Alltagsbetrieb & Praxistest


Um es vorweg zu nehmen: Das Thermaltake Muse X-Duo schlägt sich bis auf eine einzige Ausnahme sehr gut im Praxistest. Diese Ausnahme ist der bereits vorher schon angesprochene, nervenaufreibende Lüfter.
Ansonsten kann das Gerät jedoch überzeugen. Nach circa einer Minute Bootzeit ist das NAS im Netzwerk verfügbar. Die Einrichtung klappt problemlos, auch wenn nicht immer alles gleich intuitiv von der Hand geht. Wenn es irgendwo nicht weitergeht, hilft das Handbuch sofort. Zudem werden die meisten User die komplette Ersteinrichtung nur einmal durchlaufen. Das Menü für die Einrichtung der Benutzer und der Freigaben ist sehr übersichtlich gegliedert und gibt keine Rätsel auf. Für weniger bewanderte User bietet das Handbuch umgehende Hilfe, sodass auch Laien das Muse X-Duo einrichten können.
Ein Schwachpunkt, der oftmals bei NAS-Systemen für den Heimgebrauch auftritt, sind die maximalen Übertragungsraten. Häufig werden die Geräte mit Gigabit-Ethernet-Schnittstelle beworben, in der Praxis erreichen die Geräte dann nicht mal die Werte eines 100MBit-Netzwerkes. In der Theorie sollten in einem Gigabit-Netzwerk die Festplatten als Datenengpass fungieren, sprich die langsamsten Komponenten sein. Die in unserem Fall verwendeten Festplatten vom Typ Samsung HD501LJ haben eine Geschwindigkeit von ca. 65 bis 70 MByte pro Sekunde, was bedeutet, dass dieser Wert auch ungefähr von dem NAS erreichbar sein müsste. In der Praxis liegt dieser Wert jedoch, teilweise deutlich, niedriger, da zusätzlich noch die Datenpakete umgewandelt werden müssen, um per Ethernet übertragen zu werden.
Dennoch hält sich der Proband ganz ordentlich: Als Maximalwert konnten wir 35MB/sec vermerken, der Durchschnitt lag bei immer noch guten 26MB/sec. Das sind Regionen, die sonst oftmals nur wesentlich teurere Geräte erreichen. Im Betrieb in einem 100MBit-Netzwerk bleibt das Muse X-Duo natürlich hinter seinen Möglichkeiten zurück. Trotzdem wird die maximal theoretische Bandbreite gut genutzt, wir erreichten sowohl im Durchschnitt als auch als Maximum rund 10MB/sec.


Ebenfalls ein Punkt, den der Nutzer nicht verachten sollte, ist die Leistungsaufnahme des NAS. Im Leerlauf betrug diese mit zwei Samsung HD501LJ 500GB Festplatten 26,9 Watt. Wurde auf den Netzwerkspeicher zugegriffen, bzw. Daten kopiert, erhöhte sich dieser Wert um 1,5 Watt. In Anbetracht der Tatsache, dass alleine die Festplatten zusammen ca. 16,4W im Leerlauf und 19W während der Zugriffe benötigen, ist dies ein akzeptabler Wert. Selbst ein kleiner und sparsam dimensionierter Fileserver würde mehr elektrische Leistung benötigen. Außerdem sehr gut: Aus bedeutet auch aus. Ist der Schalter an der Rückseite einmal umgelegt, geht kein einziges Watt mehr durch die Leitung.