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Erscheinungsbild und Funktionsweise

Was dem versierten Benutzer sofort auffällt, ist die stabile Haptik. Trotz der Lochgitter fasst sich das Calmer an, als hätte es ein geschlossenes Gehäuse. Da klappert nichts, da verrutscht nichts, da lässt sich nichts eindrücken.

Mutig ist Amacrox, was die Farbwahl anbelangt. Im Kontrast zum allseits beliebten Schwarz wählte der Hersteller eine weiße Gehäuselackierung, die wunderbar mit den roten  Kühlkörpern und den schwarzen Gittern harmoniert. Ob diese wenig konservative Optik aber auch bei jedem Käufer Anklang findet, ist ungewiss.
Der Powerschalter an der Rückseite des Netzteils leuchtet im Betrieb rot und sollte somit den einen oder anderen in der Dunkelheit suchenden Käufer erfreuen.
Zwei mickrige Lackabplatzer am Gitter stellen die einzige Verarbeitungsschwäche unseres Probanden dar und sind fast nicht der Rede wert.

Die vorhandenen Kabelstränge sind allesamt mit einer eher steifen Ummantelung gezähmt. Auffällig ist die geringe Anzahl an Kabeln. Mit lediglich zwei S-ATA-, sechs 4-Pin-Molex-, den beiden ATX-Mainboard- und einem FDD-Stecker bietet das Calmer nur das Nötigste. Insbesondere einen PCI-E x6-Anschluss hätten wir uns noch gewünscht, wenngleich genügend Molex-Stecker vorhanden sind, um einen Adapter zu verwenden. Über diesen Verlust hilft auch das 2-Pin-Lüfterkabel nicht hinweg, welches für den beigelegten Lüfter gedacht ist und mit 45cm Länge ausreichend dimensioniert wurde.
Der 24-Pin-ATX-Stecker ermöglicht sowohl einen Betrieb mit einem 20-Pin- als auch einem 24-Pin-Mainboard, ist jedoch, wie alle sonstigen Kabel auch, mit 37,5cm sehr kurz geraten. Die S-ATA-Stecker können 38 bzw. 53cm vom Netzteil entfernt werden, bei den Molex-Steckern sieht es ähnlich aus. Nur das FDD-Kabel ist 65cm lang und wahrscheinlich auch für einen Big-Tower bestens geeignet. Ansonsten gilt: Für den Betrieb im Midi- oder HTPC-Case ist unser Proband prädestiniert. Big-Tower-User müssten wohl oder übel auf Verlängerungskabel zurückgreifen.
Qualitativ gesehen fiel nur ein Stecker aus dem Rahmen. Der gerade S-ATA-Anschluss ließ sich nur mit Kraft befestigen, was gerade für Montagen auf engem Raum - mit begrenzt möglichem Kraftaufwand - ein Ärgernis darstellen kann.

Riskiert man trotz Todesgefahr einen Blick in das Innere des Netzteils, kann man einen genaueren Blick auf die Kühllösung von Amacrox werfen. Mit großen, rot eloxiertem Aluminiumkühlkörpern versucht man der Abwärme Herr zu werden. Auch hier ist sauber gearbeitet worden.

Das Calmer ist kompatibel zu Wechselstrom im Bereich 110V-230V. Hierdurch wird das Umschalten des Netzschalters überflüssig, was schon so manchem Netzteil zum Verhängnis wurde. Und sollte trotzdem mal zu viel Strom aus der Steckdose kommen, so schaltet sich das Netzteil, hoffentlich frühzeitig, ab.
Auch die bei unserem Testsample vorhandene aktive Leistungsfaktorkorrektur (PFC) ist ein mittlerweile zwar fast standardmäßiges, doch nicht immer anzutreffendes Feature. Hierdurch werden nicht nur Netzschwankungen geglättet, sondern auch die Blindleistung auf ein Minimum reduziert. Die passive Variante erzielt hierbei weniger gute Ergebnisse.

Die Leistungsangaben des Calmers lesen sich da schon weniger ermutigend. Mit 14 und 15A auf den beiden 12V Leitungen möchte der Hersteller selbst Highend-Systemen einen stabilen Betrieb gewährleisten. Dass andere Mitbewerber hier deutlich potenter erscheinen, kann aber auch damit zusammenhängen, dass deren Leistungsangaben mehr Farce als Realität sind. Tatsächlich geleistete 29A würden theoretisch mehr als genug Ströme offerieren, selbst bei einem Quad Core und einer HD2900XT. Wird dann allerdings übertaktet, könnte es tatsächlich eng werden.

Wie sich das Netzteil im Betrieb schlägt, lest ihr im Testteil.