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Autor: Marco Fischer

Letztes Update: 13.07.2009

Erscheinungsbild & Funktionsweise


Die englischsprachige Verpackung ist relativ kompakt und gibt ausführlichst über den Inhalt sowie die technischen Daten Auskunft. Der in Roccats typischen Farben Blau und Schwarz gehaltene Karton ist auf der Vorderseite aufklappbar und offenbart dem stolzen Käufer die Sicht auf das frisch erworbene Headset. Das versehentliche Aufklappen wird durch eine elegante Magnethalterung verhindert.


Der Lieferumfang darf sich als sehr umfangreich bezeichnen lassen. Neben dem Headset, dessen Mikrofon sich am Kabel befindet, ist eine hochwertige Aufbewahrungstasche aus Kunstostoff im Lieferumfang sowie zwei Adapterkabel. Diese Adpaterkabel trennen den 3,5 mm-Anschluss mit vier Ringen vom Headset in zwei separate 3,5 mm-Anschlüsse mit jeweils drei Ringen für Mikrofon und Kopfhöhrer auf, damit man am PC oder Notebook beides nutzen kann. Die beiden Kabel unterscheiden sich lediglich in ihrer Länge (130 cm und 17 cm), je nach dem, ob man am PC oder Notebook arbeiten möchte.


Solch ein Splitterkabel ist sehr praktisch und macht das Headset zu einem echten Allrounder, was das Anwendungsgebiet angeht. Mithilfe dieses Kabels könnte man ebenso andere Headsets für das iPhone und Blackberry, die über einen 3,5 mm-Klinkenstecker mit vier Ringen verfügen, am heimischen PC oder Mac anschließen. Leider kann man solche Kabel an keiner uns bekannten Stelle kaufen, sodass nur selber basteln möglich wäre. Die Idee, die hinter Roccats Konzept steht, ist also ebenso einfach wie innovativ: Mit nur einem Headset kann man sowohl am PC als auch am MP3-Player oder iPhone/Blackberry arbeiten bzw. Musik hören. Wenn man am PC oder MP3-Player auf das Mikrofon verzichten kann, ist der Splitter-Adapter übrigens hinfällig, man kann den 4-ringigen Klinkenstecker vom Headset einfach in das Gerät stecken und die Musik genießen. Eine schöne Sache! Wann man den Adapter verwenden muss oder nicht, oder wann das Mikrofon nutzbar ist, stellt Roccat in der beiliegenden Kurzanleitung auf fünf sehr verständlichen Skizzen vorbildlich da.


Deutlich interessanter als die Anschlüssmöglichkeiten ist natürlich das Headset selbst. Obgleich In-Ear-Kopfhöhrer immer beliebter werden, nicht zuletzt wegen des meist besseren Klangs, hat Roccat sich beim Vire für die Ear-Bud-Bauweise entschieden, d.h. die Kopfhöhrer reichen nicht in der Gehörgang rein. In der Praxis liegt der Unterschied zu In-Ears dabei meist im Tragekomfort, der Dämmung der Außengeräusche sowie des Klanges. Mit der In-Ear-Bauweise kann z.B. der Bass wesentlich präziser und druckvoller wiedergegeben werden und der Tragekomfort ist in der Regel besser, da sie im Idealfall fest im Ohr sitzen und sich mithilfe von weichen Aufsätzen in verschiedenen Größen sich der individuellen Ohrform anpassen lassen. Im Endeffekt ist es aber von Person zu Person unterschiedlich, was bevorzugt wird. Fakt ist, dass Earbuds die Außengeräusche wesentlich schwächer abschirmen als In-Ears. Dies könnte für das als Gaming-Headset konzipierte Vire insofern vorteilhaft sein, als dass man auf einer LAN-Party von der Umgebung noch etwas mitbekommt. Nutzt man allerdings das Mikrofon mit Teamspeak oder Ähnlichem zur Kommunikation, verhält es sich genau konträr.


Roccat bewirbt sein Produkt vor allem mit folgenden drei Kern-Features: Erstens das extrem geringe Gewicht von 15 Gramm inklusive Anschlusskabel (ohne Adapter!) und der daraus resultierende Tragekomfort bei langen Spiele-Sitzungen. Normale Headsets mit On-Ear-Bauform wie z.B. ein Sennheiser PC 151 wiegen ein Vielfaches von besagten 15 Gramm. Zweitens wird das am Kabel angebrachte Mikrofon beworben, womit es erst zum Headset wird. Dieses ist sehr kompakt und kaum störend, wenn man es nicht nutzt. Zuletzt soll das Vire durch eine sehr gute Klangqualität überzeugen, vor allem durch ausbalancierte Höhen und Tiefen.

Das Headset selbst ist schwarz, ebenso das Anschlusskabel, das insgesamt 120 cm lang ist. Die Form der Earbuds, denen leider keine Schaumstoffaufsätze beiliegen, ist leicht kantig und wird von einem Roccat-Schriftzug geziert sowie der Angabe, um welche Seite es sich handelt (L / R). Der darstellbare Frequenzbereich liegt laut Hersteller bei 18 - 22.000 Hertz, die Impedanz bei 32 Ohm.


Das Mikrofon ist laut der englischen Beschreibung "omni-directional", was eigentlich übersetzt ungerichtet bedeuten würde. In der deutschen Übersetzung ist hingegen von einem gerichteten Mikrofon die Rede. Hier hat sich wohl beim Übersetzen ein Fehler eingeschlichen. Ein ungerichtetes Mikrofon hat den Vorteil (oder je nach Anwendungsfall auch Nachteil), dass Geräusche aus allen Richtungen gleich stark aufgenommen werden. Sollte man während eines Telefonates also nicht direkt in die Sprechkapsel reden, kann das Gegenüber einen trotzdem verstehen. Im Gegenzug werden auch Umgebungsgeräusche voll mit übertragen. Die Mikrofon-Kapsel befindet sich auf der linken Seite nach etwa 13-14 cm Kabellänge.


Übrigens, die Verarbeitungsqualität des Headsets und des Zubehörs geht vollkommen in Ordnung. Wir konnten keine Materialfehler ausmachen. Jedoch setzt Roccat bezüglich der Hochwertigkeit des Materials keine neuen Maßstäbe. So könnte das Anschlusskabel beispielsweise etwas dünner oder weicher sein. Auch austauschbare Kabel erfreuen den Kunden immer wieder, da so bei einem Kabelbruch das Produkt nicht weggeschmissen werden muss.

Alle Klinkenstecker sind übrigens mit einer kleinen Hülse serienmäßig geschützt. Einer ersten äußeren Überprüfung kann das Vire also sehr gut standhalten. Das einzige Manko, das noch zu nennen wäre, ist, dass an der Mikrofonkapsel keine Taste vorhanden ist, um Gespräche anzunehmen (beim iPhone). Apple macht es mit seinem neuen In-Ear-Headset noch komfortabler und integriert sogar eine Lautstärkeregelung und bietet die Möglichkeit, Lieder zu pausieren oder zum nächsten Song zu springen. Diese Features haben allerdings wirklich nur beim Einsatz am Telefon wirkliche Bedeutung.