Praxistest


Die wichtigste Devise bei einem Gehäuse sollte immer noch "Form folgt Funktion" sein, denn selbst das schönste Gehäuse verliert seinen Nutzen, wenn es unpraktisch ist. Wir können gleich vorweg nehmen, dass sich das Midgard sehr ansehnlich schlägt. Der schwarze Lack im Innenraum ist widerstandsfähiger, als man zu Beginn vermuten dürfte, überstrapazieren muss man diesen aber nicht. Die Verarbeitung außen und innen lobten wir bereits in den vorangegangenen Kapiteln. Damit meinen wir nicht nur kleine Spaltmaße und das fehlen scharfer Kanten, nein, auch die Passgenauigkeit insgesamt kann nahezu ausnahmslos überzeugen. Die einzige Ausnahme bildet hier das Seitenteil. Bei unserem Testexemplar war schon ein kräftigeres Ziehen notwendig, um an das Gehäuseinnere zu gelangen. Trotz der Notwendigkeit von vier Schrauben pro Festplatte stellt die Montage kein Hindernis dar, da der Schlitten, auf welchem die HDD montiert wird, sich blitzschnell entfernen lässt. Gänzlich auf Werkzeug verzichten lässt sich dafür bei den optischen Laufwerken und den Erweiterungskarten. Bei Ersteren entschied sich Xigmatek für eine Kopie der häufig am Markt vertretenen Klick-Systeme. Laufwerk rein, Riegel nach innen und vorne gedrückt und schon sitzt das Laufwerk sicher an seinem Platz. Einfach, aber effektiv. Ähnlich gut funktioniert das System bei den Steckkarten. Bedenken äußern wir hier lediglich bei der Kombination schwerer High-End-Karten und dem Transport des Gehäuses. In diesem Fall ist die zusätzliche Sicherung der Grafikkarte durch eine Schraube empfehlenswert. Nach Rücksprache mit dem Hersteller wurde uns mitgeteilt, dass diese Problematik nur bei der ersten Charge auftritt und mittlerweile behoben ist.


Ebenfalls Lob können wir für den Staubfilter unter dem Netzteil aussprechen. Dieser lässt sich ohne Aufwand entfernen und reinigen. Leider ist die Halterung ein wenig hakelig, sodass das erneute Einsetzen des Filters zur Geduldsprobe werden kann. Ein ähnliches Spiel zeigt sich bei dem Filter in der Front, hier ist gar eine komplette Demontage selbiger von Nöten. Dafür bilden die verbauten Lüfter wieder einen Lichtblick am Horizont, denn sie können sowohl auf der optischen, als auch auf der technischen Seite punkten. Die Gestaltung mit orangefarbenen, halbtransparenten Rotorblättern und dem schwarzen Rahmen fügt sich perfekt in das restliche Farbschema ein. Ein zusätzlicher Hingucker sind die weißen LEDs, welche im Betrieb aufleuchten. Die Lüfterleistung ist selbst heruntergeregelt in Ordnung, zudem werden sie nicht mal im 12V-Betrieb aufdringlich. Das passende Extra zu den Lüftern legt Xigmatek erfreulicherweise gleich mit in den Karton. Die Lüftersteuerung ist zwar mit einem Potentiometer, welcher an einer Slotblende angebracht wurde, simpel gehalten, die Funktion ist dennoch gegeben. Einzig Lüfter die zusätzlich verbaut werden, sollte man nicht anschließen, um eine Überlastung zu vermeiden.