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Scythe Stronger 600 Watt - Erscheinungsbild & Funktionsweise

 

Ohne große Schnörkel - gleich dem Stronger - werfen wir nüchtern einen Blick auf das Äußere. Ein Aufschrei ist nicht zu erwarten: Mattschwarze Lackierung kombiniert mit einem gewohnten Erscheinungsbild. Das große Gitter im Deckel verrät die Abmaße des verbauten Lüfters und suggeriert neben dem großflächigen Wabengitter eine optimale Belüftung. Einzige Besonderheit stellen die zwei  Anschlussmöglichkeiten für Lüfter dar. Weniger schön präsentieren sich im Bereich der Kabeldurchführung die einzelnen Schrumpfschläuche des Sleeves, hier kann durchaus etwas mehr Gleichmäßigkeit erwartet werden.

 

 

Keine Abstriche werden bei der Kabelkonfiguration gemacht. Eine für die Leistungsklasse übliche Bestückung sorgt für ausreichende Anschlussmöglichkeiten. Neben der Mainboard- und CPU-Spannungsversorgung stehen zwei 6+2-Pin-PCIe-Stecker und insgesamt 16 Konnektoren für Laufwerke und Peripherie zur Verfügung. Alle Kabel sind mit Schrumpfschlauch versehen, an den PCIe-Konnektoren sind zusätzlich Ferritkerne platziert.


Nachfolgend die Längen der Kabel:

  • ATX-Mainboard: 50 cm
  • 8-Pin 12 V: 55 cm
  • 2x PCIe: 40 cm
  • 2x 4-Pin-Molex: 42 cm, 57 cm, 72 cm, 87 cm (Floppy)
  • 2x SATA: 42 cm, 57 cm, 72 cm, 87 cm
  • 2x 3-Pin-Verlängerung für Lüfter: 41 cm


Dünn besiedelt zeigt sich der Innenaufbau nach Entfernung des Deckels, eine gute Voraussetzung für gute Entlüftung und niedrige Temperaturwerte auch während dauerhaften Lastbetriebes. Die großflächigen Kühlkörper bedecken nahezu komplett die Bauteile. Zur Kühlung kommt der neue Scythe Slip Stream 140-Lüfter zum Einsatz. Dieser ist für hohen Luftdurchfluss bei geringen Drehzahlen optimiert. Je nach Modell dreht dieser mit unterschiedlicher maximaler Drehzahl. Bei der hier getesteten 600 Watt Variante sind es 1.250 U/min, das Einstiegsmodell wird mit maximal 1.200 U/min belüftet, die Leistungsspitze mit höchstens 1.350 U/min. Von anderen Herstellern ist man da teils andere Werte gewohnt - so sind wir in Bezug auf einen leisen Betrieb guter Dinge.

Der schnelle Blick auf das 80Plus-Zertifikat lässt zumindest eine Bronze-Zertifizierung erwarten. Doch weit gefehlt, das Stronger muss sich mit der normalen Zertifizierung zufrieden geben. Verhagelt wird das Ergebnis durch die Messung unter Volllast. Hier stehen gerade noch so 80,21% auf dem Papier, sehr grenzwertig. Womöglich fiel hier eine bessere Wertung der Wahl der Bauteile, bedingt durch die straffe Preiskalkulation, zu Opfer. Effizienter wird im Bereich von 20 und 50% gearbeitet. Halten wir es Scythe zu Gute, dass ein Netzteil zum Großteil in diesen Lastbereichen seinen Dienst verrichtet.