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Spannungsmessungen, Temperatur- und Geräuschpegel

Nachdem unser ersten Testmodell spürbare Probleme hatte, die angegebene Leistung zu erreichen und durch teilweise extreme Temperaturen auffiel, bestand Arctic Cooling auf den Austausch des Netzteils. Vermutet wurde ein Defekt, da diese Werte keineswegs der Normalität entsprechen. Mit dem uns dann zugesendeten Modell konnte der Test problemlos durchgeführt werden.

Seasonic hat seine Hausaufgaben gemacht, der Test zur Leistungsaufnahme bei ausgeschaltetem PC wird mit Bravur bestanden. Unser Messgerät Voltcraft Energy Check 3000 bescheinigt knapp 2 Watt, ein guter Wert.

Vorweg ein paar Worte zur Belastung des Netzteils. Laut Herstellerangaben ist das Fusion 550R für eine dauerhafte Belastung von 500 Watt nominal ausgelegt, Spitzenbelastungen von 550 Watt werden verkraftet. Der Hersteller geht noch optimistischer an die Sache: Auch Belastungen jenseits 600 Watt Output soll das Netzteil verkraften. Die Grafikkarte des Testsystems wurde für den Belastungstest ausgebaut. Wir haben uns für einen realistischen Test für folgende maximale Lastzustände entschieden:

  • Teststand PCIe 1 – 12 V: 300 Watt Input
  • Teststand PCIe 2 – 12 V: 300 Watt Input
  • Teststand 5 V: 35 Watt Input
  • Teststand 3,3 V: 35 Watt Input
  • Testsystem (PC): ca. 100 Watt Output


Im Folgenden die Diagramme zu den einzelnen Spannungsmessungen:


3,3 Volt Leitung:


5 Volt Leitung:


12 Volt Leitung:

Bereits mit unserer Konfiguration aus Testsystem und Zusatzlast durch den Teststand erreichten wir eine maximale Leistungsaufnahme von 710 Watt netzseitig. Bei Verwendung einer CPU mit größerer Leistungsaufnahme sind höhere Werte problemlos möglich. Ebenso können weitere Festplatten oder andere Peripherie zum Einsatz kommen. Einen Dauereinsatz ist mit einer solchen Konfiguration nicht empfehlenswert, sofern man dauerhaft Freude am Netzteil haben will.

Der Blick auf die Diagramme offenbart, dass Arctic Cooling nicht zu viel versprochen hat. Erst bei einer Leistungsaufnahme von über 700 Watt stieß das Fusion an seine Grenzen. Immerhin sind dies bei einer Effizienz von mindestens 80% stattliche 570 Watt Outputleistung. Eine weitere Erhöhung der Last auf der 12 V-Leitung führte unweigerlich zum Abschalten des Netzteils. Der Überlastungsschutz arbeitet demnach ohne Probleme.

Als erfreulich ist die Geräuschkulisse einzustufen. Während der Lüfter unter geringer Belastung nicht wahrnehmbar ist, ist selbst bei Volllast über einen längeren Zeitraum nur ein gleichmäßiges Lüfterrauschen zu verzeichnen. Die Entkopplung des Lüfters bewirkt somit offenkundig Wunder.

Der Luftdurchsatz im Netzteil ist spürbar gering, so ist nicht mehr als ein schwacher Luftzug am Heck zu bemerken. Trotzdem bleiben alle Bereich des Netzteils erstaunlich kühl. Selbst unter Volllast ist es subjektiv betrachtet eines der kühlsten Modelle, die wir bisher im Test hatten. Auch wenn die Kondensatoren Temperaturen bis 105 °C aushalten, sei auf eine aktive Belüftung des Computergehäuses explizit hingewiesen. Durch die Positionierung des Netzteillüfters trägt das Netzteil kaum zum Wärmeabtransport im Bereich des CPU-Kühlers bei.