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Aqua Computer Cuplex HD (Sockel 478,775,1156,1366,AM2,AM3,939) - Testbericht

 

Lange Zeit galt  Aqua Computer in der seltsamen Gemeinde der mit Wasser kühlenden Computer-Freaks als verschrobene Schmiede, die gerne ihre eigenen Süppchen kocht. Mit beinahe bewundernswert hartnäckiger - aber auch ermüdender - Regelmäßigkeit wagten es die Außenstehenden, ketzerische Kritik an den Ansichts- und Bauweisen der Gleichener zu üben. Doch die sich zur Aqua Computer-Bibel Bekennenden erwiesen sich als wahrhaft stoische Prediger, die unbeirrt und mit unbestechlichen Argumenten ihren Glauben vertraten. Lange Jahre mussten die Trompeten geblasen werden, ehe das Mauerwerk zu bröckeln begann. Der Entwickler schickte sich tatsächlich an, unzählige Male wiederholte Wünsche der Stammkäuferschaft und der potenziellen Kunden in seiner Produktreihe zu berücksichtigen. Was keiner für möglich hielt, feierte einerseits willkommenen, andererseits argwöhnisch betrachteten, schleichenden Einzug, sowohl bei Neuheiten als auch bei Klassikern: Das G1/4" Gewinde. Plötzlich schien alles möglich. Und tatsächlich, die Aqua-Computer-Mannen überraschten mit immer mehr Produkten, sogar mit Kupferkomplettkühlern für Grafikkarten, welche die Jahre zuvor als imaginäre Teufeleien im Haifischbecken des Herstellerforums ein unbestreitbar gefährliches Leben führten. So macht man neuerdings selbst seiner hauseigenen Entwicklung, der Aquastream, Konkurrenz, indem auch Produkte für die Laing DDC entwickelt und verkauft werden. Den Kernkompetenzen des Unternehmens treu bleibend, wagte man also den Schritt aus der Nische und mischt nun kräftig im "Massenmarkt" der Wasserkühlung für Enthusiasten mit.

Mit dem Cuplex HD bekamen wir einen aktuellen CPU-Kühler von Aqua Computer zugeschickt, der die prunkvolle Garderobe seines großen Bruders Cuplex XT Di abgelegt hat und bei gleicher Leistung durch Kosteneffizienz überzeugen soll. Aqua Computer und Kosteneffizienz. Wir lassen uns diese Idee auf der Zunge zergehen, bevor wir uns ernsthaft fragen, ob das tatsächlich möglich sein könnte.

Warum eigentlich nicht?

 

Lieferumfang & technische Daten

Wer des Öfteren ein Produkt bei Aqua Computer kauft, hat vermutlich bereits mehrere von ihnen zu Hause. Gemeint ist die altbekannte kleine Verpackung, die auch unserem Testsample als sichere Unterkunft diente, bis es bei einem unserer zahlreichen Fotografen rücksichtslos ans Tageslicht gezerrt wurde. Zeitlos schön, aber vor allem ihrem Zweck gerecht werdend, vermittelt sie einem stets aufs Neue das Gefühl, dass auch die Konkurrenz gerne ein bisschen ansehnliche Farbe auf ihre Kartons drucken könnte.
Dem Kühler beigelegt ist die obligatorische Befestigung für die Montage auf der CPU, in unserem Fall für Intels Sockel 1366. Sie besteht aus vier ausreichend langen Kreuzschlitz-Schrauben, den dazu passenden Muttern, Unterlegschreiben und Rändelschrauben. Auch vier Federn für den Anpressdruck sind dabei. Mehr gibt die Schachtel nicht her. Das wiederum lässt den Eindruck aufkommen, dass der Hersteller besser in Ersatzkleinteile, Wärmeleitpaste, einen passenden Schraubenschlüssel, auf alle Fälle eine Bedienungsanleitung investiert oder aber eine Backplate hätte, als die Spesen gerade der ansonsten doch eher nutzlosen Verpackung zukommen zu lassen. Hier zielt das Streben nach "einem höchst attraktiven Preis" (Zitat Aqua Computer) für den Cuplex HD vielleicht über das Ziel hinaus. Die Backplate kann man übrigens für ein Entgeld von 5,90€ beim Hersteller kaufen. Diese Idee gefiel uns schon bei unserer letzten Review zum Watercool Heatkiller 3.0 nicht besonders, darum mosern wir auch hier.
Die Bedienungsanleitung vermissten wir übrigens nicht nur bei unserem Sample, sondern auch online auf www.aquacomputer.de. Im Herstellerforum konnte die Community jedoch Abhilfe schaffen und verlinkte auf eine Videoanleitung des ModMyMachine-Teams, eine Initiative des mittlerweile geschlossenen Aqua Computer Geschäfts in Berlin. Zwar ist diese Anleitung bereits etwas älter und bezieht sich nicht direkt auf den von uns getesteten Kühler, da sich das Montageprinzip jedoch bei allen CPU-Kühlern aus dem Hause Aqua Computer gleicht, ist sie sehr hilfreich.

Unser dringender Rat lautet trotzdem: Nachbessern! Eine Anleitung auf einem Blatt Papier vermittelt Sicherheit bei der Montage.

Für alle Neulinge, hier ein paar wenige Sätze zur Montage: Zunächst schiebt man einen der Plastikringe auf eine lange Schraube, welche dann von der Rückseite des Mainbaords durch eines der vier Löcher des Sockels geschoben wird. Am besten stellt man das Mainboard hierzu hochkant auf einen festen und ungefährlichen Untergrund (z.B. Holztisch oder ein großes Buch), da man die Schraube so von beiden Seiten anpacken kann. Hat man die Schraube im Loch versenkt, wird sie nun mit einer zweiten Plastikscheibe von der Vorderseite des Mainboards bestückt und mit einer der vier kleinen Muttern gekontert. Die Muttern müssen so fest angezogen werden, dass die Schraube sich nicht mehr bewegen lässt. Diesen Vorgang wiederholt man mit den verbleibenden drei Schrauben. Sitzt die CPU noch nicht im Sockel, ist dies nun nachzuholen. Dann muss der Heatspreader mit einem dünnen Film Wärmeleitpaste bestrichen werden (dieser kann mit einem Spatel, einer Bankkarte oder schlicht und ergreifend den Fingern verteilt werden), sodass der gesamte Heatspreader des Prozessors bedeckt ist. Dann wird der Kühler mit vorher montierten Anschlüssen auf die Schrauben geschoben. Wie herum wird von Aqua Computer nicht näher spezifiziert. Unser Test gibt hierzu nähere Anhaltspunkte. Nun wirft man je eine Feder über die Schrauben und Kühler und sorgt mit den Rändelschrauben für den nötigen Anpressdruck. Bitte immer über Kreuz anziehen! Das Mainboard sollte sich dabei nicht biegen, zu schwach darf der Anpressdruck jedoch auch nicht ausfallen. Bei diesem Kühler sollte zwischen die Federn noch ein Blatt Papier passen, nicht mehr und nicht weniger. Wichtig ist außerdem, dass der Anpressdruck bei allen vier Schrauben gleich ist, damit der Kühler nicht verkantet.

Widmen wir uns kurz den technischen Daten des Probanden, bevor wir ihn näher unter die Lupe nehmen.

Erhältlich ist der Cuplex HD nicht nur in unserer Version für den Sockel 1366, sondern ebenfalls für Intels Sockel 771/604/603, 775/478 und 1156, sowie AMDs Plattformen AM3/AM2/939/754. Die Halterungen sind selbstverständlich austauschbar und die Erfahrungen mit dem Hersteller geben guten Grund zur Annahme, dass die Sockelkompatibiltät auch mit künftigen Plattformen gewährleistet sein wird.

Weitere Daten konnten wir auf der Herstellerwebsite nicht auftreiben und das ist auch gar nicht schlimm. Wen interessieren schon Spezifikationen bei Wasserkühlern? Sich problemlos montieren lassen, gut kühlen und gut aussehen soll er! Dann interessiert sich unsereins auch nicht für überwiegend unnütze Angaben zu Gewicht oder Maßen. Also weiter im Text!