Autor: Karsten Bohlender

Letztes Update:  8.01.2010

Klangeindruck

Bevor wir auf unsere Eindrücke bei der Schallwandlung eingehen, möchten wir noch einen kleinen Hinweis anbringen: Eigentlich jeder Lautsprecher benötigt, wenn er neu ist, eine gewisse Einspielzeit. Als nach dem Anschließen den KroCraft-Speakern die ersten Töne entlockt wurden, machte sich eine gewisse Ernüchterung breit, denn jegliche Art von Musik klang, als ob man sie durch ein Tuch hören würde. Deshalb nicht gleich alles wieder abbauen und einpacken. Bei unserem Sample zeigten sich bereits nach einer Stunde gute Fortschritte, nach spätestens fünf Stunden sollte sich alles eingependelt haben.

Als Quelle diente ein normaler PC mit einem OnBoard Realtek ALC889 Audio-Codec. Eine ähnliche Konfiguration dürfte wohl bei einer großen Mehrheit der potenziellen Käufer der KroCraft Plus vorhanden sein. Für die Wiedergabe nutzten wir einen Mix quer durch fast das gesamte Musikspektrum, von Pop bis Rock und HipHop bis Elektro.
Begonnen wurde mit klassischem Pop, Melanie C durfte mit "Northern Star" aufspielen und siehe da: Das Ergebnis ist recht ansehnlich. Im Vergleich zu vielen 2.1-Soundsystemen spielen die KroCraft flüssiger und mehr am Stück, da hier kein Subwoofer bis in einen relativ hohen Frequenzbereich hinein spielen muss, in dem er ungenau wird. Die Höhen spielen zwar präsent, aber nicht störend und der leichte Bass kommt sehr präzise, wenn auch nicht sonderlich tief. Besonders der letzte Punkt kommt jedoch zum Tragen, wenn man das Genre wechselt. Ein paar kulturelle Beiträge des Berliner Rap-Ensembles K.I.Z. und des ebenfalls in der Hauptstadt geborenen Vertreters der elektronischen Zunft Paul Kalkbrenner zeigten schnell, dass die doch recht kompakte Bauweise der Lautsprecher auch einen Nachteil hat. Ebenso wie im Motorenbau Hubraum durch nichts zu ersetzen ist, außer durch noch mehr Hubraum, können die kleinen Membranen und Gehäuse der KroCraft Pro Speaker keine Basswunder vollbringen. Wenigstens den Nachbarn wird es jedoch freuen.
Doch etwas anders sieht das Ganze schon wieder im Bereich der Rockmusik aus. Die Live-Aufnahme des Klassikers "Man in the moon" von REM vermochten die KroCrafts sehr entspannt wiederzugeben. Erstaunlich war dabei auch die Bühne, die sich dem Hörer bei geschlossenen Augen darbot. Weitere Stücke wie "She bangs drums" von den Stone Roses, "Second Chance" von Shinedown oder "Starlight" von Muse ließen keinen Zweifel auf, in welchem Bereich der Musik sich dieses Set wohl fühlt.

Ein Eindruck, der uns leider nicht ganz los gelassen hat, war das Tuch, welches scheinbar immer wieder vor den Lautsprechern hing. Der Eindruck schmälerte sich zwar nach einer anfänglichen Einspielzeit, komplett weg war er jedoch nie. Bei fast allen Stücken vermissten wir viele Details, welche sich dem Zuhörer aber auch erst bei höherpreisigen Lautsprechern zeigen. Zum, zugegebenermaßen nicht ganz fairen, Vergleich haben wir an den Scythe Kama Bay Amp Kro zwei Heco Victa 300 Lautsprecher angeschlossen, die mit ca. 120 Euro pro Paar (ohne Verstärker) einen günstigen Einstieg in die Welt des grundlegenden Musikgenusses darstellen. Schon erfreute sich das Ohr einiger Details mehr und eines voluminöseren Klangs. Dies stellt jedoch aufgrund eines fast doppelt so großen Gehäuses und Tief-Mitteltöners kein Wunder dar. Da zudem auch der Preis mit einem Set aus Lautsprechern und Verstärker schnell auf das Doppelte klettern kann, werden wir diesen Vergleich nicht in die Endwertung mit einbeziehen, er soll lediglich einen Ausblick auf eine nächstmögliche Stufe zeigen.