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Erscheinungsbild & Funktionsweise


Understatement scheint für OCZ ein Fremdwort zu sein. Befreit man das sorgfältig verpackte Netzteil aus seinem Karton, fällt sofort der Blick auf den mächtigen rot leuchtenden Kabelstrang. Das im schwarzen Pulvergewand daherkommenden Gehäuse bildet einen guten Kontrast zur aggressiven Farbe und ist gut gerüstet gegen den etwas derberen Umgang beim Einbau. Wo bei Netzteilen anderer Hersteller glatte Flächen dominieren, trägt das „Fatal1ty“ etwas mehr auf: An einer Seitenwand ist das Logo und der Namenszug in das Gehäuse ausgespart und mit einer roten Folie hinterlegt. Im Betrieb tauchen dahinter liegende LEDs das Innenleben des PCs in ein sanftes Rot. Unterstützt wird dies zusätzlich durch den ebenfalls strahlenden Lüfter. Auffallen wird also ganz groß geschrieben.


Zurück zum Wesentlichen: Der Ausschnitt im Deckel bietet Platz für einen 120 mm-Lüfter, das schützende Gitter ist in diesen eingelassen. Somit treten keine Komplikationen beim Einbau in Gehäusen mit speziellen Netzwerkkäfigen oder Auflageschienen auf. Das großflächige Wabengitter am Heck bietet die einzige Möglichkeit zum Luftaustritt, die optimale Voraussetzung für minimalen Luftwiderstand und guten Wärmeabtransport. Eine kleine Lampe neben dem Power-Schalter signalisiert dem Nutzer den aktuellen Betriebszustand.


Alle Kabel werden in einem Strang aus dem Gehäuse geführt. Auf einen Kantenschutz wird verzichtet, mehrere Kabelbinder an dieser Stelle übernehmen etwas die Aufgabe eines solchen und sorgen für eine hohe Lebensdauer des Gewebeschlauches. Was in großen Gehäusen zum Vorteil avanciert, kann in kleineren Vertretern zum Nachteil werden: Alle Kabel weisen eine überdurchschnittliche Länge auf. Schade ist, dass der Gewebeschlauch nur jeweils bis zum ersten Konnektor Verwendung findet. Danach blitzen die einzelnen Adern bunt hervor, was für den Casemodder noch eine Menge Arbeit bedeutet. Auf Easy-Swap-Anschlüsse bei den Molex-Steckern wird gänzlich verzichtet. Trotz einer maximalen Belastbarkeit von 700 Watt verfügt das Fatal1ty nur über zwei PCIe-Stecker. Kleinere Multi-GPU-Systeme lassen sich damit zwar darstellen, Nutzer aktueller High-End-Karten fallen jedoch bei deren doppelter Verwendung durch das Raster, sofern nicht auf Adapter zurückgegriffen wird. Schade.


Nachfolgend die Längen der Kabel:

  • ATX-Mainboard: 65 cm
  • 4+4-Pin 12 V: 65 cm
  • 6-/6+2-Pin-PCIe: 65 cm
  • 2x 4-Pin-Molex:65 cm (erster Abgriff), 80 cm (zweiter Abgriff), 95 cm (dritter Abgriff), 110 cm (vierter Abgriff), 125 cm (1x Floppy)
  • 2x SATA:65 cm (erster Abgriff), 80 cm (zweiter Abgriff), 95 cm (dritter Abgriff), 110 cm (vierter Abgriff)


Bereits durch den transparenten Lüfter ist der Blick teilweise frei auf die Bauteile im Inneren des Netzteils. Mit Abnahme des Deckels offenbaren sich diese komplett. Ausnahmslos kommen Kondensatoren bester Güte zum Einsatz, eine Auslegung auf 105 °C ist dabei schon selbstverständlich. Bei der Platine bedient man sich der des EliteXstream 700 Watt. Zwei große Kühlkörper sorgen für schnellen und guten Abtransport der entstehenden Wärme, unterstützend dabei wirken die vielen feinen Kühlrippen am oberen Ende. Bekannt von Netzteilen eines anderen Herstellers fallen noch drei kleine Stellschrauben auf, die zur Feinregulierung dienen. Wir raten jedoch dringend davon ab, diese ohne entsprechende Ausrüstung und Erfahrung zu verstellen. Generell ist die Verarbeitung auf einem hohen Niveau. Alle Kabelenden sind mit Schrumpfschlauch versehen, zwischen eng positionierten Bauteilen befinden sich zum Schutze vor Kurzschlüssen Folien. Teilweise kommen Gummiummantelungen an Spulen zur Vorbeugung von einem Pfeifen des Netzteils zum Einsatz, hier und da wurde mit Silikon fixiert.


Der verbaute 120 mm-Lüfter stammt von Power Logic, ein in Europa recht seltener Vertreter seiner Zunft. Auch ein Blick auf die Herstellerseite offenbart keine näheren Informationen zum Ventilator. Die Angaben auf dem Lüfter selbst lassen jedoch eine relativ hohe Drehzahl und einen dementsprechend hohen Durchsatz vermuten.