GMR AFS1-T Typ 1



(Testeinstellungen: 492 Impulse/l, Messfenster: 2s)

Noch ganz frisch sind die Sensoren der Firma Gross-Mess-Regeltechnik, die im Auftrag für Alphacool entwickelt und gefertigt werden. Diese Sensoren sind so neu, dass uns vom Hersteller Vorserienexemplare geschickt wurden, an deren Aufbau sich aber laut Hersteller bis zur Markteinführung nichts mehr ändern wird. Selbst die Impulsrate des Sensors war noch nicht eindeutig bekannt, vom Hersteller wurden uns zunächst zwei unterschiedliche Werte genannt (492 Impulse/l und 600 Impulse/l). Mit Hilfe des Datenblattes und einer In-Reihe-Schaltung des Sensors mit dem SF800 und dem "Digmesa FHKUC 70 Schlauch" gelang es uns, die Impulsrate von 492 Impulsen/l als die Richtige zu identifizieren. Dieser Wert wurde uns dann nach Rückfrage beim Hersteller auch noch einmal bestätigt und zum Test freigegeben. Mit dieser Impulsrate ist beim Aquaero wie oben beschrieben nur eine Messung bis zu ca. 258 l/h möglich, beim bigNG mussten wir das Messfenster auf 2s reduzieren, um über den vollen Durchflussbereich messen zu können.

Und dieser Durchflussbereich ist wahrlich imposant. Bei 60 l/h startet der Messbereich und bis zu 660 l/h ließ der Sensor auf unserem Teststand zu. Dabei verursachte er nur einen Druckabfall von ca. 120mbar. Einen weniger restriktiven Sensor wird man kaum finden. Leider scheint diese Bauweise aber der Genauigkeit nicht so sehr zuträglich zu sein. So gibt der Hersteller für diesen Sensor im Bereich von 60 l/h bis 180 l/h eine mögliche Abweichung von bis zu +/-10% an. Im darüber liegendem Bereich kann die Abweichung immerhin bis zu +/-8% betragen. Verdeutlichen kann man sich diese Zahlen in den Diagrammen mit Fehlerindikatoren. Allerdings sei gesagt, dass diese Zahlen für unser Vorserienexemplar gelten! Laut Aussage des Herstellers will man in der Serie eine Genauigkeit von +/-4% oder besser erreichen. Beim Test des Sensors entstand ab ca. 280 l/h ein leichtes Geräusch, allerdings blieb der Sensor auch in höheren Durchflussbereichen angenehm leise und war nur etwas lauter, als der "Digmesa FHKUC 70 Schlauch".

Als Besonderheit wird es diesen Sensor im Handel voraussichtlich in drei Varianten geben: Eine Ausführung aus unbehandeltem Messing (Bezeichung AFS1-B), eine Ausführung aus schwarzem, glasfaserverstärktem Kunststoff (AFS1-N) und die hier getestete Ausführung aus transparentem Kunststoff (AFS1-T). Uns standen alle 3 Varianten zur Verfügung, eine stichprobenartige Messung der anderen Varianten förderte keinen nennenswerten Unterschied zu Tage. Die transparente Ausführung erlaubt als besonderes Highlight den Blick direkt auf den sich drehenden Messrotor.  Der Sensor verfügt über ein G1/2" Außengewinde, es sind also auch hier Gewindeadapter oder passende Spezialanschlüsse nötig. Der Anschluss an die üblichen Steuerungen ist hingegen problemlos möglich, der Sensor besitzt von Haus aus ein passendes Anschlusskabel (bei unseren Vorserienmustern war dies noch falsch gepolt, aber man versicherte uns, dass dieses Problem in der Serie nicht mehr besteht). Außerdem ist seitens des Herstellers noch eine kleine Platine geplant, die das Signal des Sensors für den direkten Anschluss an den Lüfteranschluss eines Mainboards "übersetzt". Damit wäre dann auch eine einfache Durchflussüberwachung ganz ohne eine spezielle Steuerung möglich.

Fassen wir zusammen: Dieser Sensor empfiehlt sich für jeden, der minimalen Widerstand will. Auch Nutzer schwächerer Pumpen mit durchflussoptimierten Kreisläufen können einen Blick auf den Sensor werfen, denn schon ab 60 l/h ist eine Messung möglich. Für User, die auf eine genaue Messung bei niedrigem Widerstand Wert legen, ist aber der "Digmesa FHKUC 70 Schlauch" die bessere Alternative, da er einen ähnlich geringen Widerstand und eine größere Genauigkeit bietet. Für ambitionierte Tests von Wasserkühlungskomponenten ist der Sensor wegen der möglichen großen Abweichungen nicht zu empfehlen.


Zusammenfassung:

Vorteile:

+ Sehr geringer Durchflusswiderstand
+ Einfacher Anschluss an gängige Steuerungen
+ Geräuschentwicklung erst in hohen Durchflussregionen, und selbst dann relativ leise
+ Voraussichtlich sehr günstig
+ Voraussichtlich in drei Varianten erhältlich

Nachteile:

- Große Messtoleranz (soll in der Serie noch halbiert werden)
- Gewindeadapter zum Anschluss benötigt
- Anschlusskabel sehr kurz (kann mit normaler Lüfterverlängerung verlängert werden)

Bezugsquellen:

Noch nicht im Handel verfügbar. Wird aber in einigen Wochen bei den bekannten Anbietern erhältlich sein. Der Preis soll laut unseren Informationen im Bereich von ca. 16 Euro liegen.