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Temperaturmessungen

Um einen adäquaten Vergleich und einen Überblick über das Gesamtbild des Aufbaus zu ermöglichen, haben wir die per Aquaero gemessenen Temperaturen an verschiedenen Punkten gemessen. Einmal direkt am Netzteilkühlkörper, dann am höchsten Punkt im Netzteilinneren, weiterhin mittig und freihängend im HTPC-Gehäuse und schlussendlich noch außerhalb des Gehäuses im Raum.

Nach knapp zwei Stunden hatten sich die Idle-Temperaturen eingependelt. Unter Lastbedingungen hat es noch mal eine Stunde länger gedauert.





Dem engen und hochkanten Aufbau zum Trotz, kann sich das Calmer bei normaler bis mittlerer Auslastung in anständigen Temperaturbereichen halten. Auch wenn die Werte zunächst hoch erscheinen, sind sie angesichts der passiven Kühlung vertretbar und lassen beim Betrieb in einem normalen ATX Gehäuse auch noch Besserung erwarten. Der Mehrverbrauch von 60W unter Last hat dennoch Auswirkungen auf die Hitzeentwicklung. Ein Anstieg von 5,3K ist nicht zu verachten, allerdings auch kein Beinbruch.
Interessanter wird da schon die Betrachtung der Hitzeentwicklung bei 410W ausgangsseitiger Belastung. Mit 94,7°C steigt die Temperatur durch extreme Beansprechung des Calmers in gefährliche Höhen. Auch die Innentemperatur ist mit über 70°C keineswegs zu verachten und dürfte für ein kurzes Komponentenleben sorgen. Mit einem 20,7°C warmen Zimmer ist der Zenit dabei noch lange nicht erreicht - insbesondere im Hochsommer dürften Benutzer eines Silent-Systems und hohen Anforderungen derart kritische Werte erreichen können.

Nicht uninteressant ist im Zusammenhang mit diesen Werten, dass Amacrox (trotz konträrer Aussagen in der Anleitung) keine Temperaturabschaltung in das Netzteil integriert hat. Ob gut oder gefährlich, das darf jeder für sich entscheiden.



Spannungsmessungen

Bei den Spannungsmessungen kam ein Voltcraft Multimeter des Typs VC-220 zum Einsatz. Mit einer Genauigkeit von 0,5% + 5 digits wurden die Leitungen bei verschiedenen Belastungen, nach Erreichen der höchsten Betriebstemperaturen, auf ihre Stabilität überprüft.





Die 3,3V Leitung unseres Testexemplars bietet keinen Grund für Besorgnisse. Selbst unter starker Last sind keine Einbrüche zu verzeichnen. Dies könnte sich natürlich je nach Anzahl der verbauten Festplatten ändern. Wer sich allerdings auf 2-4 Exemplare beschränkt, sollte keine bösen Überraschungen erleben. Auch beim Enermax Liberty sind keine größeren Abweichungen zu erkennen. Dennoch geht dieser Punkt klar an Amacrox.





Auch die 5V Leitung bleibt den ganzen Test über stabil. Hier gab es keine Auffälligkeiten beim Calmer. Bei unserem Referenznetzteil sieht das ähnlich aus, wenngleich auch hier die Stabilität hinter der vom Calmer zurück bleibt. 2:0 für Amacrox.





Bei der 12V Leitung scheiden sich meist die Geister. So viel Ampere wie möglich sollen auf dem Blatt stehen, sonst tauge das Gerät nichts, hört man all zu oft. Doch trotz dem vergleichsweise schwachen Auftreten auf dem Papier, zeigt sich die 12V Leitung des Calmers unnachgiebig. Nicht einmal ein Prozent beträgt die höchste Abweichung vom Sollwertes 12.00V. Und das selbst bei 410W netzseitiger Auslastung und einer Höchsttemperatur von 94,7°C am Kühler. Eine mehr als beachtliche Leistung für ein passives Netzteil. Und im Vergleich zu unserer Referenz steht es schließlich 3:0 nach Punkten. Das Enermax büßt trotz seiner Wasserkühlung deutlich an Spannung ein auf der 12V Leitung. Innerhalb der Toleranzen, jedoch weit entfernt von der hohen Qualität des Calmers.