Reviews > Gehäuse > Lian Li PC-A77B > Verarbeitung & Erscheinungsbild

Verarbeitung & Erscheinungsbild


Keep it simple. So oder zumindest so ähnlich müssen die Vorgaben an die Designer gewesen sein. Wirklich auffällig ist das Gehäuse nicht, wobei dies selbst bei Gamer-Gehäusen der Taiwanesen nicht wirklich das Kredo ist. Das schwarz eloxierte Aluminium lässt das A77B im ersten Augenblick kleiner wirken, als es in Wirklichkeit ist. Leider ist einer der ärgsten Feinde der schicken Oberfläche der Finger, denn Abdrücke werden ziemlich schnell sichtbar. Die Front wird klar von den insgesamt zwölf 5,25"-Schächten, bzw. deren Blenden, dominiert. Da diese gelocht sind, bringen sie ein wenig Auflockerung in die Front, zudem wird so der Luftzug im Inneren massiv gefördert. Über den Blenden an der Oberseite der Front fügt sich fast nahtlos ein kleines LC-Display ein. Zusammen mit den beiden daneben liegenden Tastern bildet die Einheit eine Lüftersteuerung, an der sich alle Lüfter im Gehäuse in ihrer Leistung anpassen lassen können. Ansonsten befinden sich an der Vorderseite nur noch zwei kleine LEDs, welche Auskunft über die aktuelle Festplattenaktivität und den Systemstatus geben.


Die restlichen Bedienelemente wurden an der Oberseite angebracht. In Anbetracht der Größe des Gehäuses eine weise Entscheidung, die wenigsten werden sich einen solchen Koloss auf ihren Schreibtisch stellen. Zu den obligatorischen Power- und Resetschalter, welche natürlich ebenfalls aus Aluminum hergestellt wurden, gesellen sich noch die Frontanschlüsse. Unter einer Klappe, welche vom Firmenschriftzug verziert wird, befinden sich Anschlüsse für insgesamt vier USB-Geräte, FireWire, Sound und eSATA. Auch bei den Seitenteilen packte den Designern nicht der Mut: Luftschlitze oder Fenster sucht der Käufer vergebens. Bastler freut dies natürlich, haben sie hier doch nahezu unendlich viel Platz für ihre Ideen.


Auch ein schöner Rücken kann entzücken. Abgesehen vom Farbton fügt sich die Heckpartie bestens in das schlichte Design ein. Den Mainboardbereich samt 120 mm-Hecklüfter platziert Lian Li mittig, sodass oben und unten jeweils noch Platz vorhanden ist. Die Taiwanesen lassen hierbei den Benutzer freie Auswahl. Es ist dank des Zubehörs möglich, ein zweites Netzteil zu verbauen, ebenso kann einer der beiden Plätze für einen Festplattenkäfig genutzt werden. Die Anordnung ist nach Belieben möglich. Kleinere Details am Rand sind noch zwei Schlauchdurchführungen für externe Wasserkühlungen sowie Lüftungsschlitze neben den Slotblenden. Hier ist es dem Nutzer freigestellt, einen bei Lian Li erwerbbaren Lüfter zu verbauen, welcher zusätzlich die Erweiterungskarten kühlt. Nicht vergessen wollen wir die edlen Füße, welche natürlich ebenfalls aus Aluminium gefertigt sind. Zusätzlich sind sie an der Unterseite mit einer Schicht Gummi versehen, ein rutschfester Stand ist somit garantiert.


Ein Punkt, der in diesem Kapitel bei unseren Reviews zum Thema Gehäuse eigentlich immer relativ weit am Anfang steht, wollen wir diesmal am Ende behandeln: Die Verarbeitung. In Anbetracht der Tatsache, dass wir es mit einem Gehäuse der Preisklasse über 200 Euro zu tun haben und dass dieses zudem aus einer selbsternannten Premiummanufaktur stammt, kommt etwas Enttäuschung auf. Bereits bei den ersten Sichtungen zeigte sich der Deckel als etwas schief, was sich besonders anhand des Verlaufs zu Front sichtbar macht. Beim Nachmessen stellten wir fest, dass das komplette Gehäuse in der Breite einen Höhenunterschied von zwei Millimetern aufweist. Dies sorgt unter anderem auch für leicht versetzte 5,25"-Blenden in der Front. Insgesamt gesehen passt jegliche Hardware ohne verkannten, der Zusammenbau eines Systems ist also nicht das Problem. Dennoch liegt der Maßstab in diesen Preisgefilden wesentlich höher. Bedingt durch die aufwendige Fertigung können durchaus Abweichungen auftreten. Wir erachten dies jedoch bei einem Gehäuse dieser Preisklasse als Mangel. Der Händler des Vertrauens sollte in einem solchen Fall jedoch Austausch bieten können.