Reviews > Netzteile > Seasonic M12D 750 Watt (SS-750EM) > Erscheinungsbild & Funktionsweise

Erscheinungsbild & Funktionsweise


Salopp ausgedrückt kann man sagen: Kennt man eins, kennt man alle. Bezogen auf das Gehäuse ähnelt ein Netzteil von Seasonic nahezu dem anderen, so gibt es auch beim M12D keine größeren Highlights. Die Unterschiede liegen im Detail und im Innenleben, dennoch ein kurzer Blick auf die gewohnten Züge des Äußeren. Wie üblich, erfährt das Gehäuse eine schwarze Bepulverung, die es extrem kratzfest machen und den einen oder andern Rempler beim Einbau verzeiht. Zentral im Deckel ist ein 120 mm-Lüfter verbaut, das schützende Gitter ist leicht eingelassen. So kommt es auch in Gehäusen mit speziellen Netzwerkkäfigen oder Auflageschienen nicht zu Komplikation.


Ein Sticker mit den technischen Daten verziert eine Seitenwand, ansonsten dominieren schwarze, glatte Flächen das bekannte Gesamtbild. So findet auch das üblicherweise verbaute Wabengitter wieder Verwendung, die Voraussetzung für minimalen Luftwiderstand und guten Wärmeabtransport. An der gegenüberliegenden Seite gibt es dann doch kleine Unterschiede zu den bekannten Modellen mit modularem Kabelmanagement. Die verwendeten Konnektoren sind nebeneinander aufgereiht und schließen bündig mit dem Netzteilgehäuse ab. Eine kleine Blende, die um etwa zwei Millimeter übersteht, sorgt für ausreichend Stabilität. Auf eine detaillierte Beschriftung wurde seitens des Herstellers verzichtet, was jedoch auch nicht weiter nötig ist. Ein Fehlanschließen ist aufgrund unterschiedlicher Stecker unmöglich. Daneben werden die fest verbauten Stränge aus dem Gehäuse geführt, trotz Kabelmanagements nicht gerade wenig an der Zahl. Ein Kantenschutz sorgt auch auf Dauer für Sicherheit und verhindert Beschädigungen der einzelnen Kabel bzw. der Ummantelung.


Das große Bündel an beigelegten Kabel lässt es bereits vermuten: Ganze Systeme an Laufwerken und anderer Peripherie können je nach Wahl angeschlossen werden. Bereits aus dem Netzteil werden neben dem ATX-Mainboard-Kabel noch die Spannungsversorgung der CPU (4-Pin und 8-Pin), zwei 6+2-Pin-PCIe-Kabel sowie bereits ein Strang mit drei SATA-Konnektoren geführt. Seasonic lässt sich hier nicht lumpen und legt noch zahlreiche weitere Kabel bei. So hat der Nutzer je nach Größe seines Gehäuses und Position der Laufwerke nahezu die freie Wahl, welche Kabellänge zum Einsatz kommt. Drei verschiedene Varianten stehen zur Verfügung und lassen so kaum Wünsche offen, wirklich vorbildlich. Auch wenn sie in aktuellen Systemen kaum noch gefunden werden: Für Diskettenlaufwerke liegt ein passender Adapter bei. Alle Kabel sind sauber ummantelt und zwischen den Konnektoren mit Schrumpfschlauch fixiert. Die Stecker rasten am Netzteilgehäuse sicher ein und können, wie man es auch von den PCIe-Anschlüssen an Grafikkarten kennt, wieder leicht abgenommen werden. Ebenso unterstützend tragen die Easy-Swap-Anschlüsse der Molex-Stecker zum leichten Entfernen bei. Insgesamt also eine runde Sache, eine solche freie Auswahl bei der Kabelkonfiguration haben wir bis dato noch nicht erlebt.


Nachfolgend die Längen der Kabel:

  • ATX-Mainboard: 55 cm
  • 4-Pin/8-Pin 12 V: 55 cm
  • 6+2-Pin-PCIe: 58 cm / 55 cm
  • SATA (nicht modular): 30 cm (erster Abgriff), 45 cm (zweiter Abgriff), 60 cm (dritter Abgriff)
  • 4-Pin-Molex: 35 cm (erster Abgriff), 50 cm (zweiter Abgriff)
  • 4-Pin-Molex: 45 cm (erster Abgriff), 60 cm (zweiter Abgriff), 75 cm (dritter Abgriff)
  • 4-Pin-Molex: 55 cm (erster Abgriff), 70 cm (zweiter Abgriff), 85 cm (dritter Abgriff)
  • SATA: 35 cm (erster Abgriff), 50 cm (zweiter Abgriff)
  • SATA: 45 cm (erster Abgriff), 60 cm (zweiter Abgriff), 75 cm (dritter Abgriff)
  • SATA: 55 cm (erster Abgriff), 70 cm (zweiter Abgriff), 85 cm (dritter Abgriff)
  • Floppy-Adapter: 15 cm


Werfen wir einen Blick auf das Innenleben. Im Gegensatz zur Vorgängerserie fällt der Aufbau um Einiges üppiger aus, dominiert wird er von den großen Kühlkörpern aus Aluminium. Diese unterstreichen ihre Dominanz mit den grob gefräßten Kühlrippen. Anscheinend reicht diese rustikale Struktur für eine ausreichende Kühlung aus, dank der DC-to-DC-Technik und deren effizienten Arbeitsweise. Ohne zu weit ins Detail gehen zu wollen, sei noch vermerkt, dass Seasonic ausnahmslos auf Bauteile hoher japanischer Fertigungsqualität zurückgreift. So kommen zum Beispiel Kondensatoren von Nippon Chemicon zum Einsatz, die auf 105 °C ausgelegt sind. Hierdurch wird die Lebensdauer auch bei höherer Last und demnach größerer Wärmeentwicklung im Gegensatz zu 85 °C Kondensatoren beinahe verdoppelt. Für ein Netzteil dieser Qualitätsstufe fast selbstverständlich, wird weiterhin großer Wert auf das Thema Sicherheit gelegt: Alle Kabelenden sind ummantelt, zwischen Bauteilen kommen Schutzfolien zum Einsatz.


Auch wenn ein Netzteil bedingt durch hohe Effizienz weniger Wärme entwickelt, muss für ausreichend Kühlung gesorgt werden. Hierfür ist ein leistungsfähiger Lüfter samt ausgewogener Lüftersteuerung erforderlich. Im Falle des M12D kommt ein Modell von Sanyo Denki zum Einsatz. Mit seinen schwarzen Lüfterblättern gliedert er sich perfekt in das optische Erscheinungsbild ein. Auf Gimmicks, wie LEDs, wird üblicherweise verzichtet. Die Typbezeichnung und die technischen Daten lassen bei Bedarf eine hohe Drehzahl und demnach einen hohen Luftdurchsatz erwarten. Soweit die Theorie, schreiten wir zur Praxis.