Reviews > Netzteile > In Win Commander 850 Watt ATX-Netzteil > Erscheinungsbild & Funktionsweise

In Win Commander 850 Watt ATX-Netzteil - Erscheinungsbild & Funktionsweise

Wer seinen Wehrdienst nicht verweigert hat, wird wissen, dass ein Militärgegenstand vor allem folgende Eigenschaften haben muss: Funktionalität und Robustheit. Alles Andere ist zweitrangig. So auch das optische Erscheinungsbild, über dem man sicher geteilter Meinung sein kann. Dem Liebhaber jedoch werden die Augen zu leuchten beginnen. Klar wird allerdings sofort, dass dieses Netzteil kaum Platz in einem filigran ausgearbeiteten Moddingsystem Einzug finden wird, vielmehr ist es eher etwas für den grobgeschnitzten Nutzer.

Die Lieblingsfarben des Hobbygenerals dominieren das Bild: Dunkelgrüne Pulverbeschichtung, leuchtend gelbe Schriftzüge, graue Sticker mit den wichtigsten Informationen. Ein äußerst robuster Eindruck wird vermittelt. Der Deckel des Netzteilgehäuses wird zusätzlich an den Seiten verschraubt und verleiht dem Ganzen zusätzliche Stabilität. Alles erscheint, wenngleich dem nicht wirklich so ist, etwas stabiler. Mit einer sauberen und einwandfreien Verarbeitung kann das Netzteil punkten. Kleinigkeiten, wie Schutzkappen für die Konnektoren, werten das Netzteil weiter auf.

Einen ersten Aha-Effekt erleben wir beim Betrachten des Hauptstranges, welcher eigentlich keiner ist. Nur das ATX-Maiboardkabel wird aus dem Netzteilinneren nach außen geführt. Somit ist die volle Flexibilität beim Anschluss der benötigten Kabel und vor allem beim Kabelmanagement gegeben. Es wird nur das angeschlossen, was wirklich erforderlich ist. Wie bei einem Netzteil dieser Leistungsklasse üblich, kann mit dem Commander problemlos ein Multi-GPU-System betrieben werden, vier 6+2-Pin-PCIe-Kabel stehen dazu zur Verfügung. Dazu gesellen sich jeweils zwei Stränge mit insgesamt acht SATA- und sechs 4-Pin-Molex-Konnektoren. Falls noch ein Floppy oder ähnliche Laufwerke zum Einsatz kommen, ist auch hierfür mit zwei Anschlüssen vorgesorgt. Die Kabel selbst sind alle bis knapp an die Konnektoren mit Sleeve versehen. Dieses wie auch die einzelnen Adern ist relativ steif, etwas Kraft muss beim Verlegen aufgewendet werden, damit alles dort sitzt und bleibt, wo es hin soll. Wie so oft sei auch hier angemerkt, dass die Hauptanschlusskabel mit 50 cm relativ knapp bemessen sind. Bei größeren Gehäusen oder Modellen, in denen das Netzteil am Boden verbaut wird, sollte vor dem Kauf nachgemessen werden.



Nachfolgend die Längen der Kabel:

  • ATX-Mainboard: 50 cm
  • 4+4-Pin 12 V: 50 cm
  • 6+2-Pin-PCIe: 50 cm
  • 4-Pin-Molex: 50 cm, 65 cm, 80 cm, 95 cm (Floppy)
  • SATA: 50 cm, 65 cm, 80 cm, 95 cm


Wie der Spint eines Soldaten präsentiert sich auch das Innenleben des Commander: Übersichtlich und aufgeräumt. Selten haben wir eine solche Gliederung erlebt. Wie während eines Appells reihen sich die Bauteile japanischer Herkunft und Qualität auf. Alle Spulen sind mit Schrumpfschlauch versehen, teilweise werden die Bauteile mit Silikon fixiert, somit wird das ungewünschte Summen eingedämmt bzw. verhindert. Folien an den Außenseiten sowie auch zwischen der Elektrik sorgen für Sicherheit, Kurzschlüsse können so wirkungsvoll vermieden werden. Für zusätzliche Sicherheit sind Vorrichtungen gegen Überspannung, Unterspannung und Überlastung verbaut.

Für ausreichend Kühlung während der Hitze des Gefechts sollen große Kühlkörper aus Kupfer sorgen. Filigran gefräßt legen sich diese in L-Form teilweise über die Bauteile und bieten so eine größtmögliche Fläche für die einströmende Luft. Eben diese wird durch einen 140 mm-Lüfter aus dem Hause Yate Loon in das Gehäuse geschaufelt. Dieser lässt bei Betrachten der Bezeichnung und der technischen Daten auf der Herstellerseite einen bei großem Durchsatz und hoher Drehzahl nicht ganz leisen Betrieb vermuten.

Bleibt vor dem Schreiten zum Praxistest noch der Blick auf die Effizienz. Eine  80Plus-Zertifizierung ist vorhanden, wenngleich diese gerade so erreicht wurde. Speziell unter Volllast überschreitet das Netzteil die magische 80%-Hürde nur mit Mühe. Hier darf gerne etwas nachgearbeitet werden, besonders bei leistungsstarken Netzteilen ist sicher noch Potenzial vorhanden.