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Schlussbetrachtung des Super Talent Teradrive FT 100GB SSDs

 

Ein neuer Controller, versteckt in einem Super Talent SSD mit dem Namen Teradrive FT, hat Einzug in unsere Hallen gehalten: SandForce, in der "kleinen" 1200er-Variante. Der Einstand war schwer, doch zuerst die obligatorischen, abschließenden Betrachtungen.

 

Verarbeitung & Lieferumfang

Äußerlich entspricht sowohl die Verpackung als auch das SSD und deren Lieferumfang dem bereits getesteten Ultradrive GX2. Ein solides Kunststoffgehäuse gepaart mit einer Bedienungsanleitung in einer Pappschachtel. Zwar ist der Lieferumfang gleich Null, die Verarbeitung des Drive an sich aber ohne Mangel.

 

Leistung

Der sicherlich interessanteste Punkt dieser Review: Ja, SandForce-SSDs sind schnell - und schneller als das Consumer-SSD der Intel-Schmiede, welches bislang oft angefochtenen, aber unbehelligt die Spitze darstellte. Allerdings wird der Sieg nur von kurzer Dauer sein, schließlich ist der Intel-Controller schon eine geraume Zeit am Markt, weiterhin ist der Leistungsvorsprung denkbar knapp. 2%, wie das folgende Diagramm zeigt, gemittelt über alle durchgeführten Tests. Wenn man sich im Weiteren den Preis des SSDs auf der Zunge zergehen lässt, dürfte ein weitere Grund für die Fragilität des Sieges ersichtlich werden.

 

Modell   % AS CDM HDTune h2bench IOMeter FCTest Praxis MaxxPI
Super Talent Teradrive FT 100GB 100 86 100 100 87 100 91 100 100
Intel X25-M 160GB 98 100 92 91 100 94 99 98 77
Corsair Nova V128 128GB 88 86 82 84 78 61 89 99 92
Super Talent Ultradrive GX2 128GB 82 74 74 88 54 54 100 94 85
Kingston V+ Serie 128GB 77 75 71 69 64 49 100 96 65
WD Caviar Black 1TB (HDD) 40 36 28 16 23 24 53 78 46

 

Unsere Benchmarks repräsentieren eine gesunde Mischung aus synthetischen Benchmarks und Praxistests, deren Ergebnisse wiederum kombiniert gut die reale Leistung eines Speichermediums abbilden, denn auch die sogenannten Praxistests von AS SSD, FCTest oder auch MaxxPI, idealisieren die Bedingungen.

 

 

Preis

Für den Kauf ein wichtiges, wenn nicht sogar das ausschlaggebende Argument. Zur Zeit der Reviewerstellung betrugen die Einzelpreise der Modelle wie folgt.

 

Preise & Preisverhältnis je Gigabyte Kapazität

 

Wir formulieren diesen Punkt knapp und deutlich: Wer um Himmels Willen gibt das doppelte für 2% mehr Leistung aus? Genau so sieht das Verhältnis aus, wenn man den Preis pro Gigabyte auf das Leistungsplus umlegt. Selbst die "überteuerte" Intel ist im Vergleich ein wahres Schnäppchen. Als Technologiestudie vertretbar, aber nicht als Produkt für einen Käufermarkt, der sich nicht an technischen Finessen oder Zahlen auf dem Papier orientiert, sondern in heutigen Zeiten leider mehr denn je, nach dem Kassenstand.

 

 

 

Fazit & Awardvergabe

Technische ein gutes Produkt, welches auf unserem System jedoch, erstmalig bei SSD-Tests, für einiges an Kopfzerbrechen sorgte. Beginnen wir der Reihe nach:

  • Das Drive konnte nicht an einem SATA-6Gb/s (SATA3) -Port betrieben werden (alle anderen gestesteten SSDs funktionierten problemlos und wurden auch daran getestet).
  • Das Drive zeigt im IDE-Modus komplett andere Leistungswerte, aber unterstützt dann nicht das TRIM-Command.
  • Das Drive wurde oftmals nicht im BIOS angezeigt und versagte am AMD-Controller auf dem Mainboard komplett seinen Dienst, sofern im AHCI-Modus. Unter Windows war es dann vorhanden, manche Benchmark-Tools (v.a. HD Tune) erkannten das Drive dennoch nicht.
  • Bislang waren die Ergebnisse keines anderen SSDs innerhalb der verschiedenen Tests derart inkonsistent.
  • h2benchw zeigte das Drive als im UDMA-5-Modus, statt UDMA-6 (welches dem SATA2-Standard entspricht) operierend. Die Leistungen wurden je nach Mainboard-Controller auch auf 150MB/s limitiert (wir haben für die Tests den schnelleren Controller gewählt)
  • CrystalDiskInfo zeigte keinen korrekten Status des SSDs an (vermutlich der Aktualität des SSDs geschuldet)
  • Die Temperatur des SSD wurde mit einem Wert von 128°C (!) ausgegeben, Diagnose-Tools spuckten regelmäßig Warnmeldungen.

Beim überfliegen dieser Punkte, muss ich im Hinblick auf die Mail an Super Talent tief einatmen. Aber leider kommt es noch dicker: Der Preis ist unrechtmäßig hoch, ein Lieferumfang nicht vorhanden, der Leistungsvorsprung gering und die Herstellerangaben in Sachen sequentielle Lese- und Schreibraten wurden weit unterschritten. Super Talent hat einen hohen Preis gezahlt, um Intel zu schlagen und mit SandForce an der Seite ist es Ihnen - genau wie allen anderen Herstellern von SSDs mit diesem Controller - gelungen. Sinken die Preise jedoch nicht dramatisch oder entpuppt sich unser hier getestetes Modell als "faulty", stehen jüngste SF-Hersteller-Jointventures generell unter keinem guten Stern. Wir gehen davon aus, zeitnah ein weiteres SandForce-1200-Modell eines anderen Herstellers zur Verfügung zu haben: Dann wird sich zeigen, ob die Ergebnisse dieser Review bestätigt werden. Dennoch ist auch dieser Punkt wieder kritisch zu sehen, auch jetzt schon sind mehrere Versionen des SF-1200 im Umlauf - neuere und ältere. Daher schließen wir vorerst ohne endgültige Wertung zu SandForce-SSDs und verbleiben mit besten Grüßen.

 

 

 Sollten Fragen offen sein, zögern Sie nicht, diese zu stellen.

Abschließend bedanken wir uns dennoch vielmals bei Super Talent für die Leihgabe des SSDs - Vielen Dank!

 


 

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