Praxistest


Für den Praxischeck haben wir ein MSI K9A2VM-Board, ein Samsung SH-D162 DVD-Laufwerk, eine Samsung SP 2004C und ein Thermaltake Toughpower-Netzteil mit 750 W verbaut. Als Lüftersteuerung wurde eine Scythe Kaze Master für den 5,25"-Schacht genutzt.

Der Einbau geht aufgrund der nahezu schraubenlosen Montage recht schnell. Für das Kabelmanagement sollte man jedoch ein paar Minuten länger einplanen. Wir begannen mit der Netzteilmontage. Dazu muss man lediglich das Netzteil in die richtige Position legen und mit der beiliegenden Spannvorrichtung befestigen. Danach ging es an die Verlegung der Kabel durch die Mainboardtrayöffnungen. Wenn alle Kabel ihre richtige Position haben, wird die Platine eingesetzt. Damit man nicht immer mit dem Schraubendreher zwischen den Bauteilen arbeiten muss, legt Lancool spezielle Thum Screws bei. Drei davon sind länger als die anderen und extra für die Bereiche vorgesehen, die schwer zugänglich sind. 
 
Die Festplatten lassen sich ebenso leicht montieren. Hierzu muss lediglich die Sicherungsschiene auf der linken Seite nach unten gedrückt und der Festplattenschlitten entnommen werden. Um letztlich die Festplatte verbauen zu können, müssen noch zwei Bleche an den Seiten abgenommen werden. Die beilgelegten, selbstklebenden Gummis werden dafür unter die Festplatte auf den Schlitten geheftet. Je nach Festplatte kann es allerdings sein, dass sie etwas in den Schlitten gedrückt werden muss. Die verbaute Samsung SP2004C glitt geschmeidig hinein, eine Seagate ST3500320AS beispielsweise ließ sich gerade noch so "überreden". Jedoch sollte man die Schuld nicht auf die HDD-Schlitten allein schieben. Schließlich weisen auch die Festplatten leichte Fertigungstoleranzen auf.  

Zur Montage der optischen Laufwerke muss zunächst die Front durch kräftiges Ziehen entnommen werden. Wer nur ein Laufwerk verbaut, braucht lediglich eine Blende aus der Front zu entnehmen, um das Laufwerk in den Schacht schieben zu können. Über die Arretierungsvorrichtung befestigt man es abschließend. Sollen weitere Laufwerke verbaut werden, muss noch eine Metallblende aus dem Gehäuse herausgetrennt werden. Bei demontierter Front kann man zudem erkennen, dass im Bereich des Frontlüfters ein herausnehmbarer Staubfilter verbaut worden ist. Aufgrund der dünnen Materialstärke der Maschengitter-Laufwerksblenden sind diese nicht sonderlich formstabil. Beim Entfernen kommen meist die umliegend verbauten Blenden mit bzw. drücken sich beim Einsatz einer Blende auf der Gegenseite gern mit heraus.

Aufgrund des großen Abstandes von 29 cm zwischen den PCI-Blenden und dem Festplattenkäfig kann man ohne Bedenken übergroße Grafikkarten wie die ATI HD4870 X2 oder einer NVIDIA GTX 280 einsetzen. Der übergroße CPU-Kühler Scythe Orochi kann aufgrund der Gehäusebreite jedoch nicht so montiert werden, dass der Lüfter auf dem Kühler sitzt.

Die Lüfter besitzen einen typischen 3-Pin-Anschluss und lassen sich somit ohne Probleme an jeder Hauptplatine befestigen. Mit dem beiliegenden 12 V-Adapter kann ein Lüfter auch direkt an das Netzteil angeschlossen werden.

Der Praxischeck zeigte typische Vibrationsprobleme bei den optischen Laufwerken, da diese nicht entkoppelt sind. Die Lüfter waren selbst bei 12 V durch die entkoppelte Montage sehr leise, jedoch war bei den 140 mm-Vertretern ein geringes Luftrauschen zu hören. Leider klackerte der hintere Deckellüfter beim Anlaufen teils deutlich und im Betrieb immer an der Grenze zur Wahrnehmbarkeit. Ab einer Entfernung von einem Meter fällt das Geräusch jedoch hinter dem Rauschen zurück. Bei etwa 9 V arbeiteten alle Lüfter flüsterleise. Ein Kuriosum stellten die beiden Spannungen 7 V und 5 V dar. Anders als erwartet, liefen alle Lüfter bei 5 V an, bei 7 V jedoch war der klackernde, obere 140 mm-Lüfter diesbezüglich launisch. Nach einem Tausch des Deckellüfters mit dem Frontlüfter verschwand zwar das Anlaufproblem, nicht jedoch das Klackern. Somit liegt nahe, dass entweder ein defekter Lüfter verbaut wurde, oder die Fertigungsstreuung der Lian Li-Lüfter etwas hoch liegt. Sind die Lüfter jedoch erst einmal im Betrieb, so erzeugen sie mit den blauen LEDs ein stimmungsvolles Flair, dem man sich kaum entziehen kann.

Die ungewöhnlich hohen, gummierten Füße konnten vor allem auf Parkettböden ihr wahres Potential entfalten. Das relativ weiche Material schluckte hervorragend alle Vibrationen, wodurch diese sich nicht auf den Boden übertragen konnten. 

Die problemlose Umrüstung auf eine intern verbaute Wasserkühlung ist bei diesem Gehäuse leider nicht gewährleistet, da das PC-K62 vom Innenraum her knapp bemessen ist.