Funktionalität


Die Komponenten eines PCs mit dem Gehäuse "zuverheiraten" macht wenig Spaß, wenn beengte Verhältnisse, fummelige Zugänge und scharfe Kanten einer schnellen Erledigung der Aufgabe im Weg stehen. Wie bereits beschrieben, bietet das Element S ausreichende Platzreservern, sodass die Montage nicht in Frust ausartet. Dieser kommt höchstens auf, wenn Grafikkarten mit einer Länge von über 27,5 cm eingesetzt werden sollen. Begrenzt wird der Platz durch den Festplattenkäfig, der mit Hilfe der Laufwerksschrauben die Langzeitspeicher per Schnellverschluss aufnehmen kann. Zusätzlich kann eine fünfte Schraube nach Montage eingeschraubt werden, sodass zum Entfernen einer Festplatte erst die Lösung des gesamten Käfigs erfolgen muss. Leider hat Thermaltake nicht an die Vibrationen einer herkömmlichen Festplatte gedacht, denn eine Entkopplung erfolgt weder einzeln noch über den gesamten Käfig. Im Endeffekt muss man also mit störenden Resonanzen leben oder sich etwas zur Entkopplung der HDDs einfallen lassen. Hier wurde ein gravierender Fehler begangen, der vor allem Silentfreaks abschrecken wird. Die externen Schächte sind nicht mit Schnellverschlüssen versehen.


Positiv hervorzuheben ist das Kabelkonzept im gesamten Gehäuse. Hinter dem Festplattenkäfig befinden sich Kabelschellen und auch am Mainboardtray finden sich Kabeldurchführungen und ein rechteckiger Ausschnitt, um Backplates ohne Ausbau des Mainboards zu befestigen. Allerdings hätten wir uns hier noch Kantenummantelungen gewünscht, zumal sich die zu findenden Kanten außerdem als relativ scharfkantig erweisen. Trotz des großen Seitenlüfters sind ca. 17 cm Platz für einen Towerkühler vorhanden, was im Alltagseinsatz selbst für große Vertreter seiner Zunft genug sein sollte. Dennoch sollte man sich genau überlegen, ob der Seitenlüfter den Weg ins Arbeitszimmer findet. Ebenso wie beim Deckellüfter fällt der Luftstrom zwar kräftig aus, doch Verwirbelungsgeräusche und ein hohes Surren lassen sich definitiv nicht mit einem leisen oder gar lautlosen Betrieb vereinen. Die beiden übrigen Lüfter bieten subjektiv zwar ein besseres Lager (ohne laute Nebengeräusche bei 12 V), erzeugen aber auch deutliche Strömungsgeräusche. Hinzu kommt, dass keiner der Lüfter entkoppelt ist. Somit bietet das Kühlungskonzept zwar einen großen Durchsatz, kann aber vom Geräuschpegel her nicht überzeugen. Nur Leute mit geringen Ansprüchen an die Geräuschkulisse oder Bastler können in diesem Bereich mit dem Element S glücklich werden. Die Länge der Kabel für das I/O-Panel sind ausreichend dimensioniert, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Aufgrund des unten montierten Netzteils sollte ein Spannungsversorger mit ausreichend langen Kabelsträngen genutzt werden. Diesen Umstand kann man allerdings nicht dem Element S ankreiden.


Summa summarum kann man mit den Leistungen des Element S in Bezug auf seine Funktionalität zufrieden sein. Der Platz ist sinnvoll nutzbar und wer nicht andauernd sämtliche Komponenten wechselt oder generell sehr viel Platz benötigt, kann das Thermaltake durchaus in Erwägung ziehen. Auch die Mechanik weiß zu gefallen, genauso wie die Möglichkeiten des Kabelmanagements. Lediglich bei der Lüftung bleibt das Element S hinter den Erwartungen zurück. Leise Lüfter und Entkopplungen für alle vibrierenden Komponenten hätten Pflicht sein müssen, auch in Betracht der anvisierten Käuferschicht.