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Erscheinungsbild & Funktionsweise



Die Verpackung ist nahezu identisch mit der des NF-R8 und NF-S12; auch hier macht der Pappkarton einen hochwertigen Eindruck mit einer Kombination aus Blau, Schwarz, Braun und Weiß. Man findet alle wichtigen Informationen auf der Rückseite und sogar kurze Erklärungen zu den technischen Highlights, allerdings nur in Englisch. Der Text zur Übersicht der Highlights wurde hingegen in gleich sechs Sprachen abgedruckt, nämlich Deutsch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Japanisch und Russisch.

 

 

Ein nettes Gimmick hat Noctua sich für die Rückseite ausgedacht, denn diese kann man aufklappen. Auf dieser inneren Doppelseite wird das Lager und Lüfterblattdesign des Lüfters erläutert, doch dazu kommen wir an späterer Stelle. Letztlich ist neben einer Montageanleitung für die mitgelieferten Entkoppler auch eine Auswahl der Awards zu finden, die jedoch nicht der NF-P12, sondern die Vorgänger NF-R8- und NF-S12 abgeräumt haben - 21 Stück von über 100 sind abgedruckt. Auf ein komplettes Redesign der Verpackung wurde verzichtet und schon bald, davon kann ausgegangen werden, werden auch hier die Awards für diesen Lüfter zu finden sein. Über 50 hat er bereits erhalten.


Nach dem Auspacken findet man im Karton wieder wie gewohnt zwei Plastikschalen, in der der Lüfter zusammen mit dem Zubehör steckt. Der Lieferumfang bietet nichts wirklich Neues, im Gegensatz zum NF-S12 hat Noctua sich aber dazu durchgerungen, neben dem U.L.N.A., einem Spannungsadapter, der direkt am Lüfter angeschlossen wird, auch einen L.N.A. beizulegen. Dies ist eine gute Maßnahme, denn verglichen mit dem NF-S12-1200 (es gibt auch einen NF-S12-800, den wir nicht im Test hatten, diesem liegt aber auch nur ein U.L.N.A. bei) dreht der NF-P12 mit 1300U/min immerhin 100U/min schneller. Hieran lässt sich schon erahnen, dass Noctua anscheinend insbesondere jene Anwender ansprechen möchte, die auf eine möglichst höhe Fördermenge aus sind. Eine kleine Änderung wurde erfreulicherweise bei der Farbcodierung der beiden Adapter vorgenommen: Konnte man bei dem NF-R8 U.L.N.A. vom L.N.A. nur anhand der Farbe der Isolierung vom Widerstand unterscheiden, sind jetzt die Enden der Stecker schwarz bzw. blau codiert. Auf der Innenseite der Verpackung befinden sich der entsprechende Hinweis: Der blaue Adapter ist der U.L.N.A. und der schwarze der L.N.A. Allerdings verfügen diese mit 50 bzw. 100 Ohm über andere Widerstandswerte als beim NF-R8 und NF-S12 (dort: 75 bzw. 150 Ohm). Dadurch läuft der NF-P12 bei Verwendung der Adapter mit 6,8 bzw. 8,7V und dreht laut Noctua mit 1100 bzw. 900U/min seine Runden, was wir im Praxistest natürlich überprüfen werden.
Im Übrigen besteht der Lieferumfang aus vier Vibration Compensators genannten Entkopplern, die den gleichen Braunton haben wie die Lüfterblätter sowie vier einfachen Lüfterschrauben und einem Adapter zum direkten Anschluss ans Netzteil - leider ohne Tachosignal.

 


Am interessantesten ist aber sicherlich der Lüfter selbst. Er ist in den gleichen Farben wie alle anderen Noctua-Lüfter auch gehalten: Der Rahmen (Stator) ist in einem hellen Beige gehalten, das beinahe ins Rosa übergeht, und die Lüfterblätter und die Narbe (Rotor) findet man im gewohnt kräftigen Braun vor.
Das mit 40cm großzügig bemessene Lüfterkabel ist sehr vornehm mit einem gummiartigen Gewebeschlauch überzogen und fügt sich so nahtlos in den zweifelsfrei hochwertigen Eindruck unseres Probanden ein, seine Verarbeitung ist perfekt.

 


Die auffälligste Erscheinung sind die Lüfterblätter, statt sieben ganze neun an der Zahl, sodass Noctua das Design Nine Blade Design nennt. Anders als beim NF-S12 ist bei unserem NF-P12 die Form der Lüfterblätter sogar recht ähnlich mit denen herkömmlicher Lüfter, jedoch sind sie beim Noctua noch einen Tick größer, was ihm zu einem imposanten Auftreten verhilft.
Nicht um Material zu sparen, sondern um Luftrauschen und Verwirbelungen vorzubeugen, sind an jeder Schaufel an der kürzeren Seite zwei dreieckige Einkerbungen, die Noctua Vortex-Control Notches nennt, was die Leistung erhöhen soll. Insgesamt also eine vielversprechende Konstruktion, die Noctua im Angebot hat, größere Lüfterblätter verhalfen nämlich schon dem Scythe S-FLEX zu einer sehr guten Leistung. Noctua legt mit zwei weiteren Lüfterblättern und weiteren Optimierungen also noch eins drauf.
Beispielsweise wäre die abgerundete Lüfternarbe zu nennen, die etwas größer als beim NF-S12 ist, jedoch nicht übermäßig groß wirkt. Diese Maßnahme dient auch dem Verringern von Verwirbelungen. Genauere Informationen zur Funktionsweise des  Nine Blade Design hat Noctua freundlicherweise auf seiner Internetpräsenz zusammengestellt.

 


Kommen wir nun zu einer wichtigen Frage, die man sich zwangsläufig stellt: Welchen Lüfter nehme ich wo?
Diese Frage beantwortet Noctua auf seiner Homepage ausführlich. In all jenen Anwendungsgebieten, in denen ein geringer Widerstand zu bewältigen ist, soll der NF-S12 besser sein. Bei hohem Widerstand jedoch (enge Radiatoren, enge CPU-Kühler, enge Lüftergitter) würde die Stunde des NF-P12 schlagen. Auch dies erläutert Noctua ausführlichst. So soll der NF-P12 einen höheren Luftstrom und vor allem einen höheren Druck erzeugen als der NF-S12, jedoch auch lauter sein, aber dennoch leiser als normale Lüfter. Auch der NF-S12 soll einem herkömmlichen Lüfter in puncto Druck, Luftstrom und Lautstärke überlegen sein.
Es gibt außerdem einen direkten Vergleich zwischen den beiden Noctuas in Form eines Diagramms, das den Quotienten aus dem Luftstrom (in m³/h) und der Lautstärke (genauer Schalldruck; in dB(A)) darstellt. Dort sieht man, dass der NF-P12 erst bei seiner vollen Drehzahl (1300U/min) dem NF-S12 überlegen sein soll. Bei höherer Drehzahl könne der NF-P12 seinen Vorsprung ausbauen. Bei geringeren Drehzahlen sei der NF-S12 deutlich vorne, jedoch geht das Diagramm von keinem Widerstand aus. Bei hohem Widerstand soll der NF-P12 auch bei Drehzahlen unter 1300U/min der bessere Lüfter sein.
Wer sich genauer dafür interessiert, kann sich die Diagramme und Erläuterungen unter  diesem Link ansehen.
Natürlich setzt Noctua auch beim neuen NF-P12 das bewährte SSO-Lager ein, welches ein Öldrucklager darstellt, das mithilfe eines Magneten zusätzlich stabilisiert wird. Es soll eine angenehme Laufruhe bieten, was bei den zuvor getesten Lüftern von Noctua nicht ganz der Fall war, denn es waren immer noch leichte Nebengeräusche vorhanden. Das Lager soll für eine Haltbarkeit von bis zu 150.000 Stunden sorgen, was im Dauerbetrieb umgerechnet über 17 Jahren entspricht. Allerdings gibt Noctua "nur" 6 Jahre Garantie auf seine Produkte, was aber dennoch mehr als ausreichend ist.
Die Laufruhe will Noctua mittels optimierten Antriebsystems dieses Mal verbessert haben. Die dahinter steckende Technik nennt sich Smooth Commutation Drive, kurz SCD, und sorge für eine sanftere Ansteuerung, die Drehmomentschwankungen reduziert, so Noctua. Auch zum Lager und zur SCD-Technik hat der Hersteller aus Österreich wieder interessante Artikel online:

SSO-Bearing
SCD-Technik

 


Nur zur Information: Laut Noctua erreicht der NF-P12 den Druck eines normalen Lüfters von 1600U/min schon bei 1300U/min. Somit sollte sich der Lüfter hervorragend auf unserem neuen Teststand schlagen, was wir auf den nächsten Seiten überprüfen werden.