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Praxistest

Für den Praxischeck haben wir ein MSI K9A2VM-Board, ein Samsung SH-D162 DVD-Laufwerk, eine Samsung SP 2004C und ein Thermaltake Toughpower-Netzteil mit 750 W verbaut. Als Prozessor kam ein AMD Athlon64 X2 4850e mit Boxed-Kühler zum Einsatz. Als Lüftersteuerung wurde eine Scythe Kaze Master für den 5,25"-Schacht genutzt.

Der Einbau gestaltete sich trotz des beengend wirkenden Inneren relativ leicht. Wichtig ist jedoch die Beachtung einer gewisse Reihenfolge. So kann man nicht das Netzteil vor den Laufwerken an seiner Endposition festschrauben, da man sonst die optischen Laufwerke, bei einer Verwendung auf der rechten Gehäuseseite, nur noch erschwert arretieren kann. Aus diesem Grund sollte man das Netzteil neben die rechte Gehäuseseite legen. So kann man bereits mit der Stromversorgungslegung der Komponenten beginnen und die Kabel entsprechend bereitstellen.

Als Erstes nahmen wir uns also das DVD-Laufwerk vor. Da es sich hierbei noch um ein Gerät mit IDE- und Molex-Anschluss handelt, konnte auch gleichzeitig die Tauglichkeit zu älterer Hardware geprüft werden. Die wohl wichtigste Einschränkung mit IDE-Kabeln ist die, dass man bei Verwendung von zwei 5,25"-Laufwerken beide nur in eine Richtung, also nach rechts oder links des Gehäuses öffnend, verbauen kann. Bei SATA-Laufwerken können mittels SATA-zu-Molex-Adapter und etwas Geschick beide Kabel zwischen der Front und dem Laufwerkskäfig durchgeführt werden. So ist es möglich, dass sich ein Laufwerk nach rechts und ein Laufwerk nach links öffnen kann. Da die Front nicht abnehmbar ist, setzt Lian Li ein Schienensystem ein. Die Laufwerke müssen so lediglich mit vier entsprechenden Schrauben versehen werden und können im Folgeschritt leicht in den Laufwerkskäfig eingeschoben werden. Damit hinterher bei einem eventuellen Transport kein Laufwerk einen Erkundungsflug vollzieht, werden diese auf der zum Gehäuseinneren zeigenden Laufwerksschachtseite mit einer Rändelschraube befestigt. Sollten immer noch Bedenken vorliegen, kann eine weitere Rändelschraube je Laufwerk genutzt werden.

Selbst der Einsatz einer Lüftersteuerung ist zusätzlich zu zwei normal langen, optischen Laufwerken möglich, wobei hier wiederum die doppelte Laufwerkssicherung entfällt. Dennoch ist Geduld beim Einfädeln der Anschlusskabel gefragt. Am besten gestaltet sich dies bei der Nutzung beider Laufwerke auf einer Gehäuseseite. Lediglich bei der Befestigung muss man leichte Abstriche machen, denn hier ist ebenfalls nur eine Verschraubung auf einer Blendenseite möglich.

Nach der Montage der optischen Laufwerke kommen die magnetischen bzw. flashbasierten Varianten an die Reihe. Hierfür ist der HDD-Käfig vorgesehen. Leider finden aufgrund des Schienensystems nur maximal zwei Laufwerke ein sicheres Zuhause. Für 2,5"-Festplatten muss zudem ein Adapterset optional erworben werden. Zur Montage werden an den Festplatten vier Gummiringe mit den entsprechenden Schrauben befestigt und diese dann in der gewünschten Einbaurichtung in dem Schienensystem eingerastet. Zur Sicherheit kann die Festplatte in der Mitte noch mit einer Rändelschraube mit dem Käfig fest verbunden werden. Die Kabel werden anschließend durch die dafür vorgesehenen Durchführungen oder durch den Spalt zwischen HDD-Käfig und Laufwerksschacht geschoben. Als Molex- und SATA-Anschlusskabel sollten zwingend abgewinkelte Vertreter gewählt werden, denn zwischen Festplatte und 80 mm-Lüfter liegen nur knapp 2,8 cm. Durch die Entfernung des Lüftergitters kann man zwar drei Millimeter hinzugewinnen, aus Sicherheitsgründen ist davon aber abzuraten.

Nun kann man sich beruhigt dem Mainboard zuwenden. Dazu entnimmt man den Tray durch Lösen der Rändelschrauben auf der Gehäuserückseite. Nach dem Einschrauben der Abstandhalter an den für das Board vorgesehenen Punkten kann dieses darauf befestigt werden. Der Prozessorkühler darf nicht höher als 10 cm sein. Eienrseits passt er sonst nicht mehr durch die Öffnung der Rückseite, wodurch der Tray nicht mehr in das Gehäuse geschoben werden kann, andererseits würde das Netzteil blockieren.

Eventuelle Erweiterungskarten und Grafikkarten müssen, wegen der Befestigung mittels gewöhnlicher Schrauben, leider schon vor im Vorfeld montiert werden. Ein nachträglicher Einbau im Inneren des Gehäuses ist nur bedingt möglich. Auch wenn das Gehäuse mit einem Abstand von 28,5 cm zwischen Lüftergittern und Slotblenden aufwarten kann, sollte man beim Grafikkartenkauf auf Modelle mit den Stromanschlüssen auf der nach vorn gerichteten Kartenseite achten, da man den Tray sonst mit den eingesteckten Kabeln nur schwer in seine Ausgangsposition zurückschieben kann. Ein nachträgliches Aufsteckend er PCIe-Stromanschlüsse ist jedoch wegen der Einbauhöhe nur mit Fingerspitzengefühl über die Kabeldurchführung der 5,25"-Laufwerksschächte möglich.

Bevor das Tray wieder in das Gehäuse geschoben wird, sollten die Frontanschlusskabel, sowie Power-und Resettaster, Power-LED und HDD-LED ihren Platz auf der Platine einnehmen.

Abschließend kann das Netzteil an seine endgültige Position gebracht und verschraubt werden. Da jedoch maximal 19,5 cm zwischen Gehäuserückwand und Arretierungsschraube der optischen Laufwerke Platz ist, sollte das Netzteil inklusive der nach unten abgebogenen Kabel keine größere Einbautiefe verlangen. Somit passt zum Beispiel das verwendete Thermaltake-Netzteil aufgrund der recht steifen Anschlusskabel gerade so in das Gehäuse.

Die verbauten Lüfter sind bei 12 V Lüfterspannung mit knapp 45 dB(A) deutlich aus dem geschlossenen Gehäuse hörbar. Das Hauptproblem ist hierbei das Luftrauschen, welches durch die kleinen Löcher in der Front und im vorderen Bodenbereich sowie der recht breiten Lüftergitter hervorgerufen wird. Durch Reduzierung der Spannung auf 7 V wurden alle drei Vertreter mit knapp 37 dB(A) kaum hörbar. Bei einer weiteren Spannungssenkung auf unter 5 V wies der Hecklüfter ein deutliches Brummen auf. Erfreulicherweise liefen alle Lüfter auch bei 5 V Lüfterspannung an. Da beide Lüfter sowohl über den Molex-, als auch über den 3-Pin-Lüfteranschluss verfügen, können beide per Molex verbunden und so über nur einen 3-Pin-Anschluss geregelt werden. Ein entsprechender Y-Adapter entfällt somit. Der Schwerpunkt im Bezug auf die Lautstärke liegt jedoch nicht bei den Lüftern, sondern bei den verbauten Festplatten. Da hier lediglich eine Entkopplung zum Einsatz kommt, sind die normalen Zugriffsgeräusche weiterhin deutlich hörbar. Zudem zeigte sich bei starker Festplattenaktivität ein leichtes Vibrationsgeräusch an den verbleibenden Laufwerksblenden. Soll das Gehäuse für einen HTPC genutzt werden empfiehlt sich somit eine leise Festplatte mit variabler Umdrehungszahl, zum Beispiel der Green-Serie von Western Digital oder entsprechenden Äquivalenten anderer Hersteller, der Einsatz von SSDs, oder die Verwendung einer Festplattendämmbox für den 5,25"-Schacht in Kombination mit nur einem optischen Laufwerk.

Wie man sich bereits denken kann, wird der Einbau einer Wasserkühlung recht schwierig. Ein 240 mm-Radiator würde zwar von der Größe her quer in die Front passen, jedoch sind Modifikationen unausweichlich. Die Grafikkartenkühlung wirft ein weiteres Problem auf, denn die Anschlüssen müssen auf der Chipseite liegen; Kühlkörper mit den Anschlüssen an der Kartenkante können wegen der Positionierung des Festplattenkäfigs nicht verbaut werden. Für die Schlauchdurchführung sind zudem ohne Gehäuseanpassungen nur die Erweiterungsslots zu gebrauchen.