Innenraum

Der Blick durch das Fenster lässt es schon erahnen: NZXT hat dem Tempest Evo einen komplett schwarz lackierten Innenraum spendiert. Glänzen kann das Innenleben durch den gleichmäßig aufgetragenen Lack und den gefalzten bzw. geschützten Kanten. Selbst bei genauerem Hinsehen können keine scharfen Kanten ausfindig gemacht werden. Eine Besonderheit, die meist nur bei genauerem Hinsehen auffällt, befindet sich unter dem Deckel. Hier befinden sich neben den Befestigungslöchern für die beiden 140 mm-Lüfter auch noch weitere Bohrungen, die für einen 240 mm-Dual-Radiator vorgesehen sind. Aufgrund des geringen Abstands zwischen Lüfter und Mainboard sollte jedoch ein möglichst schmaler Radiator eingesetzt werden, um mögliche Kompatibilitätsprobleme zu vermeiden. Um einen leichten Kontrast zur schwarzen Farbgebung zu erhalten, hat NZXT die Lüfter mit weißen Rotorblättern ausgestattet.

Das Netzteil ist, zugunsten der Installationsmöglichkeit für einen Radiator, nach unten gewandert. Dabei hat man bei der Konstruktion des Tempest Evo mitgedacht und eine Möglichkeit zur beidseitigen Montage des Netzteils integriert. So kann der Lüfter des Netzteils sowohl von den Komponenten warme Luft absaugen, als auch kalte Luft direkt durch den Luftfilter im Gehäuseboden ansaugen. Dieser ist zudem entfernbar und auswaschbar, was eine regelmäßige Reinigung erleichtert. Außerdem liegt das Netzteil nach der Installation auf weichen Gummipuffern auf, welche dem Netzteil noch ein Plus an Stabilität verleihen.

Das Mainboardtray ist nicht demontierbar, sondern fest mit dem Stahlgerüst vernietet. Auffällig ist besonders der große, mit Kantenschutz versehene Ausschnitt unter dem CPU-Sockel. Dieser erweist sich besonders bei Kühlern, die eine Backplate benötigen, als effiziente Lösung zum schnellen Kühlerwechsel. Nicht nur dort zeigt sich dieser Ausschnitt als hilfreich, sondern auch beim Durchführen bestimmter Kabel, besonders für den P4-Stecker des Mainboards oder auch den 24pin ATX-Stromstecker ist er eine große Hilfe. Bei Boards, deren Stromanschluss zwischen Sockel und I/O-Panel sitzt, benötigt man keine Verlängerung. Für alle übrigen Kabel gibt es zwei weitere, mit geschlitzten Gummikappen getarnte Ausschnitte, die eine einfache Kabelverlegung ermöglichen.
Um direkt bei den Kabeln zu bleiben: Sämtliche I/O-Kabel des Gehäuses sind schwarz ummantelt und lassen sich unauffällig verlegen. Bei der Anschlussmöglichkeit für Front-Audio hat NZXT zwei fertige Stecker für AC-97 und HD-Audio mitgeliefert. Dadurch wird zwar eine leichtere Installation des Frontpanels ermöglicht, gleichzeitig bleiben Platinen mit anderen Pinbelegungen auf der Strecke. Hier wäre ein Adapter mit einzelnen Pins eine sinnvolle Ergänzung gewesen.


Einen weiteren Trick hat sich der Hersteller für die Unterbringung möglichst vieler Festplatten einfallen lassen. Um Platz zu sparen, werden die Festplatten vertikal eingebaut. Durch diese Technik passen ganze vier der Datenträger in drei 5,25“-Schächte. Zur Vermeidung eines Hitzestaus sind für beide Käfige jeweils ein 120 mm-Lüfter installiert, der die Festplatten mit Frischluft versorgen soll. Benötigt man mehr Platz für optische Laufwerke, so lässt sich ein Käfig durch Entfernen mehrerer Schrauben lösen, was jedoch nicht gerade einfach ist. Mit ein bisschen Übung stellt aber auch dieses kein größeres Hinderniss dar.

Sämtliche Festplatten werden zudem mit einem Schienensystem installiert. Dies gilt auch für die optischen Laufwerke, wobei es einem hier selbst überlassen bleibt, ob man die schraubenlose Montage per Steckbrücke oder Schiene vorzieht. In einem der drei 5,25“-Schächte ist zudem ein Adapter für 3,5“-Diskettenlaufwerke integriert. Ein Blick auf die einzelnen Slotblenden bringt eine leichte Enttäuschung: Hier wurde auf ein schraubenloses Montagesystem verzichtet. Plant man den Einbau einer Wasserkühlung, so lässt sich auf der Netzteilebene eine Pumpe samt AGB platzieren, der Dual-Radiator wird dann, wie oben schon angesprochen, unter dem Deckel platziert. Durch die Schlauchdurchführungen lässt sich ein Radiator extern aufstellen, wodurch Platz im Gehäuse gespart wird.

Eine Frage ist bis jetzt jedoch ungeklärt: Entfesseln die Lüfter einen wahren Sturm, oder sorgen sie für ein laues Lüftchen im schwarzen Ungetüm? Die Antwort wird der Praxistest liefern.