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Leichtes Gehäuse = leichter Einbau? Schauen wir...

Der Einbau der Hardware startet mit einer kleinen "Schrauborgie", die Rändelschrauben der Seitenwände, Netzteilhalterung und Lüftervorrichtung müssen entfernt werden, um freien Zugang zum Inneren zu haben. Praktisch erweist sich hier die Weiterentwicklung des Festplattenkäfigs. Dieser kann gleich mit ausgebaut werden, ganz einfach, indem man eine weitere Rändelschraube löst. Nun ist ausreichend Platz vorhanden, um die kostbare Hardware zu verbauen.

Lian Li typisch lassen sich die Laufwerksblenden entfernen. Mit leichtem Druck auf die jeweils zwei Nasen an der linken und rechten Seite und gleichzeitigem Vorschieben der Blende wird diese aus dem sehr festen Halt gelöst. Hier sollte mit etwas Fingerspitzengefühl und vorheriger Überlegung in Bezug auf die Platzierung der zu verbauenden Laufwerke vorgegangen werden. Soll die Blende wieder eingesetzt werden, kann es bedingt durch die hohe Passgenauigkeit zu kleinen, aber unschönen Kratzern am Rahmen der Front kommen. Wie schon zuvor angemerkt, sollte alleine aus optischen Gründen auf die Laufwerksblenden von Lian Li zurückgegriffen werden. Ein schwarzes oder gar graues Laufwerk passt überhaupt nicht in das Gesamtbild hinein. Ein Befestigungssystem für optische Laufwerke ist im PC7 nicht vorgesehen, hier wird noch traditionell mit Schrauben gearbeitet. Die Erklärung scheint logisch, jedes zusätzliche Teil bringt Gewicht mit sich, schließlich haben wir es ja hier mit einem Leichtgewicht zu tun. Für die Installation der Festplatten im dafür vorgesehen Käfig werden Vibrationsdämpfer verwendet. Einfach an die HDD geschraubt, wird das gesamte Gebilde in einen der drei Schächte eingeführt und fixiert.

Sind alle Komponenten im Gehäuse verbaut, liegt vielen Nutzern das Verstecken der erforderlichen Kabel am Herzen. Im Vergleich zu anderen Miditowern geht dies im PC7 SE-BIII relativ gut. Der Einbauschacht und Steg der 5,25" Laufwerke verdeckt zum Einen die nicht erforderlichen Kabel des Netzteil, zum Anderen können dahinter auch die Datenkabel nach unten zu den jeweiligen Anschlüssen am Mainboard geführt werden. Die Kabel der Frontanschlüsse können zwar nicht wirklich versteckt werden, zumindest gelingt mit den mitgelieferten Kabelschellen eine gewisse Führung und Fixierung am Gehäuseboden. Für Fanatiker des Kabelmanagements ist dies sicher unbefriedigend, jedoch sucht man in der Größenklasse generell nach Paradebeispielen.

Kommen wir noch einmal auf die Abdeckklappe der Frontanschlüsse zurück. Wie bereits angemerkt, ist hier zur Vermeidung von Kratzern und anderen Abnutzungserscheinungen etwas Feingefühl erforderlich. Dies sind Dinge, die man beeinflussen kann. Als ungünstig ist jedoch die Einbautiefe des Anschlusspanels und die Größe der Aussparung am Gehäuse selbst zu bezeichnen. Bei Verwendung von USB-Geräten mit größerem Gehäuse direkt am Anschlussstecker, z.B. USB-Sticks, kann es dazu kommen, dass ein Einstecken nicht möglich ist. Kein Beinbruch, jedoch ist der Nutzer unter Umständen gezwungen, solche Geräte an der Rückseite des Gehäuses zu platzieren. Auch wenn es gang und gäbe ist, die Position der Frontanschlüsse ist rein ergonomisch gesehen recht unpassend gewählt. Der Nutzer ist gezwungen, beim Anstecken von Kopfhörer oder USB-Stick leichte Verrenkungen durchzuführen oder zumindest etwas in die Knie zu gehen. Das kann besser gelöst werden.

Zwiegespalten ist die Meinung im Team bezüglich des Lüftungseinlasses im Deckel des Gehäuses. Da sich dieser genau auf Höhe des Netzteils befindet, soll er sicher auch zu dessen zusätzlicher Kühlung dienen. Bei aktiven gekühlten Netzteilen sicherlich nicht zwingend erforderlich, kann es bei passiv gekühlten Exemplaren durchaus von Nutzen sein. Eine weitere Möglichkeit wäre, das Netzteil um 180° gedreht zu verbauen, so saugt es nicht die bereits erwärmte Luft aus dem Gehäuse über die ebenso warmen bis heißen Bauteile, sondern bekommt Frischluft von außen verabreicht.

Variabel gestaltet sich auch die Positionierung des seitlichen Lüfters. Je nach Bedarf kann dieser nach Lösung der Rändelschrauben auf einer Schiene verschoben werden und dient so zur gezielten Belüftung der Hardware. Speziell Grafikkarten kann so eine zusätzliche Frischluftkur verpasst werden.

Kritisch wird es, wenn gleichzeitig mehrere Grafikkarten und Festplatten im Gehäuse Platz finden sollen. Bei dem von uns verbauten XFX nForce 790i Ultra SLI Mainboard befinden sich alle drei Grafikkartenslots auf Höhe des Festplattenkäfigs. Bedingt durch die leicht in das Gehäuse versetzte Konstruktion verbleiben nach Anschluss des SATA-Strom- und Datenkabels an der Festplatte nur ca. 23 cm Einbautiefe bis zur Slotblende. Highend-Grafikkarten mit größeren PCBs wird damit je nach Lage der PCIe-Steckplätze der Einbau bei voller Nutzung der Schächte im Festplattenkäfig verwehrt. Als Ausweg für SLI-Systeme bietet sich somit nur die Montage der Festplatte im untersten Slot oder gar im 5,25"-Schacht. Bei Triple-SLI-Systemen ist die Nutzung des Käfigs komplett ausgeschlossen.

Eine letzte Sache soll noch Anmerkung finden: Das Gehäuse kann durch unruhig laufende Lüfter oder bei aktivem DVD-Laufwerk komplett zu vibrieren beginnen, gerade die Seitenwände werden hier regelrecht zu einem Resonanzkörper. Dies ist auf die sehr leichte Bauweise zurückzuführen. Kleine Klebepads an den entsprechenden Stellen, wo Aluminium auf Aluminium trifft, z.B. an den Führungen der Seitenwände, oder gar ein Dämmset sollte dem entgegenwirken.