Autor: Marco Fischer

Letztes Update:  9.03.2010

Praxistest

Das Mikrofon kann durch eine gute Sprachverständlichkeit überzeugen. Bauartbedingt werden Hintergrundgeräusche ebenfalls deutlich mit aufgenommen - anders wäre es bei einem Mikrofon, in das man aufgrund der Positionierung nicht immer direkt hineinspricht, nicht umsetzbar. Zu beanstanden gibt es hier also nichts, wenn man den Anwendungszweck nicht außer Acht lässt.

 

Nicht optimal implementiert hingegen ist die Lautstärkeregelung. An sich eine gute Idee, ist sie in der Form eines kleinen Schiebereglers unpräzise, da nur wenige Millimeter zwischen maximaler und minimaler Lautstärke liegen. Als Trost bleibt festzuhalten, dass der Gleichlauf der Regelung einwandfrei ist, beide Seiten sind immer gleichlaut. Für leichte Lautstärkekorrekturen unterwegs ist das natürlich ausreichend, wobei wir dennoch eine Lautstärkeregelung über den MP3-Player, den PC oder das Handy empfehlen.

 

Zum Tragekomfort wollen wir auch einige Worte verlieren, auch wenn dieser auch sehr vom jeweiligen Betrachter abhängig ist. In unseren Augen ist das integrierte Halstrageband sehr praktisch und bequem zu tragen, aus modetechnischer Sicht aber mindestens fragwürdig. Dafür ist die Platzierung der ungewöhnlich dicken Mikrofonkapsel und des Lautstärkereglers sinnvoll. Was gänzlich fehlt, ist eine Taste zum Annehmen von Anrufen, wie man sie bei einem iPhone sehr gut nutzen könnte. Durch das Fehlen dieser Taste wird der Nutzwert des Headsets ein gutes Stück verringert, denn der Sinn eines Headsets ist es ja, dass man zum Annehmen von Gesprächen das Handy nicht aus der Tasche hervorholen muss. Man merkt daran auch, dass der Fokus von Wavemaster eher im Gaming-Bereich liegt - gerade auf LAN-Partys kann einem das Halstrageband sehr gelegen kommen, wenn man nur einmal kurz die Ohrhörer entfernen möchte.


Dank des Gelenkes am Halstrageband ist ein Verwirren oder Verknoten des Kabels sehr schwierig, was erfreulich ist. Der Komfort im Ohr ist in erster Linie abhängig von den Aufsätzen. Wer mit den beigelegten Varianten nicht zurechtkommt, kann sich gegebenenfalls passendere bestellen. Die mitgelieferten Aufsätze entsprechen aber von der Form her dem Marktüblichen, außer dass ein Aufsatz für große Ohren fehlt und stattdessen ein mittelgroßer mit zwei Lamellen mitgeliefert wird. In-Ear-typisch ist die Dämpfung der Außengeräusche stark und hängt maßgeblich vom richtigen Sitz der Ohraufsätze ab. Nur mit einem luftdichten und festen Sitz können In-Ears ihr volles Potenzial entfalten.

 

Besonders Reviews zu Audio-Artikeln unterliegen in der Beurteilung ohne professionelles Equipment immer einer gewissen Subjektivität, dennoch möchten wir an dieser Stelle versuchen, den Eindruck vom Wavemaster Score bestmöglich zu vermitteln. Für die Wiedergabe am Handy verwendeten wir ein iPhone 3GS und am PC kam als USB-Soundkarte und Kopfhörerverstärker ein iBasso D3 Python zum Einsatz. Bezüglich der Klangqualität können wir in erster Linie sagen, dass das Score-Headset für den Musikgenuss nur bedingt geeignet ist, was aber gar keinen Weltuntergang darstellt, da Beipackohrhörer immer noch um Längen geschlagen werden. Für Computer-Spiele und Teamspeak sehen wir keine Einschränkung für das Wavemaster Score.


Und obwohl dieses Headset, wie bereits erwähnt, nicht den Musikhörer ansprechen soll, möchten wir an dieser Stelle unsere Eindrücke niederschreiben. Der Bass geht mit befriedigender Präzision zu Werke und ist ähnlich stark wie bei vielen Einsteiger-Ohrhörern. Auch die Höhen sind angehoben, so dass S-Laute teilweise zischend werden. Diese "Badewannen"-Abstimmung hat zur Folge, dass die Mitteltöne und damit auch die Stimmen ein wenig zurückgenommen wirken. Als Gesamtpaket wird das Klangbild unserer Meinung nach leider etwas unrund vermittelt und hört sich nicht immer natürlich und glaubwürdig an. Rock-Musik - wir haben als Beispiel Auszüge aus dem Album "Take Off Your Pants and Jacket" von Blink 182 verwendet - wird ein wenig muffig und unklar wiedergegeben. Auch für HipHop/Rap-Musik - zum Beispiel "Geld essen" von K.I.Z. ist das Score nicht ideal, eben weil die Stimmen nicht präsent genug sind. Besser schafft es das Headset bei Stücken, die überwiegend von viel Bass leben - in unserem Beispiel "Infinity 2008" von Guru Josh. Derartige Lieder hören sich ganz passabel an.

Im Praxiseinsatz sorgt das Score-Headset also für gemischte Gefühle. Ein Fazit von der Summe aller Einzeleigenschaften findet sich auf der nächsten und letzten Seite.