Lian Li Maxima Force 750 Watt ATX 2.3 Netzteil - Erscheinungsbild & Funktionsweise

Wie schon beim Silent Force setzt Lian Li auf eine eher außergewöhnliche Pulverbeschichtung: Je nach Lichteinfall wird das Auge durch die anthrazitfarbene Außenhaut optisch getäuscht. Das Ergebnis ist ein flippiger 3D-Effekt. Die Verarbeitung ist augenscheinlich auf einem hohen Niveau, an keiner Stelle sind scharfe Kanten zu finden. Nicht so recht in das hochwertige Bild passt jedoch der Auslass des Kabelstrangs. Das Sleeve endet bereits außerhalb des Gehäuses und die einzelnen Stränge werden per Kabelbinder, welcher zudem durch ein Loch in der Seitenwand gezogen ist, zusammengehalten. Die Lösung beim Silent Force war nicht nur praktischer, sondern auch einfach ästhetischer anzusehen. Neben dem gewohnten Erscheinungsbild mit Wabengitter am Heck und Sticker mit technischen Daten an der Seitenwand fällt ein kleiner Kippschalter neben dem Powerschalter auf. Mit diesem lassen sich die LEDs des Lüfters je nach Wunsch zu- oder abschalten – ein nettes Gimmick. Das bereits bekannt Typenschild rundet das Gesamtbild ab.


Gänzlich ohne Highlights wartet der Kabelstrang auf. Für ein Netzteil dieser Leistungsklasse kann die Bestückung gar als etwas mager bezeichnet werden. Wir erinnern uns: Zielgruppe der Serie sind in erster Linie die Gamer. Warum man dem 750 Watt-Modell jedoch nur zwei PCIe-Anschlüsse spendiert hat, bleibt uns ein Rätsel. Gerade die Nutzung von High-End Multi-GPU-Systemen macht einen wahren Spieler aus. Diese bleiben jedoch hier außen vor. Schade! Zudem sind wie auch schon bei der anderen Serie aus eigenem Haus die Kabellängen doch recht knapp bemessen. Nutzern von großen Gehäusen empfehlen wir dringend, vor dem Kauf die erforderlichen Längen in Erfahrung zu bringen. Ein weiterer Punkt ohne großen Mehrwert: Vom 8-Pin 12 V EPS-Stecker zweigt sich ein 4-Pin-Stecker ab. In unseren Augen wäre ein einzelner 4+4-Pin-Konnektor die bessere Wahl. So wird in den meisten Fällen ein Stück Kabel frei im Gehäuse hängen.

Nachfolgend die Längen der Kabel:

  • ATX-Mainboard: 50 cm
  • 8-Pin 12 V EPS: 50 cm (4-Pin: 70 cm)
  • 2x 6+2-Pin PCIe: 50 cm
  • 2x 4-Pin-Molex: 55 cm (erster Abgriff), 70 cm (zweiter Abgriff), 85 cm (dritter Abgriff), 100 cm (vierter Abgriff bzw. Floppy)
  • 2x SATA: 55 cm (erster Abgriff), 70 cm (zweiter Abgriff), 85 cm (dritter Abgriff)


Werfen wir einen Blick auf das Innenleben und suchen weiter nach Punkten, warum das Netzteil gerade für Gamer prädestiniert sein soll. Doch auch hier werden wir nicht fündig. Standardkost prägt das Bild. Zwei Kühlkörper mittleren Ausmaßes spalten die Elektronik in drei Teile auf. Generell kann man dem MAXIMA Force eine saubere Verarbeitung bescheinigen, ohne sich aber auch hier in einem Punkt von der Konkurrenz zu unterscheiden. Auf besondere Schutzmaßnahmen, wie Schrumpfschlauch an den auf der Platine verlöteten Kabelenden oder Folien zwischen den Bauteilen, wird verzichtet. Dass bei diesem Netzteil jedoch nicht vollends der Sparkurs gefahren wird, zeigt sich bei der Güte der Bauteile. Zum Einsatz kommen vornehmlich Kondensatoren aus japanischer Fertigung, hier in der 85° C-Variante.

 


Für die aktive Belüftung setzen die Taiwaner auf ein 120 mm-Lüfter aus dem Hause Protechnic Electric, ein chinesischer Hersteller. Leider lassen sich der Typenbezeichnung kaum technische Daten entnehmen, eine Suche in den Weiten des Webs blieb erfolglos. Zumindest offenbaren die angegebenen 0.38 Ampere eine mittlere maximale Drehzahl.