NesteQ E²CS X-Strike XS-1000 - Erscheinungsbild & Funktionsweise

Trotz der hohen Leistung verbaut ELVT die Technik in einem ATX-konformen Gehäuse. Die leicht glänzende und zugleich gebürstete Oberfläche vermittelt einen soliden Eindruck. Kleinere Kratzer gehen in der Struktur unter, so wird das Netzteil auch nach öfterem Umzug in andere Gehäuse kaum Beschädigungen aufweisen - ganz im Gegensatz zum Fingerabdrücken, hierfür ist es leicht anfällig. Die Verarbeitung ist generell auf einem sehr hohen Niveau und lässt keinen Grund zur Kritik zu.

Während der Sticker auf dem Boden des XS-1000 großen Ausmaßes ist, übt man sich bei der Präsentation der 80Plus-Zertifizierung in Zurückhaltung. Kaum sichtbar und leicht verwaschen findet sich das Gold-Logo am unteren Rand wieder. Größere Aufmerksamkeit zieht das Power Monitoring Panel am Heck auf sich. Dieses ist bereits bekannt von der X-Zero-Serie und zeigt mögliche Probleme bei den wichtigen Stromleitungen auf. Grün leuchtende LEDs zeigen die korrekte Funktion des Netzteils an, im Gegensatz dazu deutet eine inaktive LED auf eine Fehlfunktion hin.

Wie auch schon das X-Zero kommt das X-Strike mit einigen Eigenheiten in Bezug auf die Kabelausstattung daher. Zunächst die Basics: Alles Kabel sind, zumindest zum Teil, gesleevt. Der Gewebeschlauch selbst ist recht verwindungssteif, für ein geordnetes Verlegen muss ein wenig mehr Zeit eingeplant werden. Die modularen PCIe-Kabel wie auch die Buchsen am Netzteil sind farbig markiert, ein Fehlanschließen ist so praktisch ausgeschlossen. In Bezug auf die Leistungsklasse des XS-1000 sind die Anschlussmöglichkeiten angemessen. Auch Systeme mit umfangreicher Peripherie können problemlos betrieben werden. Kommen wir auf die Besonderheiten zu sprechen. Während nahezu alle Hersteller für jeden PCIe-Stecker ein eigenes Kabel verwenden, wird hier der (nichtmodulare) 6+2-Pin- vom 6-Pin-Konnektor abgespalten. Dies spart einerseits Platz im Netzteilinneren und bei der Kabeldurchführung nach außen, jedoch verlagert man sich so etwas Unordnung in den Bereich der Grafikkarte. Alles in allem stellt dies jedoch kein Beinbruch dar.

Interessant gestaltet sich die Möglichkeit, einen Strang um weitere zu verlängern. So ist es auch in sehr geräumigen Gehäusen möglich, weitere Strecken zu überwinden und gleichzeitig viele Laufwerke - so zum Beispiel in Fileservern - mit Spannung zu versorgen. ELVT nennt dies "Enhanced Eys Connecting System". Auch eine Kombination zwischen SATA-, IDE- und Floppy-Anschlüssen ist machbar. Sehr praktisch!

 

Zu guter Letzt wollen wir nicht die mögliche Steuerung von Lüftern über das Netzteil verschweigen. Per Adapter lassen sich jeweils drei Lüfter mit 5 V oder 12 V Spannung versorgen. Dies ist nützlich, sofern die auf dem Mainboard vorhandenen Anschlüsse bereits belegt, nicht regelbar oder einfach ungünstig positioniert sind. Der eine oder andere Nutzer kann so vielleicht auch auf eine Lüftersteuerung verzichten.


Nachfolgend die Längen der Kabel:

  • ATX-Mainboard: 60 cm
  • 8-Pin 12 V / 4+4-Pin 12 V: 60 cm / 60 cm
  • 2x PCIe (nichtmodular): 60 cm (6-Pin), 75 cm (6+2-Pin)
  • 4x PCIe (modular): 60 cm
  • 3x 4-Pin-Molex: 25 cm, 40 cm, 46 cm (Verlängerungsanschluss)
  • 5x SATA: 26 cm, 42 cm, 48 cm (Verlängerungsanschluss)
  • 2x Floppy: 6 cm (ab Verlängerungsanschluss)
  • 2x Lüfter: 51 cm, 56 cm, 63 cm
  • 2x Verlängerung: 41 cm


Somit hat sich der Hersteller bei den Punkten, die der Käufer sehen kann, recht ordentlich ins Zeug gelegt. Die technischen Aspekte und der Blick auf das Innenleben bleiben jedoch den meisten Nutzern verborgen, sofern sie ihre Garantie nicht verlieren möchten. Wir lassen es uns wie immer nicht nehmen und öffnen das Netzteil. Die Bauteile sind recht gedrungen, hier zollt man der Bautiefe von 160 mm Tribut. Dennoch wirkt der Aufbau durchdacht und sortiert. Bei den Bauteilen setzt man unter anderem auf deutsche (Infineon MOSFETs) und japanische (Chemi-Con Kondensatoren, 105 °C) Qualität. Auch wenn die Meinungen mittlerweile stark auseinander gehen, ob zwingend Bauteile dieser hohen Güte zum Einsatz kommen "müssen", um eine Langlebigkeit zu garantieren, lässt es sich ELVT beim X-Strike nicht nehmen. Diese Qualität setzt sich in anderen Bereichen fort: Schrumpfschlauch an den Lötstellen und Folien zum Schutz vor Interferenzen und Kurzschlüssen verdeutlichen dies.

Eine weitere Feinheit fällt bei genauerer Betrachtungsweise auf. Am Lüfter, ein Modell von Globe Fan in 135 mm-Bauweise, ist eine Folie angebracht. Diese trägt keineswegs zum Schutz bei, sondern soll den Luftstrom zunächst vom Wabengitter weg durch die großflächigen Kühlrippen leiten. Ziel ist hier ganz klar eine optimierte Kühlung bei gleichzeitig niedriger Drehzahl des Lüfters.

Vergessen wir nicht ein paar Worte zur Technik zu verlieren. Während man zu Zeiten der "normalen" 80Plus-Zertifzierung noch mit baulichen Optimierungen das eine oder andere Prozent an Effizienz gewinnen konnte, muss bei Zielsetzung Silber und Gold tiefer in die Trickkiste gegriffen werden. Des Rätsels Lösung heißt hier "DC-to-DC-Technologie". So setzt ELVT auch beim X-Strike auf diese Bauweise und kann sich so die begehrte Auszeichnung mit einer durchschnittlichen Effizienz von 89,46 % sichern. Im Detail wollen wir an dieser Stelle nicht weiter auf die Technologie eingehen. Dem Interessierten stellt jedoch das Internet zahlreiche Informationen zur Verfügung.