Temperaturen & Dämmwirkung


Zunächst zum wichtigsten Punkt: Der Dämmwirkung. Die für die Tests verwendete Seagate Barracuda 7200.9 ST3250824AS mit 250GB Kapazität ist ungedämmt alles andere als ein Leisetreter. Lauf- und vor allem Zugriffsgeräusche sind auch in Standardrechnern deutlich herauszuhören. Nach dem Einbau in das Scythe Quiet Drive ändert sich dies jedoch beträchtlich. Die Laufgeräusche werden, auch in einem Silentrechner wie dem Testsystem, fast vollständig unterdrückt. Die Zugriffsgeräusche kann die Box natürlich nicht komplett verschwinden lassen, doch ist auch hier die Änderung beachtlich. Aus einem kratzigem Knattern im offenen Zustand wird im Quiet Drive verbaut ein dumpfes Brummen, dass zwar vernehmbar, aber viel angenehmer ist, als das Geräusch bei offen verbauter Festplatte. Kurzum: Die Dämmung ist Scythe rundum gelungen.

Etwas anders sieht es allerdings bei der Entkopplung aus. Die gewählten Gummientkoppler sind leider um einiges zu hart, um wirklich wirkungsvoll zu entkoppeln. Zwar wird ein Teil der Vibrationen schon allein durch die Masse und den Aufbau des Quiet Drive geschluckt, aber dennoch wird ein guter Teil der Vibrationen fast vollständig ans Gehäuse weitergegeben. Wohl dem, der ein robustes Stahlgehäuse oder aber eine von Haus aus sehr vibrationsarme Festplatte besitzt. Dennoch bleibt festzuhalten: Im Vergleich zu einer vollständig unentkoppelten Montage der Festplatte, ist das Quiet Drive auch in dieser Disziplin ein deutlicher Fortschritt, auch wenn deutlich mehr drin gewesen wäre. Findige Bastler merzen allerdings auch diesem Punkt durch andere Lösungen schnell aus - und schon ist Ruhe im Gehäuse.


Letzter und ebenfalls wichtiger Punkt in unserem Test: Die Kühlleistung.

Für die Aufnahme der Temperaturwerte wurde neben den über die S.M.A.R.T. ausgelesenen Daten des internen Sensors auch ein externer Temperatursensor an der Unterseite der Platte in der Nähe des Motors platziert.


So präpariert wurde die Festplatte zunächst mit Montagerahmen offen in einen 5,25"-Schacht des Gehäuses montiert. In dem ansonsten geschlossenen Gehäuse fand eine Entlüftung nur über einen Noiseblocker NB-BlackSilent Fan XL2 120mm mit 800 U/min (per Aquaero fix eingestellt) im Heck und über das Netzteil statt. In der unteren Hälfte der Front des Gehäuses befand sich der Lufteinlass, der nicht mit einem Lüfter bestückt war. Die Position der Platte im 5,25" lag dabei knapp oberhalb der Einlassöffnung, sodass der Luftstrom die Platte etwas kühlen konnte. Der externe Sensor an der HDD wurde dabei per Aquaero 4.0 ausgewertet. Gleichzeitig wurde über einen Sensor an der Einlassöffnung des Gehäuses die Raumtemperatur aufgenommen. Per Everest wurde die Temperatur des internen Sensors der HDD ausgelesen.

Nach der Messung der Temperaturen der HDD bei ruhenden Windows-Desktop und unter voller Last wurde die HDD im Quiet Drive an gleicher Stelle verbaut und die Messungen wiederholt.

Jeder Aufnahme der Messwerte ging eine 45-minütige Wartezeit voraus, um sicherzustellen, dass die Platte auch ihre endgültige Temperatur erreicht. Last wurde dabei wie folgt erzeugt: Ein 10,4GB großes Paket verschiedenster Daten wurde direkt auf der Festplatte gepackt. Eine Kopie dieses Paketes wurde gleichzeitig von der Platte gelesen. Außerdem wurde eine weitere Kopie des Datenpakets parallel auf die Festplatte geschrieben.

Schauen wir uns also die Ergebnisse der Messungen an:


Temperaturen unter Last




Temperaturen im Ruhezustand



Das Scythe Quiet Drive schafft es also, die Festplatte besser zu kühlen, als dies bei einer offenen Montage der Selbigen der Fall ist. Respekt! Gerade in Kombination mit der hervorragenden Dämmwirkung ist dies schon eine gelungene Leistung. Eine wesentliche Rolle dürfte dabei die durch das Quiet Drive gesteigerte Oberfläche und die Verwendung der beiden Wärmeleitpads spielen. Betrachten wir also die gewonnen Erkenntnisse gesammelt im Fazit dieser Review.