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Funktionalität & SIM-Modul


Auch wenn wir keine Bilder von verbauter Hardware zeigen, haben wir das Gehäuse natürlich bestückt, dabei alle Merkmale berücksichtigt und das System dann auch in Aktion beurteilt. Der Einbau im Ikonik Ra X10 gestaltet sich angenehm. Nach dem Entfernen des Mainboardtrays und Aufschrauben der Abstandshalter kann das Mainboard samt installierter Hardware bequem in das Gehäuse eingesetzt werden. Auch unser großer CPU-Kühler in Tower-Bauweise sorgte für keine Probleme. Das Gehäuse ist ausreichend breit, um alle CPU-Kühler dieser Tage einbauen zu können.

 


Praktisch ist die Möglichkeit, Festplatten auch um 180° gedreht einzubauen. Somit kann der Nutzer frei entscheiden, ob er die Anschlüsse der Festplatten sichtbar in der Front oder nach hinten versteckt positionieren möchte. Eine Festplatte wird zwischen zwei Schienen gepresst und kann dann mit etwas Kraft in einen Einbauplatz geschoben werden, bis die Riegel einrasten. Einfach, sicher und akzeptabel. Eine Entkopplungswirkung ist jedoch nur geringfügig gegeben.

Kabelmanagement ist trotz der Größe des Gehäuses nur bedingt möglich: Freiraum hinter dem Mainboardschlitten ist mit etwa 1cm Tiefe nur bedingt vorhanden, Raum genug findet sich aber möglicherweise oberhalb des SIM-Moduls und in nicht verwendeten 5.25"-Einbauschächten. Ganz so schön und unsichtbar zu verstauen sind Kabel aber im Vergleich zu anderen Gehäusen dieser Preisregion nicht. Ist die Hardware verbaut, was ohne zerschnittene Finger infolge von allseits entgrateten Kanten möglich ist, können die beiden Seitentüren angelegt und abgeschlossen werden. Der Einbau gestaltet sich alles in Allem problemlos und komfortabel.



Das SIM-Modul


Auf die Hauptinnovation bei allen Ikonik-Gehäusen mit dem Kürzel "SIM" in der Produktbezeichnung gehen wir nun im Besonderen ein. Das Modul befindet sich versteckt im Bereich der vorderen Einbauschächte für optische Laufwerke und Festplatten und zeichnet sich durch ein schlichtes Äußeres aus. Bereits belegt sind die Stecker für LED und Lüfter, weiterhin muss das Modul mit einem 4pin-Molex-Stecker des Netzteils mit Strom versorgt werden. Darüber hinaus bietet das SIM-Modul zwei 3pin-Stecker, um weitere optionale Lüfter anzuschließen und die Steckerleiste für die sechs Temperatursensoren, welche dem Lieferumfang ebenfalls beiliegen. Der Anschluss des Moduls an einem USB-Port auf dem Mainboard ist für die Funktion notwendig. Eine bebilderte Anleitung liegt dem Lieferumfang bei, ein ausführliches Handbuch findet sich auf der Installations-CD der Software oder kann aktualisiert auch unter im folgenden Text angegebenen Link geladen werden.

 


Prinzipiell steht einer Regelung aller Lüfter im Gehäuse über das SIM-Modul, zum Beispiel also auch des CPU-Lüfters oder eines Grafikkartenlüfters, nichts im Wege. Vor dem Platzieren der Temperaturfühler sollten die Software bzw. die Steuerungsmöglichkeiten näher betrachtet werden. Was die Software zu leisten im Stande ist und wo ihre Schwächen liegen, zeigen wir nun auf.

Nach der Installation der Software, die zum Zeitpunkt der Review die Versionsnummer 1.1 trägt und  hier heruntergeladen werden kann, bekommt der Nutzer folgende Oberfläche zu sehen.

 


Die "Hauptseite" zeigt auf einem Blick die Drehzahlen der verschiedenen Lüfter F1 bis F6 sowie die Temperaturen T1 bis T6, welche über die sechs unabhängig im Gehäuse zu platzierenden Sensoren erfasst werden können. Nach einem Mausklick auf die entsprechenden Lüfter- oder Temperaturanzeigen, werden die entsprechenden Werte Daten in den Tachometern angezeigt. Ein nettes Gimmick wird durch den Schalter in der Mitte des Interface ausgelöst: Der "LED-Schalter" ermöglicht das Ein- und Ausschalten der LEDs aller Lüfter per Mausklick. Unterhalb der Angaben von Temperaturen und Lüfterdrehzahlen können Texte eingegeben werden, um Lüfter oder Sensoren einfacher identifizieren zu können. Die Lüfter des Gehäuses sind wie folgt an die Steuerung angeschlossen:

  • F1: die beiden 120mm Frontlüfter
  • F2: der rückseitige 140mm und die beiden rückseitigen 80mm Lüfter im Heck
  • F3: die vier 80mm Lüfter oben
  • F4: die vier 80mm Lüfter unten
  • F5/F6: Optionale, weiter Lüfter, beispielsweise CPU oder Grafikkarte

 

Praktischerweise zeigt die Grafik des Gehäuses auf der linken Seite die entsprechenden Lüfter an, hier also bei Lüfterkanal F1 die beiden Frontlüfter. Da kein Lüfter angeschlossen ist, blinken die Anzeigen F5 und F6.

Der Kern einer jeden Steuerung ist der tatsächliche Regelbereich und die Anpassbarkeit: Um die Steuerung zu konfigurieren, wird der Button "Steuerung" gedrückt und folgende Maske öffnet sich.


Jedem Lüfterkanal kann ein bestimmter Temperatursensor zugeordnet werden. Standardmäßig wird dem Lüfter F1 der Sensor T1, dem Lüfter F2 Sensor T2 usw. zugeordnet. Darüber hinaus wird nun im rechten Bereich die Regelkurve definiert. Dies ist nicht komplett frei möglich, kann aber in weiten Grenzen nach den Profilen "Leistung", "Leise A/B", "0dB Start A/B" und "Lüfterlos" festgelegt werden. Es stehen also sechs Regelkurven für die Anpassung von Systemtemperaturen und Geräuschentwicklung zur Verfügung. Die grafische Übersicht über alle Profile zeigen die folgenden Screenshots.

 



Profil "Leistung":
Die angeschlossenen Lüfter werden permanent mit 12 V betrieben.

  • F1: 1800 U/min (120 mm)
  • F2: 1725 U/min (140 mm)
  • F3: 2300 U/min (80 mm)
  • F4: 2350 U/min (80 mm)

Die Geräuschkulisse bei allen Lüftern auf Maximalspannung ist genau wie die Kühlung: Extrem. Zum Luftrauschen und den Motorengeräuschen der Lüfter gesellt sich das Vibrieren der nicht fest anliegenden Seitentüren. Die Kühlung jedoch ist logischerweise herausragend. (Anm. d. Red.: "Als ich vor dem PC mit allen Lüftern voll aufgedreht saß, fing ich wirklich richtig zu frieren an.")

Profil "Leise":
Es gibt zwei Unterprofile A und B. In einem Temperaturbereich von 40 °C bis 70 °C wird die Drehzahl der Lüfter stufenlos von 5 bis 12 V hochgefahren (A), oder der Bereich wird bei 60 °C bis 70 °C verkleinert (B). Unterhalb der unteren Grenzwerte drehen die Lüfter bei 5 V! (Zum Zeitpunkt der Reviewerstellung ist die Hardware bereits auf 5 V ausgelegt, die Oberfläche jedoch noch nicht angepasst. Unterer Regelbereich der Steuerung ist als 5 V, statt der auf den Screenshots zu sehenden 7 V.)

  • F1: 850 U/min (120 mm)
  • F2: 925 U/min (140 mm)
  • F3: 1190 U/min (80 mm)
  • F4: 950 U/min (80 mm)

Die Geräuschkulisse ist in Anbetracht der immer noch exorbitanten Kühlleistung vertretbar, allerdings bei Weitem nichts für feine Ohren.

Profil "0dB Start":
Unterhalb der Schwellenwerte 40 °C (Profil A) bzw. 60 °C (Profil B) sind die Lüfter komplett abgeschaltet. Leider jedoch findet hier keine stufenlose Regelung im Bereich von 0 bis 12 V statt wie in der Grafik gezeigt, hier setzen die Lüfter abrupt bei Übersteigen des Schwellenwertes an und drehen dann mit 5 V, steigend bis auf 12 V mit zunehmender Temperatur. Somit ist ein Betreiben der Lüfter mit weniger als 5 V nicht möglich, was leider eine insgesamt deutliche Geräuschentwicklung zur Folge hat.

Profil "Lüfterlos":
Der eindringlichen Geräuschkulisse kann durch dieses Profil entgegen gewirkt werden: Die Lüfterkanäle F1 bis F6 lassen sich so komplett ausschalten. Entgegen der Angabe aus dem Handbuch, bleibt diese Einstellung auch nach einem Neustart des PCs erhalten. Die Lüfter bleiben dann also auch dauerhaft ausgeschaltet. Wir befürworten diese Einstellung, sei es gewollt oder nicht. Gerade die schnelldrehenden und daher lauten 80 mm-Lüfter in den Viererpacks können so ruhig gestellt werden.

Nach Klicken der Taste "Alarm" im unteren Bedienfeld der SIM-Oberfläche wird eine Seite für die unteren Schwellenwerte geöffnet, nach denen bei Unterschreiten ein visueller Alarm ausgelöst wird. Änderungen an den Werten werden einfach bewerkstelligt: Nach Auswahl des entsprechenden Lüfterkanals oder Temperatursensors, kann durch bewegen des roten Zeigers in den Tachometern der Schwellenwert beliebig verändert werden. Unterschreitet eine Lüfterdrehzahl oder überschreitet eine Temperatur den Wert, wird ein visueller Alarm ausgelöst: Das Symbol blinkt.

Insgesamt bietet das SIM-Modul recht vielfältige Möglichkeiten der Einflussnahme auf Lüfterdrehzahlen und somit die Temperaturen. Wir vermissen jedoch eine stufenlose Regelungsmöglichkeit von 0 bis 12 V oder die explizite Einflussnahme auf die Schwellenwerte. Auch ein Profil mit konstanter Spannung, beispielsweise 5 V für die Lüfterkänale, wäre wünschenswert und würde es dem Nutzer erlauben, weitere Anpassung nach persönlicher Präferenz und den entsprechenden Hardwarekomponenten zu tätigen. Nach derzeitigen Möglichkeiten ist selbst der Betrieb mit allen Lüftern auf 5 V bereits Overkill und insgesamt sehr laut, es sei denn, der Nutzer verbaut tatsächlich zehn Festplatten, sechs Laufwerke und ein Quad-Crossfire-Gespann sowie einen Intel i7 der Extreme Edition. Mit freieren Konfigurationsmöglichkeiten würde sich das SIM-Modul auch als einzeln am Markt erhältliches Produkt eignen.