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Spannungsmessungen

Um die vom Hersteller versprochene hohe Effizienz bei geringer Auslastung überprüfen zu können, unterziehen wir das Netzteil einem weiteren Test: Für diesen Vergleich werden alle Netzteile durch den Teststand identisch belastet. Somit ist ein direkter Vergleich möglich und Unterschiede in der Leistungsaufnahme werden sichtbar. Dies wiederum gibt Aufschluss, ob ein Netzteil mehr oder weniger effizient als Modelle anderer Hersteller arbeitet.

Vorerst jedoch Informationen zur Leistungsaufnahme im ausgeschalteten Zustand. Hier gibt sich das ES-800 keine Blöße: Gerade ein Watt wird aufgenommen. Keine Überraschung gibt es bei der Abschaltung durch Umlegen des Netzschalters. Das Messgerät bestätigt unsere Vermutung, der Verbrauch sinkt auf null. So muss es sein.

Im Folgenden die Diagramme zu den einzelnen Spannungsmessungen:


3,3 Volt Leitung:


5 Volt Leitung:


12 Volt Leitung:

Das BFG ES-800 ist mit vier 12V-Spannungsleitungen ausgestattet. Auf den ersten Blick ist dem noch nichts Ungewöhnliches zu entnehmen. BFG begrenzt jedoch die Leitungen nicht wie üblich bei 240 Watt, sondern stellt die Überstrombegrenzer höher ein, sodass gerade für High-End-Grafikkarten ein üppiger Overhead zur Verfügung steht. Mit sage und schreibe 36A können die +12V3 und +12V4-Leitung belastet werden, dies entspricht jeweils maximal 432 Watt. Kommenden Grafikkartengenerationen mit möglicherweise weiter steigendem Verbrauch ist das ES-800 also gewappnet.
Entsprechend hoch haben wir das Netzteil im Test belastet. Erst bei einer netzseitigen Last von 1080 Watt, was einer Output-Leistung von ca. 870 Watt entspricht, war das Ende der Fahnenstange für unseren Teststand erreicht. Auch hier zeigte das kleine Kraftwerk noch keine Schwächen. Wie während des gesamten Tests lagen die Spannungen ganz klar innerhalb der ATX-Spezifikationen. Leistungsreserven auch über die maximale Belastungsgrenze von 800 Watt sind vorhanden. BFG gibt an, dass die Leistung von 800 Watt dauerhaft, selbst bei einer realistischen Umgebungstemperatur von 40°C, zur Verfügung gestellt werden kann. Andere Hersteller beziehen sich hierbei auf die Zimmertemperatur.

Überzeugen kann die Funktion des Lüfters und der Lüftersteuerung, zumindest bis zu einem gewissen Punkt. Kann der Lüfter über große Bereiche der Auslastung, bedingt durch wenig Abwärme, langsam drehen und dadurch als sehr leise bezeichnet werden, sorgt die Steuerung für ein plötzliches Hochdrehen bei Erreichen einer bestimmten Temperatur bzw. Belastung. Wird dieser Wert wieder unterschritten, fällt der Lüfter wieder auf seine langsame Drehzahl zurück und verstummt. Der Lüfter bei hoher Drehzahl bestimmt die Geräuschkulisse in einem luftgekühlten System, diese kann jedoch noch als vertretbar bezeichnet werden. Eine feiner abgestimmte Steuerung wäre hier sicher empfehlenswert, zumal das Netzteil über den gesamten Test relativ kühl blieb. Ein gewisser Sicherheitspuffer scheint eingerechnet.

Kommen wir auf den angekündigten Vergleichstest zurück. Dazu nachfolgende Diagramme zur optischen Untermalung.

Vergleich Leistungsaufnahme:


Vergleich Effizienz:


Differenz Leistungsaufnahme:


Was im ersten Diagramm kaum ersichtlich ist, wird bei Betrachten der zwei anderen Grafiken umso deutlicher. Selbst bei minimaler Auslastung von unter 50 Watt und somit deutlich unter 10 Prozent kann das BFG ES-800 mit der geringsten Leistungsaufnahme im Vergleich aufwarten. Ein technisch veraltetes Enermax Liberty 400W zeigt deutliche Schwächen und schneidet mit Abstand am schlechtesten ab. Hier ist ganz klar zu erkennen, welche Fortschritte in den letzten Jahren in Bezug auf Effizienz gemacht wurden. Auch wenn die absoluten Unterschiede in der Leistungsaufnahme zu den anderen Testkandidaten relativ gering sind, zeigt der Test, dass die Entwicklungsabteilung von Andyson ganze Arbeit geleistet hat. Die Rechnung geht auf. Endlich versteht es ein Hersteller, ein Netzteil zu entwickeln, dass nicht nur auf maximale Last ausgelegt ist, sondern auch in einem PC mit geringer Leistunsaufnahme im Idle-Betrieb höchst effizient arbeitet. Gerade Nutzer von nVidias Hybrid-SLI-Systemen werden dankbar sein, denn sie benötigen nur beim Spielen ein leistungsstarkes Netzteil.