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NesteQ XZero XZ-600 ATX-Netzteil - Erscheinungsbild & Funktionsweise

Rein äußerlich betrachtet bricht das ASM Xzero keine Innovationsgrenze. Das matt schwarz gehaltene Gehäuse hält sich strikt an den neuen Grundsatz der Gehäuseinnenraum-Mode: „Black is beautyful.“ Lediglich das Lüftergitter und der Xzero-Schriftzug heben sich etwas vom Einheitsbild ab.

Auf der Unterseite befindet sich ein schwarzer 120 mm-Lüfter mit Gitter und NesteQ-Button in der Mitte. Zudem sind auf der einen Seite die Kenndaten tabellarisch vermerkt, während auf der Gegenseite das Xzero-Schriftbild prangt. Die Vorderseite beinhaltet neben einer kleinen Skizze auch die Anschlussbuchsen für die Kabelstränge. Lediglich das 24-Pin-ATX-Kabel, das 8- bzw. 4-Pin Platinenkabel und das Sensorkabel zum Auslesen der Lüfterdrehzahl  sind fest mit dem Netzteil verbunden. Rückseitig wurden links neben das Wabengitter das Drehpotenziometer für die manuelle Lüftersteuerung, der Powerschalter und die Kaltgerätekabelbuchse verbaut.

NesteQ legt je nach Leistungsklasse eine unterschiedliche Kabelanzahl bei. Neben dem 60 cm langen 24-Pin-ATX-Anschluss gehören zum Testkandidaten zwei 6+2-PCIe-Stecker für Grafikkarten. Mit einer Länge von 50 cm sind diese zwar nicht übermäßig dimensioniert, aber für die meisten Gehäuse vollkommen ausreichend. Problematisch ist lediglich die Anzahl der PCIe-Kabel. Werden zwei Grafikkarten eingesetzt, dürfen diese lediglich je über einen 6-Pin-Anschlüss verfügen, andernfalls benötigt man Adapterkabel von Molex auf PCIe oder die 700 W-Version des Xzero. Soll das Netzteil in einem Big-Tower mit untenliegendem Einbauort und/oder BTX-Mod zum Einsatz kommen, empfehlen wir vorher das Vermessen der Weglängen zu den Komponenten, um eine mögliche Inkompatibilität ausschließen zu können. Bei den restlichen Kabelmengen hat man glücklicherweise im Vergleich zum 700 W-Modell nicht gespart. So liegen je drei 4-Pin-Molex- und SATA-Strom-Kabel bei. Allerdings sind pro Strang nur zwei Geräte möglich. Am Ende der Kabel befindet sich eine Buchse, mit der ein weiteres Kabel angeschlossen und der Strang somit verlängert werden kann. Falls der Weg zum anzuschließenden Laufwerk doch einmal länger ist, sorgen die zwei Verlängerungskabel für entspanntes Verlgen im Gehäuse, ohne auf weitere Anschlüsse verzichten zu müssen. Sowohl die beiden Floppy-Anschlüsse, wie auch die beiden Lüfteranschlusskabelstränge (je einmal für 5 V- und 12 V-Betrieb) besitzen keine endständige Anschlussbuchse und können so nicht willkürlich positioniert werden. Damit dies realisiert werden kann, besitzt das Netzteil die patentierte +12V Power-Plus Technologie, bei der die Rails je nach Belastungsgröße zusammengeschaltet werden können. 




Nachfolgend die Längen der Kabel:

  • ATX-Mainboard: 60 cm
  • 4-Pin 12 V: 74,5 cm
  • 8-Pin 12 V: 60 cm
  • 6+2-Pin-PCIe: 50 cm
  • 4-Pin-Molex (einzeln): 24 cm, 39 cm, 44 cm (Buchse)
  • Floppy: 5 cm
  • 4-Pin-SATA (einzeln): 24 cm, 39 cm , 44 cm (Buchse)
  • Lüfteranschlüsse (einzeln): 50 cm, 56 cm, 62 cm
  • Verlängerungskabel: 39 cm
  • 3-Pin-Anschlusskabel zur Drehzahlermittlung: 50 cm


Kommen wir zurück zum verbauten 120 mm-Lüfter. Hierbei handelt es sich um ein bürstenloses Modell von ADDA mit der Modellbezeichnung AD1212MS-A73GL. Durch die ASM-Technologie spring dieser erst ab etwa 65 °C Komponententemperatur an und sorgt somit für einen weitgehend lüfterlosen und bis etwa 460 W nahezu lautlosen Betrieb. Bei einer Belastung von unter 150 W blieb das Netzteil somit vollkommen passiv. Zwischen 150 W und 250 W wechselten sich Passiv- und Aktivphasen regelmäßig ab. Erst ab einer Belastung von 460 W und mehr wurde das Netzteil "lauter", wobei es auch hier kaum hörbar blieb. Bei Volllast zeigte sich jedoch ein leichtes Brummen und aus der Nähe sogar ein leichtes Klackern des Lüfters. Trotz der zusätzlichen Heatpipekühlflächen und dem damit höheren Widerstand war kaum ein Lüfterrauschen auszumachen. Zudem bietet das Netzteil die Möglichkeit der manuellen Drehzahleinstellung des Lüfters. Dafür befindet sich ein Drehpotenziometer auf der Rückseite des Netzteils. Durch Drücken des Reglers schaltet man auf den manuellen Modus um und regelt den Lüfter durch Drehen. Wird dieses erneut gedrückt, schaltet sich der ASM-Modus ein und das Netzteil regelt wieder automatisch.

Werfen wir einen Blick auf das Innenleben. Zentrales und auffälligstes Merkmal ist die bereits erwähnte Heatpipekonstruktion. Diese stellt nach unserem Kenntnisstand im Bereich der Netzteile ein Novum dar. Durch die feinen Kühlrippen des Kühlkörpers am Heck des Netzteils ist auch im passiven Betrieb eine bestmögliche Wärmeabgabe möglich. Ebenso positiv sollte sich die aktive Kühlung gestalten. Bereits ein leichter Luftstrom kann hier effektiver sein, als die druckvolle Belüftung der üblicherweise verwendeten Kühlkörper. Inwieweit dieses Prinzip aufgeht, wird der spätere Praxistest zeigen.
Durch die schmale Bauweise der Kühlkörper wird der Blick auf die restlichen Bauteile frei. Dünn besiedelt ist die Platine, nahezu alle Bauteile sind mit Schrumpfschlauch ummantelt, hier und da werden diese zusätzlich mit Silikon fixiert. Verzichtet hat NesteQ auf die Verwendung von Schrumpfschlauch an den auf dem PCB verlöteten Kabelenden. Eine Folie zum Schutz vor Kurzschlüssen kommt nur im Bereich des Hauptkondensators vor.