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Autor: Marco Fischer

Letztes Update: 13.07.2009

Praxistest


Besonders Reviews zu Audio-Artikeln unterliegen in der Beurteilung ohne professionelles Equipment immer einer gewissen Subjektivität, dennoch möchten wir an dieser Stelle versuchen, den Eindruck vom Roccat Vire bestmöglich zu vermitteln. Als Ausgabegeräte haben wir zum Testen ein iPhone 3G sowie einen PC mit Onboard-Sound (Realtek ALC1200-Chipsatz) verwendet.

Die Kabellänge entspricht dem klassenüblichen Standard. Wer mit seinem alten Headset am Handy keine Probleme hatte, wird auch beim Vire genügend Länge zur Verfügung haben. Beim ernsthaften Einsatz als Headset am iPhone wird einem aber auf jeden Fall eine Taste zum Annehmen von Anrufen fehlen. Dies kann Roccat aber nur teilweise als Minuspunkt vorgehalten werden, denn eigentlich ist es als PC-Headset gedacht.

Und als solches schlägt es sich relativ gut - wie gesagt relativ. Die Klangqualität wird niemandem vom Hocker reißen und ist nichts für HiFi-Anhänger. Der Bass geht nicht tief genug und hat keinen richtigen Druck, während die Höhen gerade bei hoher Lautstärke beißend werden. Generell ist bei hoher Lautstärke die Spielweise des Headsets leicht unsauber. Mit Sicherheit ist die Klangqualität zum Musik hören für unterwegs und zum Spielen ausreichend, anspruchsvollere Anwender kommen hier aber nicht auf ihre Kosten.

Das Mikrofon hingegen ist überzeugender und erfüllt seinen Zweck voll und ganz. Egal, ob man direkt hineinspricht oder von etwas weiter weg und nicht direkt in die Kapsel hinein - die Stimme bleibt klar und verständlich. Nur das direkte "reinpusten" in die Mikrofonöffnung sollte vermieden werden. Umgebungsgeräusche werden natürlich ebenfalls aufgezeichnet, die Verständlichkeit ist aber auch dann noch weitestgehend gewährleistet.

Earbuds haben die unangehme Eigenschaft, dass sie nicht allen Leuten passen. Es gibt viele Leute, bei denen diese einfach aus dem Ohr fallen und nicht richtig sitzen. Dann kann es ach zu einem schlechteren Klang kommen (das Ohr ist nicht richtig abgedichtet, dadurch verliert der Sound an Fülle). Dies ist eine bauformbedingte Eigenschaft, die vor dem Kauf gründlich überlegt sein will, besonders wenn die nächste längere LAN-Party mit dem Headset bestritten werden soll. Ebenso gibt es auf der anderen Seite viele User, die mit Earbuds sehr gut zurechtkommen.

Andere Defizite im Praxiseinsatz gibt es nicht. Die Höhe der Sprechkapsel ist beispielsweise gut gewählt, sodass man nicht direkt hineinspricht und der gerade Klinkenstecker ist recht schmal, wodurch er vielleicht auch in iPhones der ersten Generation passen könnte.