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Erscheinungsbild & Funktionsweise

 

Beide Lüfter kommen in einem gleich großen Pappkarton daher, der über einen Ausschnitt mit Blick auf das Innere verfügt. Das Äußere der Verpackung wirkt sehr seriös und ist in rotbraun, blau und schwarz mit weißen Streifen und weißer Schrift gehalten. Auf der Rückseite findet man neben den technischen Daten in Englisch, Deutsch, Französisch und Spanisch Informationen über die Blattgeometrie, die vom Österreichischem Institut für Wärmeübertragung und Ventilatorentechnik (ÖIWV) entwickelt wurde und die Lüfter verglichen mit jenen herkömmlicher Bauart bei gleicher Leistung bis zu 10% leiser machen soll.
Außerdem findet man auf der Rückseite noch eine kurze Information zum Lager, das Noctua kurz "SSO-Bearing" nennt. Dahinter verbirgt sich ein spezielles Öldruck-Gleitlager, das von einem Magneten zusätzlich stabilisiert wird. Glaubt man dem Hersteller, so ist dieser Lagertyp allen anderen Typen sowohl in Langzeitstabilität als auch Laufruhe überlegen, selbst dem Flüssigkeitslager, wie Scythe es bei seiner S-FLEX-Serie verwendet.
Genauere Informationen zum SSO-Bearing findet man unter  diesem Link auf  Noctuas Homepage.

 



Den Karton geöffnet, kann dessen Inhalt, bestehend aus zwei Kunststoffteilen, herausziehen, die alle Teile beinhaltet. Neben dem Lüfter ist der Lieferumfang äußerst üppig und beinhaltet alles, was man sich wünschen kann. Zusammen mit vier herkömmlichen Lüfterschrauben sind auch vier braune Entkoppler im Paket, um den Lüfter vibrationsfrei zu befestigen. Übrigens nennt Noctua diese Vibration Compensators. Des Weiteren fand ebenfalls ein durchgeschleifter Stromadapter, um den Lüfter direkt ans Netzteil anzuschließen, mit Einzug in die Packung. Leider verfügt dieser über keinen separaten Abgriff für das Tachosignal, sodass es leider nicht möglich ist, ihn zu überwachen, wenn man ihn benutzt. Zusätzlich legt Noctua noch einen (beim NF-S12) bzw. zwei (beim NF-R8) Spannungsadapter bei, die auf den ersten Blick wie zu kurz geratene 3Pin-Verlängerungen aussehen, in Wirklichkeit jedoch einen elektrischen Widerstand beherbergen. Wie auch dem Lager gibt Noctua diesen Adaptern englische Namen, denn sie heißen L.N.A. und U.L.N.A., was für (Ultra) Low Noise Adapter steht. Bei der 120mm-Version, dem NF-S12, wurde der L.N.A. weggelassen. Die Widerstandsgrößen betragen übrigens 150 bzw. 75 Ohm, sodass der NF-R8 bei Verwendung des Adapters mit 5,3V bzw. 7,4V gespeist wird und der NF-S12 mit 4,4V. Laut Noctua soll der 80mm-Lüfter so mit 800 bzw. 1300U/min laufen statt mit 1800. Bei der 120mm-Version sind es mit dem U.L.N.A. dann nur noch 600U/min statt 1200. Allerdings macht Noctua es dem Benutzer schwer, den L.N.A. von dem U.L.N.A. zu unterscheiden, und gibt an keinr Stelle einen Hinweis darauf, um welchen Adapter es sich denn nun handelt. Der einzige Unterschied ist die Farbe der Isolierung des Widerstandes, die beim L.N.A. schwarz ist und bei U.L.N.A. rot.




Natürlich ist der wichtigste Bestandteil des Lieferumfangs der Lüfter, an den Noctua auch gedacht hat, und dieser ist freilich schon vom Aussehen her eine Auffälligkeit. Zuerst springt einem die eher ungewöhnliche Farbgebung ins Auge, denn Noctua hat für den Rahmen ein zartes Beige und für die Lüfterblätter ein kräftiges Braun gewählt. Der Aufkleber auf der Rückseite, der Auskunft über die Modellnummer und ein paar andere Daten gibt, ist in den gleichen Farben wie der Karton gehalten (braun, blau, weiß). Nicht weniger ungewöhnlich sind die Blattgeometrien der Lüfterblätter, die sich jedoch voneinander unterscheiden:

 



Beim NF-R8, dem 80mm-Modell, nennt Noctua diese Raised-Blade-Design.  Der Vorteil dieses Designs ist Noctua zufolge die erhöhte Effizienz im Bereich mit geringer Drehzahl, da es speziell dafür optimiert wurde. Noctua verspricht letztendlich eine Leistungssteigerung von bis zu 10% im unteren Drehzahlbereich, den Noctua bei 80mm-Lüftern als den Bereich unter 1800U/min definiert. Als wichtigste Unterschiede zum herkömmlichen Design sind die etwas stärkere Neigung und die Form der Lüfterblätter zu nennen.

 


Einen anderen Namen gab Noctua der Blattgeometrie des NF-S12, diese nennt sich Straight-Blade-Design und weicht stärker vom Design eines normalen Lüfters ab als das Raised-Blade-Design beim NF-R8. Auch hier ist die Form der Blätter wieder besonders, sie sind nämlich schätzungsweise gerade mal zwei Drittel so groß wie diejenigen eines herkömmlichen Lüfters, und auch hier wieder etwas stärker geneigt. Die Krümmung ist aber nur sehr gering, sodass die Schaufeln nahezu eben sind.

 


Dem Design beider Lüfter gemeinsam ist neben der Blätteranzahl, die mit sieben nicht von Standard abweicht, die abgerundete Lüfternarbe, welche laut Noctua Verwirbelungen reduzieren soll. Am Design der Lüfterblätter wurden allerdings auch andere Detailänderungen vorgenommen, um Verwirbelungen weiter zu verringern, was zu einer niedrigeren Lautstärke führt. Mit dem gleichen Ziel hat Noctua beim 120mm-Lüfter auch einen etwas höheren Abstand zwischen den Lüfterblättern und dem Rahmen gelassen, der fast einen halben Zentimeter beträgt. Auf den ersten Blick verschenkt man hier pure Leistung, doch angeblich sollen Verwirbelungen auf diese Weise so sehr minimiert werden, dass sich diese Modifikation am Ende sogar ein einer höheren Fördermenge widerspiegelt - ohne eine Verringerung des statischen Drucks, der besonders beim Einsatz auf CPU-Kühlern oder Radiatoren eine übergeordnete Rolle spielt. Ob der Lüfter bezüglich der Leistung wirklich punkten kann, werden wir in unseren Praxistests sehen.
Wie beim SSO-Bearing auch hat Noctua zum  Raised-Blade-Design und  Straigt-Blade-Design viele weitere, interessante Informationen auf der Internetseite.

Bei beiden Exemplaren ist die Verarbeitung sehr gut und gibt keinen Grund zur Beanstandung. Hervorzuheben ist hier besonders das Lüfterkabel, das mit einem gummiartigen Gewebeschlauch ummantelt ist und so einen sehr vornehmen Eindruck macht. Mit 40cm sollte es auch ausreichend lang sein.
So weit, so gut - bis jetzt hat uns das Erscheinungsbild der Lüfter überzeugt - Noctua anscheinend auch, denn so gibt man satte 6 Jahre Garantie auf seine Produkte, die die angegeben 150.000 Stunden Lebensdauer aber nicht annähernd decken.

 


Wie man sieht hat Noctua keine Mühe gescheut, um die Leistungskrone im Lüftermarkt zu erobern. Doch ob sich diese Mühen auszahlen, wird sich im Praxistest zeigen, der auf den folgenden zwei Seiten zu finden ist.