Autor: Karsten Bohlender

Letztes Update:  8.01.2010

Design & Verarbeitung

Da sich Lautsprecher ja zwangsläufig immer im Blickfeld des Hörers befinden, reicht ein guter Sound leider nicht immer aus. Um auch optisch bestehen zu können, wagt Scythe keine Experimente, mit dem Resultat, dass die Farbe schwarz überwiegt. Auflockerung bieten lediglich die Membranen des Tiefmitteltöners mit ihrem silbern-goldenen Schimmer. Die Lautsprecher kommen als klassische Zwei-Wege-Konstruktion mit Bassreflex daher. Das Grundfundament für den Klang übernimmt jeweils ein kleiner Woofer mit 100 mm Durchmesser, welcher aus einer Papier-Pappmembran besteht. Für den Hochtonbereich ist eine 25 mm Gewebekalotte zuständig. Nichts Außergewöhnliches also, aber gute Hausmannskost, welche zudem das Portemonnaie schont.

Die abgeschrägten Kanten an der Front lassen die Lautsprecher weniger klobig wirken und verleihen selbigen etwas mehr Stil. Am Heck fallen die hochwertigen Schraubklemmen auf, welche in dieser Preisklasse unüblich sind. Sie erlauben auch dickere Kabel, auch wenn diese nicht zwingend notwendig sind. Über den Klemmen befindet sich die Öffnung für den Bassreflexkanal. Bei der Aufstellung ist darauf zu achten, dass hier ein paar Zentimeter Luft bleiben, da sonst der Bass dröhnend und überbetont wird. Das Oberflächenfinish bietet keine Besonderheiten, ist aber recht angenehm und nicht zuletzt sehr gut verarbeitet. Wünschenswert wären noch Standfüße gewesen, aber das ist kein Muss. Wer selber nachhelfen will, kann hier zu Filz aus dem Baumarkt greifen.

Der Kama Bay Amp Kro kommt ähnlich gut verarbeitet daher wie die beiden Lautsprecher. Designtechnisch hat er aber einiges mehr zu bieten. Grundsätzlich ebenso in Schwarz gehalten, sind jedoch alle Kanten und Ausschnitte mit einem silberfarbenen Touch versehen. Am auffälligsten ist der große Drehknopf an der Vorderseite, der für die Lautstärkeregelung zuständig ist. Zu ihm gesellen sich noch ein Power-Schalter, eine Mute-Taste und eine Kopfhöhrerbuchse im Format 3,5 mm Klinke. Eine weiße LED signalisiert dabei den Betriebszustand. Auf der Rückseite finden wir je zwei Schraubklemmen für die Verbindung zu den Lautssprechern vor. Genau wie bei selbigen sind diese auch hier großzügig dimensioniert, so dass wahlweise auch dickere Kabelquerschnitte verwendet werden können. Dazu kommen zwei Cinch-Buchsen für die Verbindung zur jeweiligen Quelle. Zu guter Letzt gibt es noch eine Buchse für die Spannungsversorgung. Auf den ersten Blick ein wenig wackelig kommt einen die ungewöhnliche Konstruktion mit nur drei Füßen vor, aber hier können wir Entwarnung geben: Im normalen Betrieb kippelt nichts. Einzig ein wenig rutschfester hätten die Füße sein können.

Der Verstärker arbeitet nach dem Class-D-Prinzip. Bei solchen Verstärkern wird das Eingangssignal in eine PWM-Spannung moduliert, deren Verlauf einem digitalen Signal ähnlich ist. Dadurch kann das Signal mit geringem Aufwand verstärkt werden. Schlussendlich muss das verstärkte PWM-Signal nur noch wieder durch einen Tiefpassfilter zurückgewandelt werden. Durch diese Technik kann eine sehr hohe Effizienz erreicht werden, weswegen kaum Abwärme anfällt. Folglich kann die Kühlung entsprechend klein dimensioniert werden und kompakte Abmaße werden möglich, so dass der Verstärker neben dem Betrieb auf dem Schreibtisch auch in die Front eines PC-Gehäuses verfrachtet werden kann. Glücklicherweise dimesioniert Scythe auch die Anschlusskabel für die Lautsprecher dementsprechend lang.