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Erscheinungsbild & Funktionsweise


Wie wir es gewohnt sind, liefert Blacknoise seine Retail-Ventilatoren in einem Pappkarton mit großzügigem Sichtfenster aus. Dieser wirkt durch den schwarzen Hintergrund gepaart mit weißer und silberner Schrift äußerst schlicht und seriös. Auf Vorder- und Rückseite sind alle relevanten Informationen abgedruckt, zum Beispiel welche neuen Technologien verwendet wurden, denen wir uns auf dieser Seite Stück für Stück widmen wollen.

 



Die Multiframe-Lüfter gefallen uns beim Auspacken auf Anhieb. Wie auch die Verpackung ist der Rahmen schwarz, die Lüfterblätter sind dunkelgrau getönt.

 


Vorder- und Rückseite ziert ein identischer Aufkleber mit silberner Schrift auf schwarzem Hintergrund, der über Name, Hersteller und Betriebsspannung Auskunft gibt. Bis auf die Aufkleber gleichen sich der M12-S1 und M12-S2 äußerlich übrigens vollkommen und sind nicht voneinander zu unterscheiden.

 


Absolute Klasse ist die Verarbeitung: Überall wurde sauber gearbeitet und scharfe Kanten sucht man des Vergebens. Das hohe Gewicht gibt einem direkt den Eindruck, etwas Besonderes in der Hand zu halten. Laut Aussage seitens Blacknoises wurde extra ein schwerer Kunststoff verwendet, um Vibrationen zu verringern bzw. sie niederfrequenter zu machen (niederfrequente Töne werden vom Menschen weniger störend empfunden als hochfrequente).

Nicht ganz zu Ende gedacht hat Blacknoise beim Kabel: Dieses ist zwar mit hochwertigem, ebenfalls schwarzem Gewebeschlauch ummantelt, doch unglücklicherweise wurde das Kabel in der Verpackung mehrfach geknickt, sodass davon auch nach dem Auspacken noch deutliche Spuren zu sehen sind: Die Knickstellen bleiben erhalten. Die optischen Folgen lassen sich aber durch leichtes Biegen in die Gegenrichtung vermindern.

 


Schade ist, dass es nur vier Lüfterschrauben ins Paket geschafft haben, sonst befinden sich keine Dreingaben im Karton. Wirklich verschwenderisch war Blacknoise aber auch in unserer vorherigen Review mit dem  SX2- und XL2-Lüftern nicht. Auch Entkoppler sucht man im Lieferumfang des Vergebens...

 


...wirklich!? Nein. Hier beginnen wir gleich mit dem springenden Punkt, DER Neuerung schlechthin, der die gesamte Lüfterserie ihren Namen zu verdanken hat: Die Multiframe-Technologie. Der gesamte Rahmen der Lüfter ist anders aufgebaut als gewohnt. Die vier Ecken sind nämlich jeweils aus Gummi, das die Vibrationen vom Rotor abfängt. Die Gummiteile sind nicht absolut fest mit dem Rest des Lüfters verbunden, sondern werden nur eingeklemmt. Da in den Gummiecken eine Bohrung ist, kann die Montage wie gewohnt erfolgen. Das hat den großen Vorteil, dass nun auch dort ein vibrationsfreier Betrieb möglich ist, wo man normalerweie keine Entkoppler verwenden könnte, beispielsweise an einigen CPU-Kühlern, Radiatoren in Wasserkühlungen etc. Da Blacknoise auf recht weiches Gummi zurückgegriffen hat, werden Vibrationen wirklich zuverlässig eliminiert, trotzdem besteht keine Verrutschungsgefahr.

 


Nun ist es aber so, dass nur die Ecken aus Gummi sind, das heißt, wenn die Lüfterform so wäre, wie bei einem Standardmodell, würde beispielsweise bei einem Einsatz als Gehäuselüfter auch der andere Teil des Rahmens aufliegen. Dazu wurden die Entkoppler einfach etwas dicker gefertigt, sodass an den Ecken die Lüfter knapp 26mm dick sind statt 23mm beim Rest. Das führt zwangsläufig dazu, dass der gesamte Lüfter nicht plan aufliegt, sodass als Folge an den Seiten Luft ausströmen kann. Luft wählt bekanntermaßen den Weg des geringsten Widerstandes, was möglicherweise eine Leistungseinbuße bedeutet, da am Rand ein bis zu 1,5mm dicker Spalt entsteht. Vor allem beim Einsatz am CPU-Kühler oder Radiator wären messbare Verluste vorstellbar. Wir haben dies natürlich getestet und präsentieren das Ergebnis auf der nächsten Seite.

Dies ist nicht die einzige technische Besonderheit, aber wohl das unumstrittene Highlight. Daneben wurde ein neues Lager entwickelt, man nennt es stolz NB-NanoSLI, was vom Namen abgesehen jedoch keine weitere Ähnlichkeit mit NVIDIAs Scalable Link Interface hat. Seine Vorteile sollen darin liegen, durch einen möglichst runden Lauf kaum Unwuchten und damit Vibrationen zu erzeugen. Blacknoise versucht also gleich an mehreren Stellen Vibrationen zu verhindern. Ebenfalls soll es durch geringe Abnutzung sehr langlebig sein, weshalb eine Garantie von stolzen sechs Jahren gegeben wird. Allerdings decken sechs Jahre bei Weitem nicht die angegebene MTBF von 140.000 (M12-S12) bzw. 160.000 Stunden (M12-S1) ab. Dies würde im Dauerbetrieb nämlich rund 16 bzw. 18 Jahren entsprechen. Bei einer durchschnittlichen Betriebsdauer von sechs Stunden pro Tag dürften viele Benutzer das Ende ihres Lüfters nicht mehr miterleben. Leider schweigt man sich aus, ob es sich beim NB-NanoSLI-Lager um ein Gleit- oder Kugellager handelt.
Zusätzlich wurde ein speziell optimierter EKA-Außenläufer-Motor eingesetzt. Wie dieser optimiert wurde, verschweigt Blacknoise ebenfalls, das Ergebnis soll aber eine bessere Laufruhe und weniger Vibrationen sein. Des Weiteren soll die Anlaufspannung je nach Modell nur 4,5V betragen - wir haben jedoch auch schon Lüfter mit geringeren Anlaufspannungen im Test gehabt.

Im Übrigen wurden nach eigenen Angaben noch einige weitere Verbesserungen vorgenommen. So wurde der innere Teil des Rahmens optimiert, damit die Luft besser fließen kann. Auch die Lüfterblättern wurden verändert, diese sind aber augenscheinlich eher gering, denn vom Standarddesign unterscheiden sie sich kaum. Selbst die Rückstreben hat Blacknoise nach eigenen Angaben verbessert, und in der Tat konnten wir das nachvollziehen: Zur Seite der Lüfterblätter hin waren die Rückstreben abgerundet und nicht flach. Ob dies in der Praxis etwas bringt, ist dennoch fraglich.

Alle Veränderungen erfassend, beschreibt Blacknoise die Multiframe-Serie als "leiser als die Luft". Im ersten Moment mag man über diese Formulierung lächeln, doch es ist genauso gemeint: Das Luftrauschen soll lauter sein als der Rest an Geräuschen (Vibrationen, Antrieb, Lager etc.), Nebengeräusche sind also nicht zu erwarten.

Eigentlich die besten Voraussetzungen, das eigene Ziel von einem "bis zu 30% leiser[em Betrieb]" zu erfüllen. Soweit die theoretischen Aspekte, auf den nachfolgenden Seiten wird es ernst für die Multiframe-Lüfter.