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Intel X58: Gigabyte GA-EX58-UD4P, X58 vs. MSI Eclipse SLI (7520-010R) - Review

Benchmarks, BIOS, Overclocking & Leistungsaufnahme

Unser Testsystem für dieses kleine Mainboard-Roundup besteht neben den beiden Boards aus den folgenden Komponenten:

  • Core i7 920 mit Xigmatek Achilles HDT
  • Mushkin DDR3-1600 7-8-7-20 6GB Kit
  • Amacrox FreeStyle 750W
  • BFG 8800GTX OC
  • Western Digital Caviar Blue 320GB (WD3200AAKS)


Es werden lediglich die Boards getauscht, und die gleichen Tests auf beiden Probanden durchgeführt.


Benchmarks


Die durchgeführten Spielebenchmarks bescheinigen beiden Boards absolute Spieletauglichkeit, insgesamt kann sich das Gigabyte UD4P um ein knappes Prozent vor das MSI setzen.



Die beiden Speicherbenchmarks MaxxPI und Everest bescheinigen dem MSI einen geringfügig besseren Speicherdurchsatz. Dieser ist jedoch auch mit nur einem Prozent vernachlässigbar gering.





Der interne HDD-Controller des MSI arbeitet schneller als bei Gigabyte, umgekehrt verhält es sich bei den USB-Schnittstellen.



PCMark Vantage bescheinigt dem Gigabyte mit insgesamt 5% Differenz doch die bessere Gesamtleistung. Obwohl das MSI Eclipse SLI deutlich schneller bootet, läuft das Zusammenspiel auf der Gigabyte-Platine offenbar besser ab.



BIOS


Das OC-BIOS des Gigabyte bietet deutlich mehr Einstellungsmöglichkeiten als das BIOS des MSI. Jedoch ist das BIOS des Eclipse SLI dadurch auch deutlich einfacher zu handhaben - übersichtlicher. Ein Vorzug des Gigabyte: Dieses besitzt zwei BIOS-Bausteine, worauf im Notfall zurückgegriffen werden kann. Ein "totes" Board aufgrund eines fehlerhaften BIOS-Updates ist nahezu ausgeschlossen. Im Folgenden zeigen wir Bilder der BIOS-Menüs beider Boards, welche den Einfluss auf die Leistungseigenschaften ermöglichen. 

Gigabyte M.I.T. (Mainboard Intelligent Tweaker)

Das Gigabyte-BIOS bietet mehr Einstellungen, als in dem Rahmen einer Review zu erläutern und auszuprobieren wäre. Wichtig zu nennen sind jedoch die hervorragenden Möglichkeiten der Einflussnahme, schon die Auto-Werte ermöglichen aber einen stabilen Betrieb und Overclocking in bestimmten Grenzen. Ein kritischer Punkt ist jedoch die Verwendung von schnellem RAM. Kommen beispielsweise DDR3-1600er Module zum Einsatz und werden die Einstellungen dafür nicht manuell vorgenommen, werden die RAMs mit 1.8V versorgt, was deutlich über den Vorgaben der meisten Speicherhersteller liegt. Auch die DRAM-Termination-Spannungen, auf die bei diesem Board explizit eingewirkt werden kann, übersteigen die "grünen" Werte bei Auto-Einstellungen um Einiges. Negativ ist hervorzuheben, dass man nicht sehen kann, welchen Wert ein Auto-Setting annimmt. Hier sollte dringend nachgebessert werden, auch wenn es möglich ist, die Spannungen bei beiden Boards mit der entsprechenden OC-Software auszulesen. Die Update-Prozedur funktioniert sowohl unter Windows als auch per Tool im BIOS des Boards selbst einwandfrei.



MSI Cell Menü

Das MSI BIOS ist wesentlich aufgeräumter, bietet aber alle grundlegenden Optionen, um das System ansprechend und einfach zu Tunen und - was bei Gigabyte sträflich vernachlässigt oder bei dem aktuellen BIOS versehentlich unter den Tisch gefallen ist - vier verschiedene Profile zum Belegen mit BIOS-Einstellungen. Weiterhin lassen sich drei von insgesamt vier Lüfteranschlüssen manuell im BIOS oder per Software unter Windows regeln. Ein großes Manko ist derzeit das Aktualisieren des BIOS: Dieses muss zwingend unter DOS erfolgen, die automatische Updatefunktion über das Netz oder mit der entsprechenden Software unter Windows funktioniert nicht mit Windows Vista. Auch in diesem BIOS jedoch ist wie bei Gigabyte nicht ersichtlich, welchen Wert nun ein "Auto-Setting" setzt. Zudem konnte unser System mit dem Auslieferungsbios nur durch Glück zum Booten überredet werden. Glücklicherweise hatten wir zum Zeitpunkt der Review viele verschiedene Speicherkits (vier, um genau zu sein) zur Hand, wovon lediglich ein einziges (Mushkin) das System überhaupt zum Booten bewegte.



Overclocking


Übertakten ist eine "Wissenschaft" für sich und Ergebnisse variieren von Board zu Board, CPU zu CPU, usw. Wir haben daher lediglich das Übertaktungspotential "out-of-the-box" untersucht und ermittelt, wie weit sich das Board ohne jegliche manuelle Eingriffe auf die Spannungen des Chipsatzes übertakten lässt. Es wurden lediglich die Multiplikatoren der CPU und des RAMs auf den kleinsten möglichen Wert gesetzt und die BCLK (FSB) nach oben gestellt. 4 GHz gelten als neue magische Grenze für Übertakter, der kleinste Core i7, der 920, benötigt dafür mindestens 200 MHz BCLK (Standard: 133 MHz). Wir kühlen den Chipsatz für dieses Unterfangen aktiv und zeigen einen CPU-Z-Screenshot mit dem stabil erreichten BCLK auf Auto-Einstellungen.

CPU-Z Gigabyte

Ohne jeglichen Eingriff erreicht das UD4P spielend die 200 MHz, und auch noch ein wenig darüber hinaus.


Für das Übertakten unter Windows stellt Gigabyte die Software EasyTune bereit, mit der es in gewissen Grenzen einfach möglich ist, auf die Systemleistung Einfluss zu nehmen. Genaueres zu dieser Software findet sich im  Übersichtsthema zu diesem Board in unserem Forum.

CPU-Z MSI

Auch das MSI Eclipse SLI erreicht die 200 MHz BCLK. Weitere Übertaktung ist allerdings ohne weitere Spannungsmanipulation nicht möglich und wir bleiben bei guten 205 MHz für den stabilen Betrieb, geringfügig weniger als das Gigabyte, allerdings auch "gefühlt" instabiler. Bei den Testläufen des Batch-Parcours schraubte sich das Gigabyte fehlerlos in die Höhe, das MSI neigte ganz selten zu einem "Hänger", je höher die BCLK gestellt wurde.


Auch MSI bietet eine Übertaktungssoftware, welche unter dem Kürzel D.O.T. (Direct Overclocking Technique) den MSI-Nutzern bereits bekannt ist. In Verbindung mit der GreenPower Genie-Software lässt sich das System unter Windows flexibel anpassen, sowohl Über- als auch Untertakten und die Einstellungen per Profil abrufen. Zudem gewährt die GreenPower-Anwendung Einblicke in die aktuelle Leistungsaufnahme der CPU und errechnet die "gesparten Watt" über die Laufzeit. Eine schöne Software, deren Funktionsumfang nicht nur auf das Übertakten, sondern auch auf das Stromsparen ausgerichtet ist. Auch zu diesem Board gibt es ein eigenes  Thema in unserem Forum, welches die Software näher zeigt.


Leistungsaufnahme


Die beiden Boards schenken sich nichts. Nahezu identische Leistungswerte, und natürlich kann sich das MSI durch das "Untertaktungsprofil" geringfügig absetzen. Auch Gigabyte würde diesen Vorteil ermöglichen, stellt man die Spannungen dementsprechend ein - jedoch ist dies mit der MSI-Software schlichtweg schneller und einfacher bewerkstelligt. Dennoch: Unterschiede in der Leistungsaufnahme sind nicht auszumachen.