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Phobya CPU Wasserkühler (Sockel 775,1156,1366,AM2,AM3) - Testbericht

Erscheinungsbild & Funktionsweise

In klassischem und zeitlosem Schwarz präsentiert sich das Gemeinschaftsprojekt Phobya. Völlig unklassisch hingegen ist das verwendete Material für den Deckel. Schwarzes Acryl ist bisher einzigartig. Da sich über Geschmack bekanntlich vortrefflich streiten lässt, leisten wir uns kein Urteil über das Erscheinungsbild des Kühlers. Eine Meinung erlauben wir uns dennoch, und die fällt positiv aus. Simpel und ansprechend fällt der Phobya ins Auge, ohne es mit Spielereien zu strapazieren. Robust ist der Look auf alle Fälle, denn weder Fingerabdrücke noch Lackabplatzer werden für Ärger sorgen.

Betrachtet man das Produkt etwas näher, wird man auf die dünne Bodenplatte aufmerksam, welche mit nur 1mm Restbodenstärke dem Trend der Leistungssteigerung und Materialsparsamkeit gleichermaßen huldigt (ein dünner Boden bedeutet weniger Hindernis für die Wärme zwischen CPU und Wasser, ergo ein besseres Kühlergebnis). Fragen wirft hingegen der dicke Deckel auf. Was steckt drinnen? Aufschrauben, lautet die Devise!

Selbst für erfahrene User dürfte ein Blick auf das Herz des Kühlers für Überraschungen sorgen. Die Düsenplatte ist mit ganzen 65 Düsen völlig untypisch gestaltet und steht in krassem Gegensatz zum klassisch auftretenden Mikrostrukturboden. Dieser verspricht durch eine neue Verfahrenstechnik in der Herstellung eine hohe Kühloberfläche. Doch auch dem zwischenzeitlich zur Seite gelegten Deckel sollte Aufmerksamkeit geschenkt werden. Von Innen betrachtet, erweist sich die aufwendige Art der Wasserführung umgehend als Blickfang. Vom Eingang des Kühlers wird das Wasser zunächst in einer großzügig ausgelegten Struktur, die an zwei verschmolzene H erinnert, auf die gesamte Fläche der Düsenplatte verteilt. Durch die zahlreichen Düsen trifft das beschleunigte Wasser auf den Boden, von wo aus es schließlich, nach getaner Arbeit, über einen umlaufenden Rückführkanal zum Ausgang des Kühlers geleitet wird. Die Düsenplatte ist auch auf der zum Boden gewandten Seite bearbeitet worden. Ziel des Herstellers ist es, die Wasserführung über der Kühlstruktur weiter zu optimieren. In wie weit sich das tatsächlich auf die Kühlleistung auswirkt, können wir nicht überprüfen. Gewiss ist aber, dass der Phobya die bis Dato aufwendigste Düsenplatte am Markt hat und alleine dadurch das Herz eines jeden technikaffinen Users höher schlagen lässt! Über 8 Gewindehülsen wird der Kühlboden durch den Deckel mit dem Rest des Kühlers verschraubt und somit das ganze Paket sicher zusammengehalten.

Eine Bemerkung noch für alle Bastler: Ist der Kühler einmal vollständig demontiert, ist es eine wahre Sisyphusarbeit, ihn wieder zusammenzusetzen. Schuld daran sind die acht losen Gewindehülsen in Kombination mit der ungewöhnlich geformten Nut für die Dichtung und dem etwas zu langen Dichtungsring. Es sollte also jeder, auf die Idee kommt, den Kühler mal von innen sehen oder reinigen zu wollen, eine gehörige Portion Zeit, Geduld und Fingerspitzengefühl mitbringen. Für verunreinigte Kühler ist das eine schlechte Nachricht. Einmal richtig montiert, ist der Kühler immerhin 100%ig Dicht - ebenso im Auslieferungszustand.

Der Form halber noch ein paar Worte zur Montage. Ohne den Ausbau des Mainboards kann der Kühler nicht angeschraubt werden. Mit den beiliegenden Muttern werden die Schrauben in den vorgesehenen Löchern befestigt, darauf wird der Kühler geschoben und mit Federn sowie Rändelschrauben auf die CPU gepresst. Die Unterlegscheiben werden zwischen Mainboard und Mutter benötigt.
Bei der Installation des Kühlers sollte unbedingt auf ein gleichmäßiges Anschrauben geachtet werden, da die Härte der Federn sonst schnell zu deutlichen Unterschieden im Anpressdruck führt.
Summa summarum lässt sich also sagen, dass die Montage bequemer und sicherer, aber auch komplizierter sein könnte.

Nun aber zur Leistung. Was kann der Käufer vom Phobya erwarten?