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COUGAR CM Power 700 Watt ATX 2.3 Netzteil - Erscheinungsbild & Funktionsweise

Hält man das COUGAR CM Power in seinen Händen, wird schnell klar, dass es optisch nichts für Freunde des Understatements ist. Das Gehäuse kommt in einer knalligen orangenen Metalliclackierung daher. Dem Modder hingegen wird das Herz höher schlagen, kann so dem Gehäuse weiteres Leben eingehaucht werden.

Grundsätzlich kommt das Netzteilgehäuse ohne größere Highlights daher, da und dort werden jedoch Akzente gesetzt. Sei es das Markenlogo auf dem schwarzen Lüftergitter oder der beleuchtete Powerschalter neben dem Wabengitter am Heck. Während eine Seitenwand den obligatorischen Sticker mit den technischen Daten beheimatet, erstrecken sich auf der gegenüberliegenden Seite das Logo sowie der Markenschriftzug in Form einer Pressung.


Das Haupterkennungsmerkmal stellen ganz klar die modularen Anschlüsse dar. Diese hinterlassen einen soliden Eindruck und sollten auch nach mehrmaligem Abziehen und Anstecken der Kabel keine Verschleißerscheinungen zeigen. Gleichzeitig sind sie die einzigen Erhebungen, die um ein paar Millimeter über den Rand des Gehäuses hinausragen. Umrahmt werden sie von einem Sticker, der auch dem ungeübten Bastler eindeutig zu erkennen gibt, welches Kabel wo angeschlossen werden darf bzw. muss.


Passend in das optische Gesamtbild fügen sich die Kabel bzw. deren Sleeves ein. Die Farbkombination aus schwarz, weiß und orange lockert das doch sonst recht eintönige Schwarz etwas auf. Bereits am nativen Hauptstrang befinden sich nahezu alle benötigten Kabel für den Einsatz am PC. Dazu gehören neben den Konnektoren für die Spannungsversorgung des Mainboards und der CPU zwei PCIe-Anschlüsse sowie ein Kabel mit drei Molex-Anschlüssen. Ergänzt werden können diese mit den beigelegten modularen Kabeln. Zwei weitere PCIe-Stränge versorgen dann das Multi-GPU-Gespann mit Spannung, bis zu sechs Laufwerke mit SATA-Konnektoren und weitere Peripherie mit Molex-Anschluss bilden ein umfangreiches Paket. Wer diese Möglichkeiten ausschöpft, wird unumgänglich ein größeres PC-Gehäuse einsetzen. Hier kann es je nach Positionierung des Netzteils zu Kompatibilitätsproblemen kommen. Die Kabel sind unter Umständen kurz, als dass jeder Anschluss bequem erreicht werden kann. Schade ist, dass nicht alle Molex-Anschlüsse mit einer Ausziehhilfe ausgestattet sind.


Nachfolgend die Längen der Kabel:

  • ATX-Mainboard: 50 cm
  • 8-Pin 12 V / 4-Pin 12 V: 50 cm / 65 cm
  • 6-/6+2-Pin-PCIe (nativ): 50 cm
  • 6-/6+2-Pin-PCIe (modular): 50 cm
  • 2x SATA (modular): 50 cm (erster Abgriff), 65 cm (zweiter Abgriff), 80 cm (dritter Abgriff)
  • 4-Pin-Molex (nativ): 50 cm (erster Abgriff), 65 cm (zweiter Abgriff), 80 cm (dritter Abgriff), 95 cm (Floppy)
  • 4-Pin-Molex (modular): 50 cm (erster Abgriff), 65 cm (zweiter Abgriff), 80 cm (dritter Abgriff)


Gesamt betrachtet vermittelt das COUGAR CM Power also einen sehr hochwertigen Eindruck. Mit dem Öffnen des Netzteils zeigt sich, ob auch das Herz von Qualität zeugt, so wie es Compucase verspricht. Bereits der erste Blick offenbart, dass hier erfahrene Profis am Werk sind: Gegliederter Aufbau, hochwertige Bauteile, Schutzvorrichtungen – so kurz und prägnant kann das Innenleben beschrieben werden. Doch wollen wir ein paar mehr Worte dazu verlieren.


Beim COUGAR CM Power kommen nur Bauteile bester Qualität zum Einsatz, so ist es selbstverständlich, dass Kondensatoren japanischer Herkunft in 105° C-Güte verbaut werden. Relativ kleine Kühlkörper deuten auf die hohe Effizienz und somit geringer Verlustleistung hin, welche wiederum weniger Abwärme verursacht. Zwischen einzelnen Bauteilen werden immer wieder Schutzfolien platziert. Hierdurch sollen Interferenzen oder gar Kurzschlüsse vermieden werden. Die gleiche Funktion erfüllen die Schrumpfschläuche an den auf der Platine verlöteten Kabelenden. Auf den übermäßigen Einsatz von Silikon wird verzichtet. Dort, wo es geschieht, ist es aufgrund seiner schwarzen Farbgebung kaum auffällig.


Das technische Design hält noch weitere Besonderheiten bereit. Alle COUGAR-Netzteile haben für jede Ausgangsspannung eine eigene interne Schaltung. Durch mehrfache Schutzfunktionen ist diese gegen Über- und Unterbelastung abgesichert. Vorteil hier ist, dass die Ausgangsspannungen wesentlich stabiler sind und nur noch sehr geringen Spannungsspitzen unterliegen. Weiterhin besitzen alle Netzteile eine automatische Lastenverteilung auf den 12 V-Leitungen. Ungenutzte Leitungen unterstützen so eine stärker belastete Leitung. Gerade in Systemen mit High-End-Grafikkarten kann eine 12 V-Leitung, die für andere Bereiche zuständig ist, unter Last für stabilere Spannungen sorgen.


Weniger Informationen gibt Compucase beim verbauten Lüfter preis. Dennoch bleibt es mithilfe von Suchmaschinen kein Geheimnis, dass es sich hierbei um einen Ventilator von Young Lin-Tech Co. Ltd. handelt. Die Eckdaten versprechen einen gemäßigten Geräuschpegel während des Betriebs. Unterstützend soll hier die temperaturgeregelte Lüftersteuerung eingreifen. Die Drehzahl des Lüfters steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Temperatur der Kühlkörper, wie der dort angebrachte Sensor vermuten lässt.