Funktionalität

Einbau von Hardware kann bei nicht durchdachten Gehäusen wirklich Nerven kosten. Für das Tyr aber können wir in diesem Fall Entwarnung geben. Der Einbau ist bedingt durch die Konzeption womöglich ein wenig ungewohnt, geht aber insgesamt problemlos von der Hand, daher müssen wir an dieser Stelle nicht viele Worte verlieren und können hauptsächlich Bilder sprechen lassen. Einzig die Montage der optischen Laufwerke wird einmalig Fingerspitzengefühl erfordern, da dieser Käfig nicht entfernt und der Platz hier sehr knapp bemessen ist. Wichtig ist jedoch: Der obere Festplattenkäfig ist weiter von den Anschlüssen am Mainboard entfernt, als allgemein üblich. Hier dachte Lian Li mit und legt für diesen Zweck zwei überlange SATA-Kabel bei, welche dann auf jeden Fall den Anschluss von dort verbauten Festplatten erlaubt. Auch diese sind schwarz. Generell sollte beim Einbau Vorsicht walten, denn die Eloxalschicht ist zwar nicht hochgradig empfindlich, scharfen Kanten oder Gegenständen aber dennoch nicht gewachsen. Nach einer guten Stunde war das System so montiert, wie es auf den Bildern zu sehen ist. Da wir kein Laufwerk eingebaut haben, konnten wir die Kabel unseres Netzteils, welches kein Kabelmanagement besitzt, hervorragend in diesen Schächten verstauen. Doch auch mit Laufwerken verbaut, ist hinter dem Mainboardtray und neben dem Netzteil einiges an Raum für Ordnung.


Die verbaute Lüftersteuerung steuert die vier Lian Li LI121225BL-4 Lüfter (1500 U/min bei 12V, ~ 100 m³/h) entweder mit 7,5 V ("Low"), 9 V ("Medium") oder 12 V ("High") an. Die Kühlung ist superb, die Geräuschkulisse aber lediglich bei niedrigster Stufe in Verwendung mit allen vier Lüftern akzeptabel.

Als sehr praktisch haben sich einerseits die vorhandenen Durchführungen im Mainboardtray erwiesen, die nicht ungeschickt platziert sind, sowie der Fakt, dass keine Festplattenkäfige im unteren Bereich das Einsetzen des Mainboards samt montiertem CPU-Kühler behindern. Wie schon eingangs bemerkt, lässt sich mit Geduld und Vorsicht alles nach Wunsch arrangieren und das Platzangebot ist vor Allem im unteren Bereich des Gehäuses großzügiger, als es der Regel entspricht. So werden auch die größten Grafikkarten nicht zum Problem und aufgrund der Breite des Gehäuses ebenso wenig die ausladenden CPU-Kühler dieser Tage.

Auf unseren Bilder nicht zu sehen, jedoch unumstößlich vorhanden ist eine Tatsache: Lian Li übersah es bei aller Sorgfalt alles in Schwarz zu halten, einen Anbieter zu suchen, der einen ebenfalls schwarzen Kabelbaum für die Verbindung der Schnittstellen im Deckel mit dem Mainboard liefern konnte. Diese entsprechen dem trüben Grau, wie man es von Standard-Gehäusen kennt und fallen so optisch aus dem Rahmen. Der Perfektionist möge hier erneut an eine weitere Sleeve-Packung denken. Nichtsdestotrotz sind sie ausreichend lang dimensioniert und erfüllen ihren Zweck.

Für den Einbau eines Laufwerks muss an die entsprechende Lian Li Laufwerksblende aus selben Material gedacht werden. Dieses "Ersatzteil" kann im Einzelhandel bezogen werden und ist zu einer Vielzahl erhältlicher Laufwerksmodelle kompatibel. Dies nur zur Erinnerung, nicht damit ein graues Laufwerk in die Verlegenheit kommt, schüchtern aus dem Gehäuse schauen zu müssen.