Fazit


Ohne Frage gehört der Coolermaster Gemin II zu den derzeit leistungsstärksten Kühlern am Markt. Mit etwas über 30,- Euro Anschaffungskosten zzgl. Versand und der Kosten für 2 benötigte Lüfter ist er jedoch nicht unbedingt ein Schnäppchen.

Der Lieferumfang lässt eine Sache vermissen: Ein Y-Kabel, um die beiden Lüfter mit dem CPU-Lüfteranschluss des Mainboards verbinden zu können, um eine temperaturabhängige Regelung der Lüfter zu ermöglichen, ist keine seperate Lüftersteuerung vorhanden. Der Nutzer sollte beim Kauf darauf achten und ein solches Kabel gleich mit bestellen, legt er Wert auf einen auch leisen Betrieb während des Bearbeitens von Word-Dokumenten, beispielsweise. Es würde den Lieferumfang sinnvoll komplettieren.

Bei der reinen Temperaturbetrachtung zeigt der Kühler unter Last hervorragende Werte und ist auch bei Taktfrequenzen jenseits von 3GHz und mehr als 1.5V Kernspannung in der Lage, der entstehenden Abwärme Herr zu werden. Für Overclocker kann der Kühler neben Scythe Infinity und Thermalright Ultra-120 eXtreme wärmstens empfohlen werden. Allerdings entfaltet der Kühler sein volles Potential erst bei schnelldrehenden (> 1500U/min) und damit sehr lauten Lüftern.

Allerdings besitzt dieser Kühler wie alle Non-Towerkühler eine Schwäche: Die heisse Luft wird auf die umliegenden Komponenten geblasen und führt nicht, wie die Marketingabteilungen dem Kunden weiss zu machen versuchen, zur Kühlung, sondern zur Erwärmung der Komponenten. Weiterhin wird der Luftstrom unterbrochen: Höhere Temperaturen im Gehäuse sind die Folge, verglichen mit Towerkühlern.
Dieses Manko kann nur durch Verwendung eines Gehäuses relativiert werden, das über eine sehr gute Entlüftung verfügt. Erst dann kann das 2-Lüfter-Prinzip voll greifen. Ist dies nicht gewährleistet, wird die erwärmte Luft nur umgewälzt, statt abgeführt.
Eine leistungsfähige Entlüftung resultiert allerdings in der Verwendung von weiteren Lüftern oder Lüftern mit hohen Drehzahlen und hat eine lautere Geräuschkulisse zur Folge. Der Teufelskreis der Non-Towerkühler.

Im weiteren oftmals problematisch ist die geringe Kompatibilität zu Mainboards und Gehäusen - der Kühler ist sehr groß, eine Ausrichtung in 90°-Schritten ist auf AMD-Boards nicht möglich. Zumindest diesen letzten Umstand hätte Cooler Master durch eine quadratische Grundfläche und somit variabler Montagemöglichkeit der Befestigungsplatte vermeiden können.

Der Kühler ist also nur für Overclocker geeignet, deren Board kompatibel, deren Gehäuse ausreichend groß und gut belüftet ist und die keinen gesteigerten Wert auf geringe Lautstärke legen. Für alle anderen Anwendungsbereiche gibt es besser passende Alternativen.

Aufgrund dieses durchwachsenen Fazits werden wir dem Coolermaster Gemin II leider keinen Award verleihen.

Unser Dank geht an unseren Partner  PC-IceBOX.de, der uns dieses Testexemplar bereit gestellt hat - Vielen Dank!

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