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Erscheinungsbild & Funktionsweise


"Spieglein, Spieglein an der Wand…" – Dies geht einem sofort durch den Kopf, hat man das Netzteil in den Händen. Auf Hochglanz getrimmt, präsentiert sich das ES-800 äußerst edel. Graue und schwarze Elemente bestimmen das Bild, das in die Seitenwände eingepresste Firmenlogo wertet das Gehäuse weiter auf. Auf weitere Blickfänger, wie ein im Betrieb leuchtender Lüfter, wird verzichtet – Schlichtheit wird groß geschrieben.


Ein großer Aufkleber im Deckel gibt neben den Leistungsdaten noch Einblick in die verschiedenen Zulassungen und zeigt die Seriennummer des Netzteils. BFG gewährt auf das ES-800 eine lebenslange Garantie, in Deutschland ist diese auf, im Vergleich zur üblichen Dauer der Gewährleistung, lange fünf Jahre beschränkt.
Obwohl mit einer äußerst hohen Effizienz geworben wird, sucht man auf Netzteil, Verpackung und im Handbuch vergebens nach dem 80Plus-Logo und der damit verbundenen Bestätigung der Zertifizierung. Auch hier gibt sich BFG sehr zurückhaltend. Dies ist sehr verwunderlich, ist  die Zertifizierung doch vorhanden und bescheinigt bereits bei 20% Auslastung einen Wirkungsgrad jenseits von 84 Prozent.


Bei den Anschlussmöglichkeiten setzt BFG beim ES-800 auf die gewohnte Bauweise. Ein dicker Strang wird aus dem Gehäuse geführt und splittet sich in acht einzelne Kabel auf. Nur acht Kabelstränge trotz Multi-GPU-Unterstützung? Eine Besonderheit, die wir so bisher noch nicht beobachten konnten. Der genauere Blick offenbart das Geheimnis: Wo andere Hersteller für jeden PCIe-Konnektor einen einzelnen Kabelstrang verwenden, zweigt BFG jeweils einen zweiten Anschluss vom ersten Konnektor ab. Vorteilhaft, sobald stromhungrige Grafikkarten zum Einsatz kommen, die nach zwei PCIe-Anschlüssen verlangen. So muss ein Kabel weniger durch das Gehäuse gelegt werden und der Luftstrom wird nicht unnötig behindert. Kaum etwas anderes dürfte der Fall sein, da ein Netzteil dieser Leistungsklasse eher selten in Computern mit einfacher Ausstattung zum Einsatz kommen dürfte. Trotzdem der Hinweis an die Casemodder und Perfektionisten des Kabelmanagements: Beim Einsatz von Grafikkarten mit nur einem 6pin-Stromanschluss hängt der Abzweig unschön im Gehäuse. Auch die Länge des Abzweigs mit 15 cm ist nicht optimal gewählt. Da die Stromanschlüsse an High-End-Karten direkt nebeneinander positioniert sind, entsteht beim Anstecken der Konnektoren eine Art Schleife, die sehr steif ist und so einen unschönen Anblick hinterlässt. Gleiches Prozedere wiederholt sich übrigens bei der CPU-Spannungsversorgung.


Ausreichend Anschlussmöglichkeiten für Laufwerke stehen zur Wahl: Neben zwei Kabelsträngen mit jeweils drei 4pin-Molex- und einem Floppykonnektor verfügt das ES-800 über insgesamt sechs SATA-Konnektoren, ebenso aufgeteilt auf zwei Kabel. Der hochwertige Gesamteindruck setzt sich auch hier fort, so sind alle Kabel bis nah an die Stecker gesleevt.

Nachstehend die Längen der einzelnen Kabel:

  • Länge des ATX-Mainboard-Steckers: 50 cm
  • Länge des 4pin 12V ATX-Steckers: 65 cm
  • Länge des 8pin 12V EPS-Steckers: 50 cm
  • Länge des 6pin/6+2pin PCIe-Stecker: 50 cm / 65 cm
  • Länge der 4pin-Molex-Stränge: 50 cm (erster Abgriff), 65 cm (zweiter Abgriff), 80 cm (dritter Abgriff), 95 cm (Floppy)
  • Länge der SATA-Stränge: 50 cm (erster Abgriff), 65 cm (zweiter Abgriff), 80 cm (dritter Abgriff)


Die Dimensionierung des schwarzen Lüftergitters lässt es bereits erahnen: Für die aktive Belüftung und Kühlung sorgt ein 138mm-Lüfter. Mit seinen neun schwarzen Lüfterblättern verwehrt er von außen nahezu komplett einen näheren Blick auf das Innenleben. Über den Hersteller schweigt man sich gewohnterweise aus, sodass erst ein Öffnen des Netzteils Klarheit bringt. BFG setzt auf ein kugelgelagerten Ventilator von  Globefan Technology Co., Ltd., der auf den Modellnamen  RL4Z B1382012H hört. Mit einer Anlaufspannung von gerade einmal 3,5V ermöglicht er so niedrige Drehzahlen von unter 700 Umdrehungen pro Minute und soll damit für eine geräuscharme Kühlung bei geringer Auslastung sorgen. Bei Bedarf dreht der Lüfter mit bis zu 1.800 Umdrehungen pro Minute, geregelt wird dies durch die vorhandene Lüftersteuerung. Auf den Namen "Thermal Control-Technology" wurde sie von BFG getauft.


Mit Abnahme des Deckels ist der Blick auf das Innenleben frei. Beeindruckend ist der Umfang der Bauteile im Vergleich zu anderen getesteten Netzteilen. Hier verbirgt sich auch das Geheimnis der Funktionsweise. Das ES-800 kann die Arbeitsfrequenz modulieren und ein kleineres Netzteil emulieren. Somit arbeitet das ES-800 auch bei einer Last von 10 Prozent sehr effizient und erreicht einen Wirkungsgrad von 80 Prozent.
Ein hoher Wirkungsgrad steht im Einklang mit geringer Wärmeentwicklung. So ist es nicht verwunderlich, dass gerade einmal zwei schmächtig wirkende Kühlkörper zwischen den Bauteilen zur Wärmeweiterleitung und –abgabe platziert sind. Diese sollen in Verbindung mit dem 138mm-Lüfter für ausreichend Kühlung sorgen.

Die Fertigung des Netzteils überlässt man wie üblich Firmen mit Sitz im asiatischen Raum. Im Falle des ES-800 erledigt dies  Andyson International Co., Ltd., ein seit 1997 fungierender taiwanesischer Hersteller mit einer Produktionskapazität von über zwei Millionen Netzteilen pro Jahr.



Der folgende Test wird Aufschluss geben, wie sich das ES-800 neben den Spannungsmessungen in einem weiteren Test im Vergleich zu anderen Netzteilen bei geringer Auslastung schlägt.