Innenaufbau

Bereits bei dem Entfernen der Seitenwände ergibt sich das nächste Novum. Die Rändelschrauben lösen sich selbst nicht aus der Führung, ermöglichen nach dem Lockern aber das Verschieben eines Riegels, der die Seitenwand am Gehäusekorpus hält. Die Gehäusewand kann nun zur Seite kippen und nach oben hin abgezogen werden. In der Hand hält der Besitzer nun eine schwere Klappe, welche innenseitig mit einer Dämmschicht zur Vibrationsdämpfung und Schalldämmung versehen ist. Schön zu sehen ist der verfügbare Platz hinter dem Mainboard-Tray, um Kabel zum Mainboard hindurch zu führen oder übrige oder zu lange Kabel unsichtbar verstauen zu können.

Öffnet man auch die andere Seite, wird der Blick auf das Innenleben frei. Auch hier sticht einem nur "schwarzes" Schwarz entgegen, von den farbigen Kabeln für Power- und Resetschalter und den Lüfterkabeln abgesehen. Interessanter ist hier jedoch das Konzept: Das Gehäuse ist in zwei Bereiche aufgeteilt, einen Hauptbereich für die Grundkomponenten (Mainboard, Grafikkarte, ...) und den oberen Bereich für Laufwerke. Die Vorteile des Konzepts liegen klar auf der Hand: Frischluft von außen wird über zwei 120mm Lüfter eingesogen, kommt, da keine störenden Laufwerkskäfige davor platziert sind, direkt der oder den Grafikkarten sowie dem RAM zu Gute, wird über der CPU durch Netzteil und den ersten rückseitigen 120mm Lüfter abgesaugt, während ein weiterer Teil durch die Öffnungen in den oberen Bereich des Gehäuses und vorbei an den Festplatten über den zweiten 120mm Lüfter aus dem Gehäuse befördert wird. Die Lüfter selbst hören auf die Bezeichnung LI121225BL-4 und befinden sich derzeit serienmäßig in allen Lian Li Gehäusen.

Alle Lüfter sind mit einem 3Pin- zu 4Pin-Molex-Stecker versehen und können so auch nach Bedarf direkt an das Netzteil angeschlossen werden. Eine weitere Möglichkeit ist das Entfernen dieser Adapter und der Anschluss der Lüfter an die integrierte Lüftersteuerung, die sich hinter dem vorderen Festplattenkäfig befindet. Diese bietet drei 3Pin-Anschlüsse und einen Y-Adapter für den Anschluss von bis zu vier Lüftern. Auch nach Innen hin sind die Lüfter mit Gittern versehen, befestigt mit wiederum schwarzen Schrauben.

Während die optischen Laufwerke in den 5,25"-Schächten sowie deren Blenden konventionell verschraubt werden, können die beiden Käfige für Festplatten einfach entnommen werden. Nach Einsatz der Gummimuffen werden die Festplatten dann regulär verschraubt und eine gewisse Entkopplungswirkung ist gegeben. Praktischerweise können die Käfige auch um 180° gedreht eingebaut werden, auch sind die Käfige untereinander identisch und können den Einbauplatz nach Belieben wechseln.

Unbeachtet blieb bislang das Leben unter der Frontblende: Auch ohne die Seitenwände zu entfernen, kann die Frontpartie des Tyr einfach abgenommen werden. Ein einfaches, aber satt schließendes Klick-System, ermöglicht das Rasche Abnehmen und Aufsetzen. Zum Vorschein kommt Zweierlei: Zum Einen findet sich ein unscheinbarer Schalter für das Umstellen der Lüfterdrehzahlen der integrierten Lüftersteuerung, allerdings erst unter dem Staubfiltersystem für die ansaugenden Lüfter.

Der recht feinmaschige Filter kann für die unkomplizierte Reinigung einfach aus der Führung gezogen werden, und danach ebenso einfach wieder angebracht werden. Umständlich jedoch ist das Umstellen der Drehzahlen, sollte ein anderes Lüftungsniveau erforderlich sein und man möchte sich der integrierten Lüftersteuerung bedienen. Dafür muss jedes Mal die Frontblende abgenommen, der Filter entfernt, umgestellt, und wieder rückgebaut werden. Das geht schnell und einfach, bleibt aber umständlich.

Nach dieser groben Orientierung widmen wir uns jetzt der Benutzerfreundlichkeit in Sachen Einbau.