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Auswertung

Die hohe Verarbeitungsqualität und gute Ausstattung des Calmers wissen zu gefallen. Lediglich die auf HTPC- und Midi-Gehäuse abgestimmte Kabellänge und fehlende PCI-E x6-Stecker lassen Grund zur Kritik.

Die Temperaturen hielten sich trotz des fordernen Aufbaus in Grenzen. Erst mit einem Quad Core @ 1.5V bei 3,2 Ghz und einer übertakteten 8800 GTS wurden wirklich kritische Werte erreicht. Vor einer lastseitigen Auslastung von 380W, bei sommerlich hohen Zimmertemperaturen, sind also keine Schwierigkeiten aufgrund überhöhter Werte zu erwarten.

Die Spannungsstabilität, insbesondere die Spannung der 12V Leitung, war angesichts der Temperaturen überragend. Selbst bei einer netzseitigen Auslastung von über 90% brach keine der Schienen ein. Hier hat Amacrox wahrlich gute Arbeit geleistet - das Calmer steht der belüfteten Konkurrenz in nichts nach.

Was die Effizienz unseres Probanden anbelangt, ist ein Urteil definitiv möglich: Die 80+ Lizenz hätte es verdient. In allen von uns getesteten Lastbereichen arbeitet es effizienter als das Enermax Liberty 500W. Ob die angegebenen 89% unter Last nun aber tatsächlich erreicht werden, können wir leider (noch) nicht präzise genug beurteilen. Dennoch: Mit den von uns notierten Input-Leistungen, kommen wir bei Vergleichsrechnungen mit dem Enermax-Netzteil stets in die Region von 89%. Wenngleich diese Messwerte und Rechenergebnisse in diesen filigranen Gefilden der Effizienzrechnungen mit Vorsicht zu genießen sind, scheinen die Angaben von Amacrox durchaus realistisch.

Die Nebengeräusche hingegen werden mit zunehmender Beanspruchung des Netzteils zu einem wichtigeren Faktor. Sind sie bei 280W lasteitiger Auslastung noch recht verhalten, "tsutselt" das Calmer bei 385W munter und in einem extrem leisen System durchaus hörbar. Zu hochfrequent und lebhaft kommen die Geräusche hier aus dem Netzteil, als dass man sie mir nichts dir nichts überhören könnte.
Wobei angemerkt sei, dass auch das Referenznetzteil (Enermax Liberty 500W mit Wasserkühlung) hier nicht überzeugen konnte. Die Störgeräusche scheinen nach wie vor eine Herausforderung für die Hersteller zu sein, der sie sich - zur Freude aller Silent-Freaks - gerne annehmen dürften.

Der beigelegte Lüfter erscheint fehl am Platz. Über das 2-Pin-Lüfterkabel betrieben, dreht er schon im Idle-Betrieb mit über 8V und somit 1200 U/min. Das sind indiskutable Drehzahlbereiche für den Gebrauch mit einem passiven Netzteil. An einer Lüftersteuerung oder angeschlossen per (leicht selbst zu bastelndem) 5V Adapterkabel, könnte er dem ambitionierten Silent-Bastler jedoch durchaus gefallen.


Fazit


Das Fazit fällt also zweigeteilt aus. Das Amacrox Calmer AX 460-PFL01 verfehlt trotz enorm stabiler Spannungen, was bei passiven Netzteilen keine Selbstverständlichkeit ist, den Award. Das bedingen vor allem die Nebengeräusche unter Last, sowie die kleineren Mängel, u.a. die fehlende Kabelvielfalt. Das kann auch die sehr gute Effizienz nicht ausgleichen. Sollte Amacrox es allerdings schaffen, ein Gerät ohne Nebengeräusche, mit noch besserer Kühlung auf den Markt zu bringen, das sowohl die hier gesehene Verarbeitungsqualität als auch die Spannungsstabilität aufweisen kann, wäre ein Award fällig.
Empfehlen und ans Herz legen können wir das momentan erhältliche Calmer AX 460-PFL01 Produkt lediglich denjenigen Suchenden, die einen möglichst leisen Office-Rechner bauen möchten, denn im Idle-Betrieb oder unter geringer Belastung gibt das Calmer praktisch keinen Mucks von sich. Es sei jedoch angemerkt, dass die belüftete Konkurrenz im Idle-Modus ebenfalls subjektiv lautlos zu arbeiten vermag, dabei aber kühler - und das meist für einen Kaufpreis unterhalb von 80€.



Wir bedanken uns bei Amacrox für die Bereitstellung des Testsamples.


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