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Funktionalität


Form follows function. Nur gut aussehen reicht leider nicht, auch wenn einige sicherlich beim Anblick des Lian Li A77B ins Grübeln kommen, ob man da überhaupt Hardware einbauen sollte. Wir sagen: Ja, sollte man, muss man sogar schon fast. Der große Innenraum eignet sich hierfür hervorragend. Dual-Prozessorsysteme, Grafikkarten bis 38 cm Länge und große Radiatoren für Wasserkühlungen: Alles kein Problem für den Aluminiumriesen. Bereits ab Werk können in den zwei Käfigen der Front und einem oben im Heck jeweils drei Festplatten verbaut werden. Dabei wird jedes der Datentriple mit einem 120 mm-Lüfter aktiv gekühlt und auf Gumminentkopplern gelagert. All denen, die noch mehr verbauen, bietet Lian Li die Möglichkeit, bis zu zwei weitere Käfige zu verbauen, was eine theoretische Maximalanzahl von 15 Festplatten bedeutet. In diesem Fall muss allerdings auf ein optisches Laufwerk verzichtet werden. Erfreulich ist die Länge der Kabel für die Frontanschlüsse. Hier ist ein unsichtbares Verlegen problemlos möglich.


Das wohl Interessanteste am Lian Li A77B ist die mitgelieferte Lüftersteuerung. Sie verfügt über ein blau beleuchtetes LC-Display an der Front und gibt Auskunft über die aktuellen Messwerte der drei Temperatursensoren, der dazu jeweiligen Lüfterdrehzahl und der Uhrzeit. Die Regelung der Lüfter erfolgt jedoch nur anhand der Temperaturvorgaben des jeweiligen Sensors, eine manuelle Regelung ist leider nicht möglich. Insgesamt funktioniert die Steuerung hervorragend. Sobald eine Grenztemperatur überschritten wird, drehen die Lüfter schneller. Zudem macht ein Alarmton auf sich aufmerksam. Dieser ist übrigens derart durchdringend, dass wir empfehlen, die Grenztemperaturen lieber ein paar Grad Celsius höher anzusiedeln. Insgesamt gesehen gibt es allerdings auch einen Makel: Es sind drei Anschlüsse für die bereits ab Werk vier verbauten Lüfter vorgesehen. Diese drei Anschlüsse scheinen zudem auch nur für die Festplattenkäfige gedacht zu sein, da die Kabel sonst ein wenig zu kurz sind. So bleibt nur die Wahl, den hinteren Gehäuselüfter entweder mit einer festen Drehzahl laufen zu lassen, ihn über das Mainboard zu regeln oder eine separate Lüftersteuerung zu verbauen. Apropos Lüfter: Die vier mitgelieferten 120 mm-Modelle, welche von Lian Li umgelabelt wurden, gehen durchaus moderat zu Werke. Maximal drehen sie mit 1500 U/min, niedrigste Drehzahl liegt bei etwa 700 U/min. Bei normaler Raumtemperatur liegt die Drehzahl, gesteuert durch die Lüftersteuerung, bei knapp 1000 U/min. Während die beiden Lüfter in den vorderen Festplattenkäfigen sehr ruhig zu Werke gehen, fallen die beiden hinteren Lüfter durch deutliche Lagergeräusche auf, deren Rattern sich zudem aufgrund einer nicht vorhandenen Entkopplung auf das Gehäuse überträgt.


Der Rest des A77B kann wiederum überzeugen im Praxiseinsatz. Besonders Case-Modder wird es freuen, dass sich fast sämtliche im Innenraum befindlichen Streben und Anbauteile mit Schrauben lösen lassen. Somit wird ein Aufbohren der von Nieten vermieden und die Garantie bleibt erhalten. Aufgrund des hohen Platzangebotes geht das Verbauen sämtlicher Hardware ohne Probleme von statten. Jegliche Kanten sind sauber abgerundet, das Verletzungsrisiko ist so minimiert. Hier zeigt sich dann doch der Qualitätsanspruch, den die potenziellen Kunden, aber auch das Unternehmen selbst, an sich stellen. Ebenso wird Liebe für das Detail bewiesen, immer wieder finden sich kleine Löcher und Durchführungen, die für Kabel verwendet werden können. Somit bleibt auch eine gewisse Ordnung gewahrt.