Testaufbau und durchgeführte Tests

Um die Sensoren miteinander zu vergleichen und die Unterschiede wirklich deutlich hervortreten zu lassen, haben wir uns gegen einen Test in einem realem System entschieden und dafür eigens einen Teststand aufgebaut. Mit diesem Teststand ist es möglich, komplette Druck-Durchfluss-Messkurven aufzunehmen. So kann trotzdem wieder ein Praxisbezug hergestellt werden, denn über das Druck-Durchfluss-Diagramm ist es möglich, den bei einem bestimmten Durchflusswert auftretenden Druckabfall am Sensor abzulesen. So kann sich jeder User darüber informieren, wie stark welcher Sensor in seinem Durchflussbereich bremst. Bei einem Test in einem realen System wäre die Vergleichbarkeit der Ergebnisse für andere Kreisläufe nur schwer zu gewährleisten gewesen, da jeder User einen anderen Kreislauf hat. Zwar bieten auch die Hersteller Druck-Durchfluss Diagramme ihrer Sensoren in den Datenblättern an, doch muss man sich darüber im Klaren sein, dass diese Diagramme von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich aufgenommen werden. Eine exakte Vergleichbarkeit ist aber nur unter gleichen Bedingungen möglich, und dafür haben wir gesorgt:

Für die Tests wurde jeder Durchflusssensor mit High-Flow Tüllen aus dem Hause Aquatuning versehen und an Ein- und Ausgang mit je 10cm 15,9/11,1er Masterkleer Schlauch verbunden. Bei den Sensoren mit Außengewinde erfolgte dies über Adapter und Reduzierstücke auf G1/4" Innengewinde, beim "Digmesa FHKUC 70 Schlauch" wurde der Masterkleer direkt auf den Tüllen fixiert. Nach dem Stück Masterkleer Schlauch folgte dann über zwei T-Stücke mit großem Innendurchmesser (12mm) der Abgriff für die Differenzdruckmessung über dem jeweiligem Sensor. Dafür stand uns ein digitales Druckmessgerät der Firma Wöhler (Modell DC 17) zur Verfügung, das eine Auflösung von 0,1 mbar bei weniger als 3% Abweichung bietet. Das ist um Längen besser, als man es mit einem herkömmlichen Zeigermanometer jemals erreichen könnte, wir haben somit absolut professionelles Equipment am Start. Auf der Auslassseite der Sensoren wurde nach dem Abgriff für die Differenzdruckmessung noch ein G 3/8" Kugelhahn mit großem Innenquerschnitt installiert, um die Durchflussmenge regulieren zu können. Als Pumpe kam eine Laing Ultra (Revision mit rotem Rotor) mit am Einlass auf 11mm aufgebohrtem Alphacool-Deckel zum Einsatz. Als Ausgleichsbehälter diente ein EK MultioptionRes 200. Alle Teile, bis auf das kleine Stück an den Sensoren, wurden mit High-Flow Tüllen und 19/13er ClearFlex verschlaucht. Somit ist der Teststand so ausgelegt, dass er selbst kaum den Durchfluss hemmt und man kann sicher gehen, dass nur die zu testenden Sensoren den Durchfluss limitieren.

 

Die Durchflussmessung erledigte jeder Prüfling selbst über den Anschluss an den bigNG. Der Durchfluss wurde dabei per Kugelhahn zur Aufnahme der Kurven pro Messpunkt immer um ca. 10 l/h erhöht und der zum Durchflusswert gehörende Druckabfall über dem Sensor wurde aufgenommen. Gelegentlich schwankte dieser Wert um wenige mbar, was auf das Pulsieren der Pumpe gerade bei niedrigen Durchflussmengen zurückzuführen ist. In diesen Fällen wurde der Mittelwert, um den die Schwankungen lagen, notiert. Dadurch, dass die Durchflussmessung von jedem Sensor selbst erledigt wurde, fließt dort natürlich auch die Genauigkeit der Sensoren mit ein. Es ist also durchaus möglich, dass nicht 100% Genauigkeit erreicht wurden. Trotzdem ist die Genauigkeit der Messung für diesen Vergleich mehr als ausreichend, wie auch die aufgenommenen Diagramme noch zeigen werden. Pro Sensor wurden bis zu 60 Messpunkte aufgenommen.

Um zu überprüfen, ob die gemessenen Durchflusswerte auch der Realität entsprechen, wurde mehrmals in Stichproben ausgelitert. Hierbei ließen sich bei keinem Sensor nennenswerte Abweichungen zum angezeigtem Wert feststellen, die über den Toleranzgrenzen der Hersteller lagen. Zusätzlich dazu wurden jeweils drei der Sensoren hintereinander geschaltet und daraufhin überprüft, ob sie auch alle den gleichen Durchflusswert ausgeben. Auch das war innerhalb der von den Herstellern angegebenen Genauigkeiten der Fall.

Kommen wir zu den aufgenommenen Messwerten: