Innenaufbau


Neue Wege geht Ikonik bei diesem Gehäuse erstaunlich viele und beweist Liebe zum Detail: An allen Ecken und Enden wird ersichtlich, dass viel Nachdenken und Erfahrung in dem Gehäuse stecken. Beginnen wir mit den Seitentüren: Diese sind jeweils mit drei Rändelschrauben befestigt, werden aber zusätzlich durch einen Verschlussmechanismus an Ort und Stelle gehalten. Nach dem Entfernen der Schrauben und Druck auf den Knopf an der Rückseite, können die Seitenteile abgenommen werden. Das Problem des bereits erwähnten großen Spiels wird hier erneut ersichtlich: Die Türen werden lediglich an der Front des Gehäuses eingehängt und rückseitig mit den drei Schrauben befestigt. Das ermöglicht Schwingungen, sich ungehindert zu entwickeln. Einige wenige Gummistreifen, wie beispielsweise bei der Entkopplung des Netzteils angewandt, würden hier bereits Abhilfe schaffen. Ein weiteres Detail ist in der Seitentür auf Hardwareeinbauseite zu bemerken: Das luftdurchlässige Mesh-Gitter ist zweiteilig und kann je nach Belieben durch zwei identischte Teile aus transparentem Kunststoff ersetzt werden. Somit kann ein Blick auf das Innenleben freigegeben werden, sofern vom Nutzer gewünscht. Diese Teile finden sich mit samt einer 3.5"-Einbaublende für externe Geräte oder ein Diskettenlaufwerk und der Einbauanleitung in einem eigenen Fach oben im Karton. Hier wurde an alles gedacht und ein Mehrwert für den Nutzer geschaffen.

 


Nach dem Öffnen der Seiten wird der Blick auf das äußerst geräumige Innenleben und die zahlreichen Lüfter frei. Allen Lüftern sind der Ikonik-Schriftzug sowie eine separate Stromversorgung von LEDs und den Lüftern selbst gemein. Unterscheiden muss man nach der Größe: Jeweils vier 80mm "Low Profile" Lüfter (80 x 80 x 15 mm) befinden sich ober- und unterhalb des Mainboard-Trays. Dabei führen die unteren Lüfter Luft in das Gehäuse, während die oberen vier die Luft aus dem Gehäuse befördern. Ein 140 mm-Lüfter im Heck unterstützt das Netzteil bei der Wärmeabfuhr, zwei 120 mm-Lüfter in der Front kühlen die Festplatten und pumpen Frischluft ins Innere. Schlussendlich finden sich im unteren Heckbereich zwei weitere 80 x 80 x 15 mm messende Lüfter, die der Wärmeentwicklung der in den unteren Schächten verbauten 3.5"-Festplatten Einhalt gebieten und die Abwärme nach außen befördern. Alle Lüfter sind bereits verkabelt und an das SIM-Modul angeschlossen, welches sich seitlich neben den 5.25"-Einbauschächten versteckt. Die Kabel sind recht sauber verlegt, was sicher einige Zeit bei der Montage in Anspruch nimmt. Bedenken sollte der Anwender, dass sich diese Lüfter von herkömmlichen LED-Lüftern dahingehend unterscheiden, dass die Stromversorgung von Lüftern und deren LEDs nicht über ein und die selbe Stromversorgung realisiert wird, sondern alle LEDs aller Lüfter an einen eigenen Stromkreis abgeschlossen sind. Dies mag bei Austausch der Lüfter und Realisierung eigener Beleuchtung relevant sein. Im Weiteren sind die 80 mm-Lüfter von niedriger Bauart, Lüfter mit einer Standarddicke von 25mm können nicht ohne größere Eingriffe verbaut werden, die Fassung ist dafür nicht geeignet und lässt sich nicht ohne weiteres dafür umrüsten.

 


Neben den zahlreichen Lüftern bietet das Gehäuse nahezu ebenso viele Einbauplätze für Festplatten. Die Summe von zehn Stück ist sehr beachtlich. Hinzu kommt das schraubenlose Schienensystem, welches ebenfalls eine gewisse Entkopplung der Festplatte beinhaltet. Alle Festplattenkäfige können komplett entfernt werden, was vor allem für die beiden am Gehäuseboden montierten Käfige relevant ist: Soll eine Wasserkühlung zum Einsatz kommen, könnte in diesem Bereich ein Radiator und die Pumpe Raum für den Einbau finden. Schlauchdurchführungen sind an der Gehäuserückseite bereits eingebracht.

 


Ein weiteres Detail sind Gummierungen am Einbauplatz für das Netzteil. Dieses liegt nach dem Einbau also nicht auf den Aluminiumschienen auf, sondern wird von Elastomeren getragen. Abstandshalter um die Bohrlöcher zum Verschrauben des Netzteils vermindern ebenfalls geringfügig eine Schwingungsübertragung. Ebenfalls mitgedacht wurde für den Komfort während des Hardwareeinbaus: Der Mainboardschlitten lässt sich nach dem Lösen einer Rändelschraube nach rechts verschieben und herausnehmen. Der Einbau von Mainboard mit installiertem RAM- und CPU-Kühler lässt sich somit vollständig außerhalb des Gehäuses durchführen und anschließend komplett einsetzen. Leider haftet der Möglichkeit des Entfernens ein fader Beigeschmack an: Das Blech des Mainboardtrays ist sehr dünn und hat ebenfalls viel Spiel in der Fassung: Während die Festplattenkäfige weniger anfällig für Vibrationen sind, klappert es hier leider wieder stark! Vibrationen des CPU-Lüfters oder der Grafikkarte führen zum Vibrieren des Mainboardschlittens. Letzterer Punkt allerdings ist auch unserer Vorserie zuzuschreiben und ist bei den derzeit erhältlichen Gehäusen bereits überarbeitet.

 


Der werkzeuglose Einbau von Laufwerken erklärt sich von selbst und ist einfach zu handhaben. Entsprechende Geräte werden von vorne in einen Schacht geschoben und können per Druck auf den Knopf an der Seite an der korrekten Position arretiert werden. Die werkzeuglose Montage setzt sich ebenfalls bei dem Fixieren von PC-Erweiterungskarten (Grafikkarte, Soundkarte, Netzwerkkarte) fort: Nach kräftigem Druck auf das Verschließsystem (schwarzer Clip), lässt sich der Bügel, welcher die Karten und Slotblenden an Ort und Stelle hält, geführt nach oben klappen und ebenso wieder verschließen. Durch beiliegende Rändelschrauben können eingebaute Steckkarten zusätzlich gesichert werden.

 


Bei Betrachtung der anderen Seite ist nur eine Besonderheit auszumachen: Das SIM-Modul mit eloxierter Aluminiumoberfläche blinzelt bescheiden aus dem Hintergrund hervor. Dass es bereits 13 Lüfter mit einer nicht unbeträchtlichen Gesamtleistungsaufnahme sowie LEDs verwalten und versorgen kann, wissen wir bereits. Den gesamten Funktionsumfang beleuchten wir im Abschnitt "SIM-Modul" auf der folgenden Seite.

Der Innenaufbau ist wohl durchdacht: Viel Platz für viel Hardware und den bequemen Einbau dieser. Leider jedoch sind auch hier Vibrationen durch das dünne Blech und mangelnde Festigkeit vorprogrammiert. Der findige Nutzer kann dem jodoch durch Einsatz von einfachem Tape schnell Herr werden.