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Schlussbetrachtung der sechs 64GB SSDs - Intel bleibt ungeschlagen

 

Eine Zeit intensivsten Testens geht mit dem Fazit dieses ersten SSD-Roundups zu Ende: Die zusammenfassenden Eindrücke geben wir nun in knapper Form wieder und schließen mit der Vergabe der Awards.

Verarbeitung & Lieferumfang

Hier kann insbesondere Patriot punkten und liefert neben einer SSD in schwarz eloxiertem Aluminium gleich noch einen Einbaurahmen selber Machart mit dazu. Aber auch die ebenso sauber und solide verarbeitete Mushkin SSD samt Transportbox oder die leichtere, aber ebenso hochwertig wirkende A-DATA SSD samt USB-Kabel sind die Erwähnung wert. Auch die günstige Kingston hinterlässt einen guten Eindruck und da in verschiedenen Bundles angeboten, stimmt auch hier der Lieferumfang, auch wenn dieser eher als Beigabe zu verstehen ist: Das Notebook-Bundle bietet ein einfaches Kunststoffgehäuse für die SSD,  das Desktop-Bundle einfache Einbauwinkel aus Blech und ein Stromkabel. Einzig die Silicon Power SSD mit einem reinen Kunststoffgehäuse wirkt neben den anderen Probanden etwas weniger hochwertig. Allerdings bietet sie eine schicke Carbon-Optik, ist extrem leicht und könnte dank USB-Anschluss ein möglicher Begleiter für unterwegs werden.

Leistung

Alle SSDs verhelfen spürbar zu mehr Leistung, die Unterschiede sind subjektiv betrachtet recht gering. Durch vorhandenen TRIM-Support wird die Leistung auch mit der Zeit nicht mehr so stark nachlassen, wie bei Modellen ohne diese Funktion. Auch ein "Stottern" ist während des Arbeitens oder Spielens selbst nicht feststellbar. Ganz klar muss jedoch hervorgehoben werden, dass Indilinx oder Intel in Sachen Controller definitiv den JMicron-basierten SSDs vorzuziehen sind. Diese neigen dazu, in verschiedenen Szenarien einzubrechen, wie beispielsweise auch die Screenshots von HDTune zeigen.

Windows 7 bzw. der Linux  2.6.28 sind Pflicht, sonst ist eine ganze Liste von Dingen zu beachten, welche manuell eingestellt, gesucht, installiert und regelmäßig ausgeführt werden müssen, damit die SSD auch immer mit der gewünschten Leistung arbeitet. Alle SSDs verrichteten mit Mainboard-Controllern im AHCI-Modus einwandfrei ihren Dienst, signifikante Unterschiede in der Leistung im älteren IDE-Modus waren nicht feststellbar. Folgende Tabelle bildet die prozentualen Leistungsunterschiede aus allen Tests ab, bezogen auf die schnellste SSD im Testfeld. Die Werte können Durch einen Klick auf die Spaltenüberschrift sortiert werden.

 

Modell   CDM AS HDTune IOMeter FCTest Praxis h2bench MaxxPI %
Intel X25-M 160GB 100 100 97 100 99 100 100 92 100
Mushkin IO 64GB 65 64 100 51 87 100 99 100 84
Patriot Torqx 64GB 64 65 96 52 86 100 99 99 84
Crucial M225 64GB 65 67 93 53 81 99 98 100 83
Silicon Power E10 64GB 74 70 71 60 100 98 64 99 81
Kingston G2 V-Serie 64GB 67 55 77 53 86 88 63 86 73
A-DATA S596 64GB 32 55 61 50 82 96 54 75 64
Samsung F1 320GB (HDD) 29 40 15 31 64 75 35 65 45
WD Caviar 160GB (HDD 2.5") 14 16 8 13 26 62 16 27 23

 

Unsere Benchmarks repräsentieren eine gesunde Mischung aus synthetischen Benchmarks und Praxistests, deren Ergebnisse wiederum kombiniert gut die reale Leistung eines Speichermediums abbilden, denn auch die sogenannten Praxistests von AS SSD, FCTest oder auch MaxxPI, idealisieren die Bedingungen.

Obiges Diagramm zeigt die prozentualen Abweichungen aus den durchgeführten Tests zum jeweiligen Testsieger, ein kombinierter Index ist am Ende angegeben. Die Intel SSD führt das Feld an, die drei Indilinx SSDs von Patriot, Mushkin und Crucial sichern sich zusammen den 2. Rang, auf Platz 3 mit geringem Abstand kann sich die JMicron SSD von Silicon Power setzen. Wie auch schon im Verlauf der Tests ersichtlich, kann die A-DATA SSD trotz ihres größeren und schnelleren Cache-Puffers und dem selben Controller, wie die Silicon Power (JMicron 612, A-DATA: Elpida 128MB DDR2-800 | Silicon Power: Elpida 64MB DDR2-667), nicht im Hauptfeld mitlaufen. Die geringere Leistung könnte in der Wahl des Flash-Speichers begründet liegen und somit markiert die A-DATA das Schlusslicht gegen die zugegebenermaßen starken Mitbewerber. A-DATA wurde über diesen Sachverhalt informiert und ist dabei, ein Firmware-Update bereitzustellen. Ein Nachtest wird hier Aufschluss bringen. Die Kingston SSD mit dem JMicron 618-Controller schlägt sich verhältnismäßig gut. Grob gewogen kann man insgesamt von doppelter Leistung einer SSD über eine HDD sprechen.

Preis

Für den Kauf ein wichtiges, wenn nicht sogar das ausschlaggebende Argument. Zur Zeit der Reviewerstellung betrugen die Einzelpreise der Modelle wie folgt.

 

Preise & Preisverhältnis je Gigabyte Kapazität

 

Der Preis spricht, wie unschwer zu erkennen, für die Kingston SSD. Dennoch muss man hierbei für das gesparte Geld doch einiges an Leistung einbüßen. Die nächste Stufe spricht für Crucial und Mushkin - Die Mushkin liefert ein Quäntchen mehr Leistung und kostet ebenso wenig mehr. Wer gleich einen Einbaurahmen für sein PC-System (passend z.B. zu schwarzen Lian Li-Aluminiumgehäusen) benötigt, ist ebenso mit der Patriot-SSD bestens bedient. Zu teuer für die gebotene Leistung ist die Silicon Power E10,  auch wenn sie in einigen Bereichen Bestleistungen erzielt. Doch auch die Leistungsaufnahme ist die höchste im Test. Die Intel spielt aufgrund der Kapazität in einer anderen Liga und wird daher nicht weiter betrachtet - generell jedoch ist diese SSD ein Spitzenprodukt: Die 80 GB-Variante ist zum ähnlichen Preis pro Gigabyte wie die hier getesteten Indilinx-SSDs erhältlich. Zwiespältig ist unser Verhältnis zur A-DATA SSD. Aufgrund der in den Benchmarks gezeigten Leistungen kann sie nicht überzeugen und bleibt nur aufgrund der USB-Funktionalität eine mögliche Kaufempfehlung. Wie obiges Diagramm zeit, sind die Modelle ab 128 GB Kapazität derzeit die verhältnismäßig beste Wahl.

 

 

 

Fazit & Awardvergabe

Eine SSD lohnt sich, sofern der hohe Anschaffungspreis oder die vergleichsweise geringe Kapazität kein Hindernis darstellt. Leise, schnell, sparsam und pflegeleicht, kommt Windows 7 oder ein aktueller Linux Kernel zum Einsatz. Zu achten ist beim Kauf einer SSD in jedem Fall auf die unterstützte TRIM-Funktion! Viele Hersteller geben diese nun explizit an oder machen diese durch ein Kürzel wie "G2" (2.Generation) ersichtlich. Insbesondere bei  Einsatz in einem Notebook erfreut der Geschwindigkeitsgewinn und der Verlust des Geräuschs einer ratternden Magnetscheiben-Festplatte und zeigt die Welten, die zwischen diesen beiden Speichermedientypen liegen. Auf lange Sicht werden die Preise weiter fallen und SSDs zunehmend Anwendung und Verbreitung finden.

Die Crucial und die Mushkin SSDs teilen sich den Preis und die Leistung, jedoch bietet Crucial fünf Jahre Garantie auf die SSD und hat sich daher den "Effizient Gespart"-Award verdient. Für einen sorgenfreien Einstieg in die Welt der SSDs, beispielsweise als Ersatz der Notebook-Festplatte aber auch als System-Laufwerk im Desktop-PC ist die SSD prädestiniert. Wem die Garantiezeit weniger wert ist, kann ebenso bedenkenlos zur geringfügig schnelleren Mushkin SSD greifen.

 

Crucial M225 64GB SSD

 

Einen weiteren Award vergeben wir an Patriot für die Torqx mit 64 GB Kapazität: Diese SSD ist optisch und im Hinblick auf die Verarbeitung sowie Lieferumfang und Garantiezeit von satten zehn Jahren die erste Wahl für längerfristig orientierte Nutzer. Auch die Firmware-Updates unter Windows durchführen zu können, ohne jegliche Änderungen im BIOS vornehmen zu müssen, ist ein lobenswerter Nebeneffekt.

 

Patriot Torqx 64GB SSD

 

Zu guter Letzt darf sich auch die Kingston SSDNow mit 64 GB Kapazität aus der V-Serie mit dem Award für ein ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis schmücken. Der kostengünstigste Einstieg in die SSD-Welt ist mit diesem Produkt möglich, auch wenn die Leistung nicht an die Indilinx-Fraktion heranreichen kann. Unter den JMicron-SSDs aber stellt sie in dieser Ausführung ein akzeptables Modell dar und ist deutlich günstiger als die schnellere Silicon Power E10 - und bietet darüber hinaus mit drei Jahren noch ein extra Jahr an Garantie. Sollte diese Kingston SSD"Now" in Erwägung gezogen werden, unbedingt auf "G2" in der Produktbezeichnung achten. Ohne diesen Zusatz erhält man das ältere Modell ohne Cache und TRIM-Support.

 

Kingston SSDNow V-Serie G2 64GB SSD

 

 

 Sollten Fragen offen sein, zögern Sie nicht, diese zu stellen.

Abschließend bedanken wir uns bei allen Herstellern, welche uns ihre Produkte für dieses Roundup zur Verfügung gestellt haben. Vielen Dank!

 

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