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Enermax ECO80+ 350W ATX 2.3 Netzteil - Erscheinungsbild & Funktionsweise

Ganz offensichtlich ist die Seelenverwandschaft zum PRO82+. Es kommt das gleich kompakte Gehäuse zum Einsatz wie auch beim  Enermax PRO82+ 385 Watt, sodass sich auch hier der Einsatz in kleinen Gehäusen oder HTPCs anbietet. Praktischer und gleichzeitig hochwertiger empfinden wir die schwarze Bepulverung des Netzteilgehäuses. Diese ist deutlich robuster, als die kratzanfällige Standardlackierung der darüber angesiedelten Serie, und so auch nach mehrmaligem Ein- und Ausbau noch ohne Schäden.


Die Seitenwände des Gehäusedeckels erscheinen im gewohnten Gewand: Der Sticker mit den technischen Daten auf der einen, der eingepresste Firmenschriftzug auf der anderen Seite. Ebenso sorgt das mittlerweile standardisierte Wabengitter am Heck für eine möglichst geräuscharme Entlüftung. Den größten und gleichzeitig auffälligsten Unterschied bekommt der Käufer bereits mit Öffnen der Verpackung zu Gesicht. Enermax verbaut hier einen knallroten 120 mm-Lüfter aus den eigenen Reihen. Eingerahmt wird dieser durch das typische goldene Lüftergitter, auch der patentierte „AirGuard“ kommt wieder zum Einsatz. Durch die trichterförmige Abrundung wird für einen fließenden und somit geräuscharmen Übergang zwischen Deckel und Lüfter gesorgt.


Für ein Netzteil dieser Leistungsklasse verfügt das Enermax ECO80+ über eine ausreichende Anzahl an Anschlüssen. Neben dem 24-Pin-ATX-Mainboardkonnektor stehen ein 4+4-Pin- und 6-Pin-PCIe-Stecker zur Versorgung der Herzstücke eines PCs bereit. Die Längen sind mit 45 cm in Anbetracht des Einsatzgebietes durchschnittlich. Soll das Netzteil in einem großen Gehäuse sein neues Zuhause finden, empfehlen wir vorher das Vermessen desselben, um eine mögliche Inkompatibilität ausschließen zu können. Auch beim ECO80+ finden wir den sich aufspaltenden Strang wieder: Aus diesem ergeben sich die Anschlussmöglichkeiten für Laufwerke und Peripherie. Während für SATA-Laufwerke und Geräte mit 4-Pin-Molex-Anschluss jeweils ein eigenes Kabel zur Verfügung steht, sind an einem dritten die Konnektoren kombiniert. Auch hier zeigt sich eine begrenzte Länge – maximal 55 cm darf ein SATA-Laufwerk vom Netzteil entfernt sein. Alle Kabel erhalten eine, zumindest teilweise, Kabelummantelung in schwarz mit gelben Akzenten. Bewusst verzichtet man seitens des Herstellers auf diese zwischen den einzelnen Konnektoren, just um die Kosten niedrig zu halten. Bei den letzten 15 cm des PCIe-Kabels und der CPU-Spannungsversorgung hätten wir uns diese allerdings gewünscht. Neben diesen Einsparungen sind zudem die Abziehhilfen an den Molex-Steckern dem Rotstift zum Opfer gefallen.


Nachfolgend die Längen der Kabel:

  • ATX-Mainboard: 45 cm
  • 4-Pin 12 V: 45 cm
  • 8-Pin 12 V: 45 cm
  • 6-Pin-PCIe: 45 cm
  • 4-Pin-Molex / SATA (einzeln): 45 cm, 55 cm, 65 cm (Floppy bei Molex)
  • 4-Pin-Molex / SATA (kombiniert): 45 cm (SATA), 55 cm (SATA), 65 cm (Molex), 75 cm (Molex)


Kommen wir zurück zum regelrecht ins Auge stechenden Lüfter. Enermax verbaut hier den Magma 120 mm aus der hauseigenen Twister-Serie. Von den drei dazugehörigen Modellen konnten wir uns  kürzlich bereits ein umfassendes Bild machen. Die Keyfacts der Serie sind das Lager, welches einen fast reibungslosen Betrieb des Rotors und somit eine sehr hohe Lebensdauer möglich macht, sowie die auf „Batwing“ getauften Rotorblätter. Mit ihrer eigenwilligen Form sollen sie bei gleicher Drehzahl 30% mehr Leistung erzielen, mit dem positiven Nebeneffekt, dass die Geräuschentwicklung verringert wird. Der Magma  (technische Daten) scheint somit neben den technischen Aspekten auch durch die verwendeten Materialien für den Betrieb in einem Netzteil geschaffen zu sein.


Nicht vergessen sein soll der Blick auf das restliche Innenleben des ECO80+. Wüsste man nicht, um welches Netzteil es sich handelt, könnte man es in Anbetracht der Ausstattung und Bauteile glatt mit dem PRO82+ verwechseln, der Aufbau scheint identisch. Wir sind in Bezug auf das angestrebte Ziel, ein kostengünstiges Gerät zu bauen schon etwas überrascht, dass man gerade hier, wo im Normalfall kein Nutzer ein Auge werfen kann, auf die gleiche hohe Qualität setzt, wie bei der darüber angesiedelten Serie. Zwar kommt beim Hauptkondensator auch nur eine 85° C-Variante zum Einsatz, an anderen Stellen finden wir jedoch Kondensatoren in höherer Güte mit einer Auslegung auf 105° C. Nicht selbstverständlich in dieser Preisklasse sind ein so gegliederter Aufbau und eine saubere Verarbeitung. Alle Kabelenden sind mit Schrumpfschlauch versehen, auch die eine oder andere Spule bekommt einen solchen Umhang verpasst, wodurch das bekannte Spulenfiepen verringert werden kann. Fixierungen mit Silikon sorgen zusätzlich für einen geräuscharmen Betrieb. Nahezu von einer Meisterleistung kann bei den verbauten Schutzvorrichtungen gesprochen werden: SafeGuard nennt Enermax dieses System. Ein achtfacher Schutz gegen Überstrom, Überspannung, Unterspannung AC, Unterspannung DC, Überlastung, Überhitzung, Kurzschluss sowie unvorhergesehene Stromstöße trägt unmittelbar zur Sicherheit bei, wohl einmalig in dieser Klasse. Üblich hingegen sind heutzutage die Folien im Netzteil, welche wirksam Kontaktkurzschlüsse zwischen den Bauteilen und dem Netzteilgehäuse verhindern.