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My Home is my Castle - die Fernbedienung als Zepter

Nachdem wir auf der vorherigen Seite einen kurzen Überblick über die Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten gegeben haben, werden wir uns im Folgenden dem Bedienkomfort widmen. Dazu gehört unserer Meinung nach auch eine zufriedenstellende Bedienungsanleitung. Dies ist hier allerdings nicht in jedem Bereich der Fall. Zum Einen ist das beiliegende Heftchen ausschließlich in englischer Sprache gehalten, zum Anderen werden selbsterklärende Menüpunkte beleuchtet, weniger aussagekräftige Dinge, wie die Standard-PIN, gar nicht bedacht. 

 

Sobald man die Fernbedienung das erste Mal in den Händen hält, bemerkt man das geringe Gewicht trotz eingelegter Batterien. Durch die Länge ist es aber nicht möglich, alle Knöpfe mit nur einer Hand zu erreichen. Dennoch besitzt jede Taste einen sanften Druckpunkt. Dank der recht großen Tastenabstände ist zudem ein gezieltes Drücken jederzeit gewährleistet.

Nichtsdestotrotz ergaben sich zwei kleinere Kritikpunkte. Zum Einen wird innerhalb der Menüführung auf eine Taste mit der Aufschrift "OK" bzw. eine zweite Taste mit einem geschwungenen Pfeil von oben rechts nach unten links verwiesen. Beide sind jedoch auf der Fernbedienung nicht vorhanden. Stattdessen wurde die "OK"-Taste mit einem Pfeil versehen, der ähnlich der zweiten verlangten aussieht und sich im Zentrum des Steuerkreuzes befindet. Für die ominöse zweite Taste mit dem Pfeil ist eine sogenannte "Return"-Taste mit einem aufgedruckten "X" vorhanden.

Der Zweite Kritikpunkt hat mit der Infrarotfrequenz zu tun. So besitzen beide Fernbedienungen die selbe Frequenz, wodurch es Möglich ist, mit nur einen Fernbedienung beide Geräte zu steuern. Es ist hier also unbedingt darauf zu achten, dass beim Vorhandensein von mehreren Geräten dieser Klasse jeweils nur eines aktiv ist. 

 

Kommen wir nun zu den Videoeinstellungen. Wie bereits erwähnt ist die Standardauflösung bei beiden Geräten im Menü mit  1220 x 660 Pixeln voreingestellt. Dies lässt sich mit wenigen Handgriffen mittels Steuerkreuz der Fernbedienung auf 1280 x 720 Pixel erhöhen. Eine Auswirkung auf den 1080p 24 Hz-Modus hat dies aber nicht. Hier trennt A.C.Ryan die Anzeigeauflösung für Videoinhalte bzw. Bildinhalte/Menü.

 

Innerhalb des Menüs wird der Benutzer vor eine Passwortabfrage gestellt. Leider versäumte es A.C.Ryan, das Standardpasswort irgendwo in der Gebrauchsanweisung festzuhalten. Die Bewährte Regel "vier mal Null" half uns jedoch schnell weiter. Ebenfalls Beachtung finden sollte die Navigationsleiste innerhalb der Untermenüpunkte am oberen Bildschirmrand. Besonders bei der Suche nach Film-, Musik oder Bilddateien kann es gerne passieren, dass man sich im falschen Bereich aufhält und keine brauchbaren Ergebnisse erzielt. 

 

Die Bildwiedergabe überraschte positiv. Alle Bilder wurden auf den getesteten Displays scharf dargestellt und konnten mit der Fernbedienung schnell und unkompliziert gedreht werden. Selbst ein hinein- bzw. herauszoomen war möglich - allerdings ist hier die Auflösung des Quellmaterials in Bezug auf Bildschärfe des die beachtenswerte Grenze.

 

Musik kann auf beiden Boxen inkl. vorhandener Tags abgespielt werden. Dabei war es egal, ob es sich um eine MP3 mit 320 MBit/s handelte oder die Ordner bzw. Schallplattenkopien größer als 150 MB waren.

Sowohl die Bild, die Musik-, wie auch die Filmwiedergabe erforderten etwa 10 Sekunden Wartezeit, bis die Datei(en) abgespielt wurden. Erfreulicherweise kann man aber innerhalb des Browsers eine Vorschau genießen ohne die Datei tatsächlich starten zu müssen. 

 

Innerhalb unseres Tests ist uns lediglich ein Film unter gekommen, welcher nicht funktionierte: "BigBuckBunny" als MSMP4-AVI mit 1920 x 1080 Pixeln. Dieser Film als normales AVI-File lief ohne Beanstandung. Hier scheint schlicht ein Codec zu fehlen.

Positiv muss wiederum erwähnt werden, dass der Player erkennt, ob ein Film aus 2 Teilen besteht. Sollten sich also zwei sehr ähnlich klingende Filmdateien in einem Ordner befinden, so spielt der Player den zweiten direkt im Anschluss ab. 

Weiterhin sollte festgehalten werden, dass beide Geräte keine BluRays abspielen können. Einzig der Umweg als ISO-Datei oder in Form eines anderen HD-Formates macht dies möglich. Die Verwendung eines externen USB-BluRay-Laufwerkes braucht also nicht in Betracht gezogen werden. Andererseits ist die DVD-Wiedergabe über ein externes DVD-Laufwerk kein Problem. Unser verwendetes Testlaufwerk wurde erkannt und lief innerhalb der Tests fehlerfrei und ohne Ruckler.  

 

Ein paar Probleme warf die "Movie Jukebox"-Funktion im Hauptmenü auf. Hierfür ist zwingend eine HTML-Index-Datei (index.htm) nötig. Wie bereits oben angedeutet, brachte uns das Handbuch hier nicht weiter. Schaut man jedoch auf der Webseite im Supportbereich, so findet sich im Beta-Abteil ein Programm namens YAMJ (Yet Another Movie Jukebox). Mit diesem kann man eine entsprechende Datei erzeugen, allerdings muss sich die "index.htm" im Root-Verzeichnis des externen/internen Datenträgers befinden. Leider funktioniert dies nicht immer. Ab und zu muss man zuvor innerhalb des Browsers den Datenträger aufrufen. Ob dies eventuell am Stromsparfeature der internen Festplatte im Playon!HD, an einer USB-Stromsparfunktion für externe Festplatten oder an der Software liegt, konnte nicht näher spezifiziert werden. 

  

Etwas seltsam erschienen uns die Einstellungsskalen für Kontrast, Helligkeit, Farbton und Sättigung. Diese kann man nämlich nur von 0 bis 50 regeln. Ebenso unglücklich, aber genauso wenig störend ist der Lautstärkeregelbereich: dieser geht von 0 bis 31.

  

Hardwareseitig gibt es in Bezug auf die beiden Geräte wenig zu beanstanden. Einzig der WLAN-Adapter wird im Gebrauch sehr heiß. Hier sollte man unbedingt auf die beiliegende Verlängerung aufbauen und den Stick möglichst an gut belüfteten Stellen platzieren, zumal die Bauhöhe des Sticks die Verwendung anderer USB-Geräte verhindern und bei der Playon!HD mini sogar den Composite Video-Ausgang blockieren würde.

Die eingebaute Festplatte des Playon!HD dreht dank der geringen Drehzahl angenehm leise vor sich hin. Bei Festplattenzugriffen ist jedoch ein sanftes Rattern zu vernehmen. 

Entgegen anfänglicher Bedenken blieb auch der Lüfter des größeren Modells aus der typischen Sofa-Distanz nicht zu hören. Erst bei einer Entfernung von ca. einem Meter konnte man zum Ende eines Spielfilms hin ein Säuseln vernehmen.

Seitens der Playon!HD mini fiel uns bei der Öffnung des Gerätes auf, dass der verbaute Prozessor nicht mit der Bodenplatte in direkter Berührung stand. Direkt auf dem Chip saß ein Wärmeleitpad, welches zunächst die entstehende Abwärme auf eine größere Alufläche überträgt. Diese ist dann mit etwas Wärmeleitpaste auf der Bodenplatte angeschraubt. Leider war an der Stelle, wo der Prozessor sitzt, kein Kontakt vorhanden, da zum Einen die Wärmeleitpastenmenge als zu gering eingestuft werden konnte, zum Anderen aber auch der Abstand zwischen Bodenplatte und Chipbereich zu groß ist. Einzig an der Verschraubungsstelle rings um am Rand war dadurch eine Wärmeübertragung gewährleistet. Veränderungen in der Betriebsfähigkeit konnten wir zwar nicht feststellen, aber ein weiteres Pad an dieser Stelle beruhigte uns dann doch mehr als der verrutschte Pastenklecks.