur von der Feinheit her in der Tat vielversprechend aussieht - die Werte hingegen dürfen bis zu Ihrer Bestätigung mit einer ordentlichen Portion Skepsis hingenommen werden.