Fazit

Mit diesem Traum aus Aluminium setzt Lian Li einmal mehr ein gelungenes Gehäuse an die Spitze der firmeneigenen Ansprüche. Hochwertigste Verarbeitung, durchdachtes Belüftungskonzept mit Staubfilter, einfache Handhabung bei Hardwareeinbau und -wechsel, gute Möglichkeiten zu perfektem Kabelmanagement, Schlauchdurchführungen für den Einbau einer Wasserkühlung, rudimentäre Lüftersteuerung und abgerundet durch extravagante und doch schlichte Optik ist dieses Gehäuse eine herausragende Alternative für den heimischen Wohnbereich oder den privaten Arbeitsplatz mit Anspruch. Im Besonderen hervorzuheben ist das gute Belüftungskonzept im Rahmen des Gesamtaufbaus des Lian Li Tyr PC-X500, welches mit jeweils zwei 120 mm-Lüftern an Vorder- und Rückseite eine ausgeglichene Kühlung ermöglicht. Durch die Verlagerung der Festplatten-Einbauplätze in den oberen Bereich des Gehäuses werden die Hauptkomponenten ideal gekühlt. Der obere, heckseitig montierte Lüfter beugt Hitzestau über dem Netzteil vor, wie er so in nahezu allen am Markt befindlichen Gehäusen auftritt.

Auf die Besonderheiten und expliziten Verzüge gehen wir hier nicht weiter ein, die Lektüre der vorigen Seiten sollte verdeutlich haben, dass es derer erfreulich viele gibt.

Kritik muss das PC-X500 nur in zwei Punkten hinnehmen: Die Kombination der verwendeten Lüfter mit der integrierten Lüftersteuerung ist in dieser Form nicht für einen Wohnzimmer-PC geeignet. Auch bei geringster Einstellung ("Low") und anliegenden 7 Volt würde ein doch hörbares Lüftergeräusch den Genuss einer leisen Filmpassage, beispielsweise, stören. Ist das Gehäuse für diesen Einsatzzweck gedacht, sollten weitere Anschaffungen in Form von alternativen Lüftern samt Entkopplung oder einer dezidierten Lüftersteuerung erfolgen. Die Lüfter an sich geben selbst keinen Anlass zur Kritik, stechen aber ebenfalls nicht hervor. Sie entsprechen dem Lian Li Standard. Ebenfalls erscheint die Festplattenentkopplung wenig effektiv, für einen stillen Media-PC empfehlen wir die Verwendung von 2,5"-Festplatten in einem Scythe Quiet Drive oder SSDs. Gleiches kann natürlich auch von dem PC-Spieler oder Anwender, der dieses Gehäuse für die Verwendung seines Allround-Computers verwenden möchte, nach eigenen Präferenzen in Betracht gezogen werden. Der zweite Punkt sind die Anschlusskabel für die Verbindung der externen Anschlüsse im Deckel mit dem Mainboard: Alles in diesem Gehäuse wurde absichtlich und höchst bedacht in Schwarz gehalten - nur diese Kabel kommen im altbackenen Standard-Grau daher und wollen so gar nicht zum Gesamtbild passen. Hier muss man Lian Li einen Fauxpas vorwerfen. Wieder sei hier der perfektionistische Case-Modder vorgewarnt: Zusätzliche Kabelummantelung ist von Nöten.

Den nicht geringen Preis von etwa 300 Euro sehen wir in diesem Qualitätsbereich nicht als Kritikpunkt. Viel Handarbeit und mehrheitlich 2 mm starkes Aluminium steckt in diesem Gehäuse, die bereits genannten Vorzüge und Besonderheiten bedingen zu großen Teilen den Preis und rechtfertigen ihn somit auch, der Rest wird der Exklusivität geschuldet. Wem dieses PC-X500 Gehäuse zu wenig 3,5"-Einbauplätze oder Platz im Allgemeinen bietet, kann mit dem großen Bruder  PC-X2000 auch dieser Problematik entgegenwirken. Das Gehäuse erhält einen "Keller", der nun als separate Klimazone sechs Festplatten beherbergen kann. Weitere geringe Änderungen in der Konzeption sind vorhanden, unter dem Strich aber bieten beide Gehäuse alles, was das Computer-Herz wünscht.

Darf es etwas Besonderes und ein bisschen Mehr sein?

 

Wir bedanken uns bei Lian Li respektive Caseking.de für die Bereitstellung dieses unerhört schmackhaften Gehäuses. Vielen herzlichen Dank!

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